Chlamydien und Gonorrhoe Screening: USPSTF Leitlinie
Hintergrund
Chlamydien und Gonorrhoe gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Die Infektionsraten sind bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beider Geschlechter am höchsten.
Bei Frauen verlaufen diese Infektionen oft asymptomatisch, können aber zu einer Beckenentzündung (PID) und damit verbundenen Komplikationen wie ektoper Schwangerschaft oder Infertilität führen. Bei Schwangeren besteht zudem das Risiko einer Übertragung auf das Neugeborene.
Auch bei Männern verlaufen die Infektionen häufig ohne Symptome, wobei eine Gonorrhoe eher symptomatisch wird als eine Chlamydieninfektion. Beide Erreger können das Risiko für eine HIV-Übertragung oder -Akquisition erhöhen.
Empfehlungen
Die USPSTF-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum Screening auf sexuell übertragbare Infektionen.
Screening bei Frauen und Schwangeren
Es wird ein routinemäßiges Screening auf Chlamydien und Gonorrhoe für alle sexuell aktiven Frauen im Alter von 24 Jahren oder jünger empfohlen (Empfehlungsgrad B). Dies schließt schwangere Personen ausdrücklich mit ein.
Für Frauen ab 25 Jahren empfiehlt die Leitlinie ein Screening, wenn ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt (Empfehlungsgrad B). Ein erhöhtes Risiko besteht laut Leitlinie unter anderem bei:
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Einem neuen oder mehr als einem Sexualpartner
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Einem Sexualpartner mit weiteren Partnern oder einer bekannten STI
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Inkonsequenter Kondomnutzung außerhalb einer monogamen Beziehung
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Einer früheren oder gleichzeitig bestehenden STI
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Sexarbeit oder einer Inhaftierung in der Vorgeschichte
Screening bei Männern
Für sexuell aktive Männer kommt die Leitlinie zu dem Schluss, dass die aktuelle Evidenz unzureichend ist, um den Nutzen und Schaden eines routinemäßigen Screenings abzuwägen (I-Statement). Es wird darauf hingewiesen, dass weitere Forschung in diesem Bereich benötigt wird.
Diagnostik
Für das Screening auf Chlamydien und Gonorrhoe wird die Verwendung von Nukleinsäure-Amplifikationstests (NAAT) empfohlen. Diese Tests zeichnen sich durch eine hohe Sensitivität und Spezifität aus.
Laut Leitlinie können NAATs an verschiedenen urogenitalen und extragenitalen Entnahmeorten eingesetzt werden:
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Urin
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Endozervikale und vaginale Abstriche
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Männliche urethrale Abstriche
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Rektale und pharyngeale Abstriche
Es wird hervorgehoben, dass beide Erreger gleichzeitig aus derselben Probe getestet werden können. Urintests mittels NAAT sind in klinischen Settings mindestens so sensitiv wie zervikale oder vaginale Abstriche.
Screening-Intervalle
Da spezifische Studien zu optimalen Screening-Intervallen fehlen, schlägt die Leitlinie einen pragmatischen Ansatz vor. Es wird empfohlen, Personen erneut zu testen, wenn die Sexualanamnese neue oder anhaltende Risikofaktoren seit dem letzten negativen Testergebnis aufzeigt.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fallstrick im klinischen Alltag ist die Annahme, dass asymptomatische Patientinnen kein Screening benötigen. Die Leitlinie betont, dass Chlamydien- und Gonokokkeninfektionen bei Frauen meist asymptomatisch verlaufen, aber schwerwiegende Folgen wie Infertilität haben können. Daher wird ein alters- und risikobasiertes Screening unabhängig von Symptomen empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt ein routinemäßiges Screening für alle sexuell aktiven Frauen bis zu einem Alter von 24 Jahren. Bei Frauen ab 25 Jahren wird ein Screening nur bei Vorliegen spezifischer Risikofaktoren empfohlen.
Laut Leitlinie gelten Nukleinsäure-Amplifikationstests (NAAT) als Methode der Wahl. Diese bieten eine hohe Genauigkeit und können sowohl für urogenitale als auch für extragenitale Abstriche sowie für Urinproben verwendet werden.
Die aktuelle Evidenz reicht laut Leitlinie nicht aus, um ein routinemäßiges Screening bei asymptomatischen Männern zu empfehlen oder abzulehnen. Die Entscheidung sollte daher individuell getroffen werden.
Ja, es wird in der Leitlinie explizit darauf hingewiesen, dass beide Infektionen gleichzeitig aus derselben Probe mittels NAAT getestet werden können. Dies vereinfacht den diagnostischen Ablauf erheblich.
Die Leitlinie gibt kein festes Zeitintervall vor. Es wird ein erneutes Screening empfohlen, wenn die Anamnese neue oder fortbestehende Risikofaktoren seit dem letzten negativen Test ergibt.
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Quelle: USPSTF: STIs: Chlamydia and Gonorrhea Screening (Grade B) (USPSTF, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.