Uterusmyom: MRgFUS-Therapie und Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht E14-04 bewertet das Potenzial der Magnetresonanztomografie-gesteuerten hochfokussierten Ultraschalltherapie (MRgFUS-TUF) zur Behandlung von Uterusmyomen. Das Verfahren richtet sich an Patientinnen mit symptomatischer Erkrankung, die sich eine uteruserhaltende Therapie wünschen.
Bei der MRgFUS-TUF wird hochfokussierter Ultraschall genutzt, um die Temperatur innerhalb des Myoms lokal auf 60 bis 70 Grad Celsius zu erhöhen. Dies führt zum Absterben der Gewebezellen, während die MRT zur Planung und Temperaturüberwachung dient.
Als angemessene Vergleichsinterventionen definiert der Bericht minimalinvasive Verfahren wie die Myomektomie und die Uterusarterienembolisation (UAE). Die Hysterektomie wird nicht als geeigneter Komparator eingestuft, da sie nicht uteruserhaltend ist.
Empfehlungen
Bewertung der Invasivität
Laut IQWiG-Bericht lässt sich aus den eingereichten Daten nicht ableiten, dass die MRgFUS-TUF aufgrund einer geringeren Invasivität patientenrelevante Vorteile bietet. Es fehlen vergleichende Daten zu Krankenhausaufenthaltsdauer, postinterventionellen Schmerzen und unerwünschten Ereignissen.
Symptomatik und Lebensqualität
Der Bericht stellt fest, dass die MRgFUS-TUF im Vergleich zur Uterusarterienembolisation (UAE) möglicherweise geringere Effekte erzielt. Dies betrifft insbesondere die Linderung der Symptome und die Reinterventionsrate.
| Endpunkt | MRgFUS-TUF | Uterusarterienembolisation (UAE) |
|---|---|---|
| Symptomschwere | Möglicherweise geringere Linderung | Bessere Symptomlinderung in Studien |
| Lebensqualität | Geringere Verbesserung | Höhere Verbesserung in Studien |
| Reinterventionsrate | Signifikant höher | Signifikant niedriger |
Vergleich zur Myomektomie und Wirksamkeit
Für den direkten Vergleich mit der Myomektomie wurden laut Bericht keine Daten eingereicht. Zudem bleibt anhand der Vorher-Nachher-Vergleiche unklar, ob die Methode in Abgrenzung zum natürlichen Verlauf oder einer Placebo-Behandlung eine grundsätzliche Wirksamkeit aufweist.
Schlussfolgerung zum Potenzial
Zusammenfassend leitet das IQWiG aus den vorliegenden Unterlagen kein Potenzial für die MRgFUS-TUF als Behandlungsalternative ab. Folglich werden auch keine Eckpunkte für eine Erprobungsstudie konkretisiert.
Kontraindikationen
Laut den im Bericht zitierten Antragsunterlagen gelten für die MRgFUS-TUF folgende Kontraindikationen:
Absolute Kontraindikationen
-
Vorliegen von Malignomen
-
Bestehende Schwangerschaft
-
Akut entzündliche Prozesse
-
Allgemeine MRT-Kontraindikationen
Relative Kontraindikationen
-
Mehr als 5 Myome oder Myome mit einem Durchmesser von über 10 cm
-
Fehlendes ausreichendes Schallfenster (z. B. durch Darmüberlagerung oder große Narben)
-
Subserös gestielte Myome
-
Myome in der Hinterwand oder nahe des Kreuzbeins
-
Kontraindikationen gegenüber MRT-Kontrastmitteln
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist darauf hin, dass die MRgFUS-TUF im Vergleich zur etablierten Uterusarterienembolisation (UAE) mit einer signifikant höheren Reinterventionsrate einhergehen kann. Zudem wird betont, dass die Auswirkungen der Methode auf die Fertilität und spätere Schwangerschaften bislang unklar sind.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht liegen keine vergleichenden Daten vor, die eine Überlegenheit oder Gleichwertigkeit gegenüber der Myomektomie belegen. Ein patientenrelevanter Vorteil konnte aus den eingereichten Unterlagen nicht abgeleitet werden.
Der Bericht zitiert Studiendaten, nach denen die Reinterventionsrate bei der MRgFUS-TUF signifikant höher ausfällt als bei der Uterusarterienembolisation (UAE). In einer zitierten Studie benötigten bis zu 66,7 % der Patientinnen eine erneute Behandlung.
Die Auswirkungen auf die Fertilität sind laut Bericht unklar. Es wird darauf hingewiesen, dass die Methode laut FDA primär für Frauen angewendet werden sollte, die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben.
Als relativ kontraindiziert gelten Myome über 10 cm Durchmesser, subserös gestielte Myome sowie eine Anzahl von mehr als 5 Myomen. Auch eine fehlende Zugänglichkeit durch Darmüberlagerung schließt das Verfahren oft aus.
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Quelle: IQWiG E14-04: Magnetresonanztomografie-gesteuerte hochfokussierte Ultraschalltherapie zur Behandlung des Uterusmyoms (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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