Vergleich · Stand 27. April 2026
OpenEvidence Alternative für Europa: ClariMed
OpenEvidence hat am 27. April 2026 den Zugang für die EU und das Vereinigte Königreich gesperrt und dies mit regulatorischer Unsicherheit zum EU AI Act begründet. Ärzte in Deutschland, Österreich und der Schweiz brauchen jetzt eine EU-native Alternative. ClariMed durchsucht 14.000+ deutsche und internationale Leitlinien, kostenlos, ohne Anmeldung, ausschließlich auf EU-Servern in Frankfurt.
Thomas Gnahm
ClariMed
OpenEvidence ist ein gut gemachtes Produkt. Mit rund 12 Mrd. USD Bewertung, geschätzten 150 Mio. USD ARR und 40 Prozent US-Ärzte-Adoption hat das Team in den USA echte Maßstäbe gesetzt. Was sie aufgebaut haben, verdient Respekt.
Trotzdem ist die Realität seit dem 27. April 2026: in Europa kommt aktuell kein Arzt mehr durch. ChatGPT for Clinicians (22.4.) und ChatGPT Health (7.1.) sind ebenfalls EU-blockiert. Drei der dominanten US-Plattformen für klinische KI sind in Europa nicht verfügbar. Das ist kein Zufall, das ist strukturell.
ClariMed ist eine deutsche Plattform aus Berlin, gebaut für den deutschen und europäischen Klinikalltag. EU-Server in Frankfurt, deutsche Leitlinien (AWMF, NVL, DGK, DGPPN) im Kern, Deep-Link zu jeder Originalquelle. Dieser Vergleich zeigt im Detail, wo OpenEvidence stark war und was deutsche Ärzte heute pragmatisch brauchen.
Was OpenEvidence am 27. April 2026 publiziert hat
"We are sorry, OpenEvidence is not available in your location at this time. Due to mounting regulatory uncertainty regarding the treatment of AI systems in the European Union and the United Kingdom, including, among other rules, the EU Artificial Intelligence Act, OpenEvidence is not available in the European Union or the United Kingdom."
Quelle: openevidence.com Block-Seite, abgerufen am 27. April 2026 von einer deutschen IP-Adresse. Die Block-Seite verweist Ärzte auf politische Akteure (Brando Benifei, Michael McNamara) und auf die CPME (Standing Committee of European Doctors) und ruft zur Lobby-Arbeit gegen die AI-Act-Implementierung auf.
Auf einen Blick
Die wichtigsten Unterschiede
Im Detail
Drei wesentliche Unterschiede
Verfügbar in der EU
Server in Frankfurt. Kein Geo-Block, keine NPI-Verifikation, keine US-Restriktion. Ärzte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und der EU haben uneingeschränkten Zugang.
Seit dem 27. April 2026 für EU und UK gesperrt. Ein Comeback ist möglich, aber Compliance-Aufwand für das US-Team ist substantiell. Realistisches Zeitfenster: 6 bis 18 Monate.
Wer in Europa klinisch arbeitet, braucht eine Plattform, die heute funktioniert und nicht von US-Compliance-Entscheidungen abhängt.
Deutsche Leitlinien als Kern
14.000+ Dokumente systematisch indexiert. AWMF (S1, S2k, S2e, S3), NVL, DGK, DGPPN, DGIM, DGVS, RKI/STIKO, DIVI plus ESC, NICE, WHO, KDIGO. Jede Antwort verlinkt mit Leitliniennummer direkt zur Originalquelle.
Fokus auf US-Peer-Review-Literatur über Partnerschaften mit NEJM, JAMA, NCCN, Cochrane und Wiley. Stark für Forschungsfragen mit US-Trial-Bezug. Nicht primär auf deutsche Fachgesellschafts-Leitlinien ausgerichtet.
Im deutschen Klinikalltag ist die AWMF-S3-Leitlinie die erste Referenz, nicht die einzelne RCT aus dem NEJM.
AI Act: Roadmap statt Rückzug
EU-AI-Act-Compliance-Roadmap mit Zeithorizont publiziert (Risk-Management-System Q3 2026, Conformity-Assessment-Plan Q3 2026, Post-Market-Monitoring Q4 2026 in Vorbereitung). Selbstverpflichtungen, keine vertraglichen Garantien. Co-Founder Dr. Michael Glas hat eine MDR-Class-IIb-Zertifizierung bei Medical AI durchlaufen.
Hat sich am 27.04.2026 aus dem EU-Markt zurückgezogen und ruft seine Ärzte explizit zur Lobby-Arbeit gegen die AI-Act-Implementierung auf. Eine sichtbare Compliance-Roadmap für die EU ist nicht publiziert.
Wir sind nicht AI-Act-zertifiziert, das ist heute auch noch niemand. Wir sind committed zur Compliance, das ist der Unterschied.
Wo OpenEvidence stark war (und ist, in den USA)
Wenn OpenEvidence in 6 bis 18 Monaten EU-konform zurückkommt, ist es weiterhin ein starkes Tool für die englischsprachige Peer-Review-Recherche. Für den deutschen Klinikalltag bleibt der Leitlinien-Fokus von ClariMed der relevantere Schwerpunkt.
Wo ClariMed für deutsche Ärzte besser passt
Hintergrund
Was hinter dem Rückzug wirklich steht
Der EU AI Act ist seit August 2024 in Kraft. Klinische Entscheidungsunterstützung gilt unter Annex III als High-Risk-AI. Die volle Tiefe der Pflichten greift bis August 2027 schrittweise: Risk-Management-System, Konformitätsbewertung durch Notified Body, Post-Market-Monitoring, Technische Dokumentation, High-Risk-Registrierung. Für einen US-Anbieter mit US-Datenflüssen, US-Cloud-Hosting und US-trainiertem Stack ist das ein erheblicher Aufwand.
OpenEvidence ist nicht das einzige Signal. ChatGPT Health ist seit 7. Januar 2026 EU-ausgeschlossen. ChatGPT for Clinicians (22. April 2026, NPI-verifiziert) ist faktisch ebenfalls US-only. Die drei dominanten US-Plattformen für klinische KI sind in Europa nicht verfügbar. Das ist kein OpenEvidence-Phänomen, das ist ein US-Cluster-Effekt.
Die ehrliche Frage für Ärzte und Kliniken ist nicht: wer füllt das Vakuum am lautesten? Die Frage ist: welche Infrastruktur passt strukturell zur EU-Realität aus DSGVO, AI Act, MDR und deutschen Leitlinien? ClariMed wurde für genau diese Realität gebaut.
FAQ
Häufige Fragen zum OpenEvidence-Vergleich
Deutsche Leitlinien, eine Suche, Sekunden
Kostenlos. Ohne Anmeldung. EU-Server in Frankfurt. Verfügbar in Deutschland, Österreich, der Schweiz und der gesamten EU.
Lesetipps
Was Ärzte als nächstes lesen
ClariMed vs Heidi Health
Internationale Plattform oder deutsche Leitlinien-Tiefe: der direkte Vergleich.
ClariMed vs AMBOSS
Nachschlagewerk oder Leitlinien-Suche: was im Klinikalltag zählt.
Kliniklizenz und Pilot-Programm
KIS-Integration, QM-Dashboard, 4-Wochen-Pilot unverbindlich.