Uterusmyome: IQWiG-Bewertung zu MRgFUS-TUF
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet das Potenzial der Magnetresonanztomografie-gesteuerten hochfokussierten Ultraschalltherapie (MRgFUS-TUF) zur Behandlung von Uterusmyomen.
Ziel der Untersuchung war es festzustellen, ob die Methode eine klinische Wirksamkeit aufweist und patientenrelevante Vorteile bietet. Dabei wurden insbesondere die Aspekte Invasivität und Fertilität im Vergleich zu etablierten Verfahren untersucht.
Als Vergleichsinterventionen dienten primär die Uterusarterienembolisation (UAE) sowie die Myomektomie. Auf Basis der Ergebnisse wurde über die Notwendigkeit einer Erprobungsstudie entschieden.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zur MRgFUS-TUF:
Klinische Wirksamkeit
Laut Bericht ist für die Methode eine klinische Wirksamkeit erkennbar. Im Vergleich zum natürlichen Verlauf, bei dem Myome innerhalb von 6 Monaten um etwa 20 % wachsen, zeigt sich nach einer MRgFUS-TUF-Behandlung eine durchschnittliche Volumenreduktion von etwa 30 %.
Vorteile durch geringere Invasivität
Der Bericht stellt fest, dass die Methode potenzielle patientenrelevante Vorteile gegenüber der Uterusarterienembolisation (UAE) und der Myomektomie besitzt. Der indirekte Vergleich der Studien zeigt deutliche Unterschiede in der Rekonvaleszenz:
| Intervention | Mittlere Krankenhausverweildauer | Zeit bis zur Rückkehr zu normalen Aktivitäten |
|---|---|---|
| MRgFUS-TUF | ca. 6,3 - 9,3 Stunden | ca. 2,3 Tage |
| Uterusarterienembolisation (UAE) | ca. 60,2 Stunden | ca. 11,9 Tage |
| Myomektomie | ca. 86,1 Stunden | ca. 22,1 Tage |
Hinsichtlich postinterventioneller Schmerzen und unerwünschter Ereignisse konnten aufgrund unzureichender oder heterogener Daten keine vergleichenden Schlüsse gezogen werden.
Auswirkungen auf die Fertilität
Ein potenzieller Vorteil der MRgFUS-TUF im Bereich der Fertilität lässt sich anhand der vorliegenden Daten nicht ableiten. Die Auswertungen zu Lebendgeburten nach bereits eingetretenen Schwangerschaften zeigten keine erkennbar höheren Raten im Vergleich zur UAE oder Myomektomie.
Fazit zur Erprobung
Zusammenfassend leitet der Bericht ein hinreichendes Potenzial für die Methode ab. Eine Erprobungsstudie zur Gewinnung weiterer Erkenntnisse für die Nutzenbewertung wird als grundsätzlich möglich erachtet.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass die MRgFUS-TUF zwar zu einer deutlich schnelleren Rekonvaleszenz führt, jedoch keine nachweisbaren Vorteile bezüglich einer späteren Schwangerschaftsrate bietet. Bei Frauen mit konkretem Kinderwunsch sollte kommuniziert werden, dass die Lebendgeburtenraten nach MRgFUS-TUF nicht nachweislich besser sind als nach etablierten operativen Verfahren.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist 6 Monate nach der Behandlung eine durchschnittliche Reduktion des Myomvolumens von etwa 30 % zu beobachten. Ohne Behandlung wachsen Myome in diesem Zeitraum im natürlichen Verlauf um etwa 20 %.
Der Bericht gibt für die MRgFUS-TUF eine mittlere Krankenhausverweildauer von etwa 6 bis 9 Stunden an. Dies stellt eine deutliche Verkürzung gegenüber der Myomektomie oder Embolisation dar.
Die Zeit bis zur Rückkehr zu normalen Aktivitäten wird in den ausgewerteten Studien mit durchschnittlich 2,3 Tagen angegeben. Damit ist die Erholungsphase laut Bericht signifikant kürzer als bei den Vergleichsinterventionen.
Ein Vorteil bezüglich der Fertilität lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht ableiten. Die Lebendgeburtenraten nach einer MRgFUS-TUF liegen nicht erkennbar höher als nach einer Uterusarterienembolisation oder Myomektomie.
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Quelle: IQWiG E14-14: Magnetresonanztomografie-gesteuerte hochfokussierte Ultraschalltherapie zur Behandlung des Uterusmyoms (Addendum zu den Aufträgen E14-04 und E14-05) (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.