STI-Therapie: Diagnostik und Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Die CDC-Leitlinie (2021) bietet aktualisierte evidenzbasierte Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik und Therapie sexuell übertragbarer Infektionen (STI). Sie ersetzt die vorherige Version aus dem Jahr 2015 und berücksichtigt neue epidemiologische Entwicklungen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Anpassung von Therapieschemata aufgrund zunehmender Antibiotikaresistenzen. Dies betrifft insbesondere die Behandlung der Gonorrhö und Infektionen mit Mycoplasma genitalium.
Zudem betont das Dokument die Wichtigkeit von routinemäßigen Screenings bei Risikogruppen. Hierzu zählen unter anderem schwangere Frauen, Jugendliche und Männer, die Sex mit Männern haben (MSM).
Empfehlungen
Diagnostik und Screening
Laut Leitlinie wird ein routinemäßiges Screening auf Chlamydien und Gonorrhö für alle sexuell aktiven Frauen unter 25 Jahren empfohlen. Bei MSM sollte ein mindestens jährliches Screening auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Gonorrhö an allen exponierten anatomischen Stellen erfolgen.
Für die Diagnostik von Chlamydien und Gonorrhö gelten Nukleinsäure-Amplifikationstests (NAAT) als Goldstandard. Bei Verdacht auf Syphilis wird ein zweistufiger serologischer Algorithmus empfohlen.
Therapie der Gonorrhö und Chlamydien
Aufgrund steigender Resistenzen empfiehlt die Leitlinie für die unkomplizierte Gonorrhö eine Monotherapie mit Ceftriaxon in einer höheren Dosierung. Die früher übliche duale Therapie mit Azithromycin wird nicht mehr routinemäßig empfohlen.
Bei einer unkomplizierten Chlamydien-Infektion wird Doxycyclin als Mittel der ersten Wahl empfohlen. Azithromycin gilt hier nur noch als Alternative bei Schwangerschaft, Kontraindikationen oder mangelnder Adhärenz.
Management von Mycoplasma genitalium
Bei rezidivierender oder persistierender Urethritis sowie Zervizitis wird eine Testung auf Mycoplasma genitalium empfohlen. Die Therapie sollte idealerweise resistenzgesteuert erfolgen, sofern entsprechende Tests verfügbar sind.
Ohne Resistenztestung wird ein zweistufiges Konzept empfohlen. Dieses besteht aus einer initialen Gabe von Doxycyclin, gefolgt von Moxifloxacin.
Pelvic Inflammatory Disease (PID)
Die empirische Therapie der PID sollte Erreger wie Chlamydien, Gonokokken und Anaerobier abdecken. Es wird empfohlen, den Standardregimen (wie Ceftriaxon plus Doxycyclin) Metronidazol hinzuzufügen, um die anaerobe Abdeckung zu verbessern.
Prävention und Partnerbehandlung
Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Partnerbehandlung (Expedited Partner Therapy, EPT) zur Vermeidung von Reinfektionen bei Chlamydien und Gonorrhö.
Zudem wird die HPV-Impfung für alle Personen bis zum 26. Lebensjahr empfohlen. Bei Personen mit erhöhtem HIV-Risiko sollte eine Präexpositionsprophylaxe (PrEP) evaluiert und angeboten werden.
Dosierung
| Indikation | Medikament | Dosierung | Dauer |
|---|---|---|---|
| Unkomplizierte Gonorrhö (<150 kg) | Ceftriaxon | 500 mg i.m. | Einmaldosis |
| Unkomplizierte Gonorrhö (≥150 kg) | Ceftriaxon | 1 g i.m. | Einmaldosis |
| Chlamydien-Infektion | Doxycyclin | 100 mg p.o. 2x/Tag | 7 Tage |
| Trichomoniasis (Frauen) | Metronidazol | 500 mg p.o. 2x/Tag | 7 Tage |
| Trichomoniasis (Männer) | Metronidazol | 2 g p.o. | Einmaldosis |
| Primäre/Sekundäre Syphilis | Benzathin-Penicillin G | 2,4 Mio. IE i.m. | Einmaldosis |
| Bakterielle Vaginose | Metronidazol | 500 mg p.o. 2x/Tag | 7 Tage |
| PID (ambulant) | Ceftriaxon + Doxycyclin + Metronidazol | 500 mg i.m. (Cef) + 100 mg p.o. 2x/Tag (Dox) + 500 mg p.o. 2x/Tag (Met) | Einmaldosis (Cef) + 14 Tage (Dox+Met) |
Kontraindikationen
Die Leitlinie weist darauf hin, dass Doxycyclin im zweiten und dritten Trimenon der Schwangerschaft aufgrund des Risikos von Zahnverfärbungen beim Fötus kontraindiziert ist.
Tinidazol sollte während der Schwangerschaft ebenfalls vermieden werden. Bei der Behandlung von Syphilis in der Schwangerschaft gibt es keine bewiesene Alternative zu Penicillin; bei einer Penicillinallergie wird zwingend eine Desensibilisierung empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler ist die unzureichende Dosierung von Ceftriaxon bei Gonorrhö. Die Leitlinie empfiehlt nun standardmäßig 500 mg intramuskulär für Personen unter 150 kg Körpergewicht als Monotherapie.
Zudem wird davor gewarnt, bei Chlamydien-Infektionen routinemäßig Azithromycin als Einmaldosis zu verwenden. Doxycyclin über 7 Tage weist eine höhere Wirksamkeit auf, insbesondere bei rektalen Infektionen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine Monotherapie mit Ceftriaxon 500 mg intramuskulär als Einmaldosis für Personen unter 150 kg. Bei Personen ab 150 kg Körpergewicht wird eine Dosis von 1 g Ceftriaxon empfohlen.
Es wird die Gabe von Doxycyclin 100 mg oral zweimal täglich für 7 Tage empfohlen. Azithromycin 1 g oral als Einmaldosis gilt nur noch als Alternative bei Schwangerschaft oder mangelnder Adhärenz.
Laut Leitlinie gibt es keine sichere und wirksame Alternative zu Penicillin in der Schwangerschaft. Es wird dringend empfohlen, eine Penicillin-Desensibilisierung durchzuführen und anschließend mit Benzathin-Penicillin G zu behandeln.
Eine Testung wird bei Männern mit rezidivierender oder persistierender nicht-gonorrhoischer Urethritis (NGU) empfohlen. Bei Frauen sollte sie bei rezidivierender Zervizitis oder Pelvic Inflammatory Disease (PID) erwogen werden.
Die Leitlinie empfiehlt für Frauen eine Therapie mit Metronidazol 500 mg oral zweimal täglich für 7 Tage. Die früher empfohlene Einmaldosis von 2 g wird für Frauen aufgrund höherer Rezidivraten nicht mehr als Erstlinientherapie empfohlen.
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Quelle: StatPearls: HIV-1–Associated Opportunistic Infections (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
CDC STI Treatment Guidelines 2021
Guidelines for the management of symptomatic sexually transmitted infections
Recommendations for the treatment of Trichomonas vaginalis, Mycoplasma genitalium, Candida albicans, bacterial vaginosis and human papillomavirus (anogenital warts)
Updated recommendations for the treatment of Neisseria gonorrhoeae, Chlamydia trachomatis, and Treponema pallidum (syphilis) and new recommendations on syphilis testing and partner services
WHO consolidated operational handbook on sexually transmitted infections
Guidelines for the management of asymptomatic sexually transmitted infections
USPSTF: STIs: Chlamydia and Gonorrhea Screening (Grade B)
Guidelines for Prevention and Treatment of Opportunistic Infections in HIV
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