Uterusmyom-Therapie MRgFUS-TUF: IQWiG-Bewertung
Hintergrund
Der Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) stellt ein Addendum zur Potenzialbewertung der Magnetresonanztomografie-gesteuerten hochfokussierten Ultraschalltherapie (MRgFUS-TUF) zur Behandlung des Uterusmyoms dar. Ziel war es zu prüfen, ob neue Studien die bisherige Einschätzung verändern.
Es wurde systematisch nach neuen randomisierten kontrollierten Studien (RCTs), prospektiven und retrospektiven Kohortenstudien sowie einarmigen Verlaufsbeobachtungen gesucht. Dabei wurde die MRgFUS-TUF mit dem natürlichen Verlauf, der Uterusarterienembolisation (UAE) und der Myomektomie verglichen.
Empfehlungen
Der Bericht fasst die Ergebnisse der systematischen Literaturrecherche und die daraus abgeleitete Potenzialbewertung wie folgt zusammen:
Evidenzlage und Studienqualität
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Es konnten keine neuen relevanten Studien der Evidenzstufen I und II (RCTs oder prospektiv vergleichende Kohortenstudien) identifiziert werden.
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Eine neu eingeschlossene retrospektive Studie der Evidenzstufe III verglich die MRgFUS-TUF mit der UAE, wies jedoch methodische Schwächen auf.
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Zusätzliche einarmige Verlaufsbeobachtungen der Evidenzstufe IV änderten die bisherige Einschätzung zur klinischen Wirksamkeit nicht.
Vergleich mit etablierten Verfahren
Laut Bericht deuten die Daten auf Vor- und Nachteile der MRgFUS-TUF im Vergleich zur Uterusarterienembolisation (UAE) hin.
| Intervention | Mittlere Krankenhausverweildauer |
|---|---|
| MRgFUS-TUF | 6,3 bis 9,3 Stunden |
| Uterusarterienembolisation (UAE) | 31 bis 101 Stunden |
| Myomektomie (laparoskopisch/offen) | 38 bis 143 Stunden |
Hinsichtlich der Endpunkte Symptomschwere und gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigte eine retrospektive Studie statistisch signifikante Unterschiede zuungunsten der MRgFUS-TUF im Vergleich zur UAE. Zudem war die Reinterventionsrate nach 12 Monaten in der MRgFUS-TUF-Gruppe signifikant höher.
Fazit der Potenzialbewertung
Das IQWiG schlussfolgert, dass die Methode der MRT-gesteuerten hochfokussierten Ultraschalltherapie zur Behandlung des Uterusmyoms weiterhin Potenzial besitzt. Es wurden jedoch keine laufenden Studien gefunden, die in naher Zukunft den endgültigen Nachweis eines Nutzens liefern könnten.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist darauf hin, dass die MRgFUS-TUF im Vergleich zu etablierten Verfahren wie der Uterusarterienembolisation zwar mit einer deutlich kürzeren Krankenhausverweildauer assoziiert ist. Gleichzeitig wird jedoch betont, dass retrospektive Daten auf eine möglicherweise höhere Reinterventionsrate und geringere Effekte bei der Symptomlinderung hindeuten.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist der endgültige Nutzen bisher nicht durch hochwertige randomisierte Studien belegt. Der Methode wird jedoch weiterhin ein Potenzial zugesprochen.
Die ausgewerteten Studien zeigen eine mittlere Krankenhausverweildauer von 6,3 bis 9,3 Stunden. Damit ist der Aufenthalt laut Bericht deutlich kürzer als bei einer Uterusarterienembolisation oder Myomektomie.
Eine im Bericht zitierte retrospektive Studie deutet darauf hin, dass die UAE bezüglich Symptomschwere und Lebensqualität überlegen sein könnte. Zudem war die Reinterventionsrate nach einer MRgFUS-TUF in dieser Untersuchung höher.
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Quelle: IQWiG E15-02: Magnetresonanztomografie-gesteuerte hochfokussierte Ultraschalltherapie zur Behandlung des Uterusmyoms (2. Addendum zu den Aufträgen E14-04 und E14-05) (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.