USgHIFU bei Uterus-Endometriose: IQWiG
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht H16-02A aus dem Jahr 2017 bewertet das Potenzial der sonografiegesteuerten hochfokussierten Ultraschalltherapie (USgHIFU). Diese Methode wird bei Patientinnen mit Endometriose des Uterus (Adenomyose) eingesetzt.
Das Verfahren zielt darauf ab, Endometrioseherde durch thermische und mechanische Effekte nicht-invasiv zu zerstören. Es richtet sich an Patientinnen, bei denen eine medikamentöse Therapie mit Hormonen oder Analgetika nicht ausreichend wirksam ist.
Als Standard-Vergleichsintervention bei abgeschlossener Familienplanung und therapierefraktärer Symptomatik gilt die Hysterektomie. Der wesentliche theoretische Vorteil des USgHIFU liegt im Erhalt des Uterus.
Empfehlungen
Die Bewertung des IQWiG formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur USgHIFU bei Adenomyose:
Evidenzgrundlage und Studienqualität
Laut Bericht stützt sich die Bewertung auf neun Fallserien und eine nicht randomisierte Studie. Die Evidenz wird wie folgt eingestuft:
-
Es liegen primär Fallserien (Evidenzstufe IV) ohne relevante Kontrollgruppen vor.
-
Die Ergebnissicherheit der eingeschlossenen Studien wird als minimal bewertet.
-
Ein direkter oder indirekter Vergleich mit der operativen Standardtherapie (Hysterektomie) ist mangels Daten nicht möglich.
Patientenrelevante Endpunkte
Der Bericht analysiert die Effekte auf verschiedene klinische Parameter. Folgende Endpunkte wurden in den Studien betrachtet:
-
Symptomschwere: Intraindividuelle Verbesserungen bei Menorrhagie und Dysmenorrhö wurden in den Fallserien beobachtet.
-
Lebensqualität: Einzelne Studien deuten auf eine Steigerung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität hin.
-
Kausalität: Es bleibt unklar, ob die Verbesserungen auf die Therapie, den natürlichen Verlauf oder Placeboeffekte zurückzuführen sind.
Zusammenfassende Nutzenbewertung
Das IQWiG zieht ein klares Fazit zum Stellenwert der Methode. Es wird weder ein Nutzen noch ein Potenzial als erforderliche Behandlungsalternative abgeleitet.
Aufgrund der unzureichenden Datenlage lassen sich keine Eckpunkte für eine Erprobungsstudie konkretisieren. Der theoretische Vorteil des Organerhalts reicht laut Bericht allein nicht aus, um einen Nutzen zu belegen.
Vergleich der Behandlungsoptionen
Der Bericht stellt die theoretischen Eigenschaften der Verfahren gegenüber.
| Merkmal | USgHIFU | Hysterektomie |
|---|---|---|
| Invasivität | Nicht-invasiv | Operativ (invasiv) |
| Organerhalt | Ja (Uteruserhalt) | Nein |
| Evidenz bei Adenomyose | Minimal (Fallserien) | Etablierter Standard |
| Behandlungsziel | Symptomlinderung | Definitive Sanierung |
Kontraindikationen
Der Bericht listet basierend auf den eingeschlossenen Studien verschiedene Ausschlusskriterien und unerwünschte Ereignisse auf.
Folgende Faktoren wurden in den Studien als Kontraindikationen oder Ausschlusskriterien definiert:
-
Ausgeprägte Narben im Abdominalbereich in der zu behandelnden Region
-
Akut entzündliche Erkrankungen des Beckens
-
Bösartige gynäkologische Erkrankungen
-
Körpergewicht über 100 Kilogramm
-
Kontraindikationen für eine Magnetresonanztomografie (MRT)
Zudem wird berichtet, dass Hautverbrennungen bei Patientinnen mit abdominellen Narben häufiger auftreten als bei Patientinnen ohne Narbengewebe.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht ist die USgHIFU bei therapierefraktärer Adenomyose aktuell nicht als belegte Alternative zur Hysterektomie anzusehen. Es wird betont, dass die in Fallserien beobachteten Symptomverbesserungen aufgrund fehlender Kontrollgruppen nicht sicher auf die Intervention zurückgeführt werden können. Bei der Aufklärung über uteruserhaltende Maßnahmen wird empfohlen, die unklare Evidenzlage transparent zu kommunizieren.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht konnte weder einen Nutzen noch ein Potenzial für die Methode ableiten. Daher ist eine reguläre Übernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen auf Basis dieser Bewertung nicht vorgesehen.
Laut Bericht liegt der primäre theoretische Vorteil in der Nicht-Invasivität und dem Erhalt des Uterus. Ein klinischer Vorteil bezüglich der Lebensqualität oder Symptomschwere konnte jedoch mangels vergleichender Studien nicht belegt werden.
Die eingeschlossenen Studien berichten häufig über Schmerzen im Abdomen, Gesäß oder Bein sowie über vaginalen Ausfluss. Zudem traten Hautverbrennungen auf, insbesondere bei Frauen mit abdominellen Narben.
Die Methode wurde primär bei prämenopausalen Frauen mit symptomatischer Adenomyose untersucht. Voraussetzung war meist, dass eine medikamentöse Therapie mit Hormonen oder Schmerzmitteln nicht ausreichend wirksam war.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG H16-02A: Sonografiegesteuerte hochfokussierte Ultraschalltherapie bei der Endometriose des Uterus - Bewertungen gemäß § 137h SGB V (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.