StatPearls2026

Chlamydia trachomatis: Diagnostik und Therapie (StatPearls)

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Chlamydien-Infektionen, ausgelöst durch das Bakterium Chlamydia trachomatis, stellen weltweit die häufigste sexuell übertragbare bakterielle Infektion dar. Die Erreger werden in verschiedene Serovare unterteilt, die unterschiedliche Krankheitsbilder wie urogenitale Infektionen, Trachom oder Lymphogranuloma venereum (LGV) verursachen.

Ein Großteil der urogenitalen Infektionen verläuft asymptomatisch, was die unbemerkte Weitergabe begünstigt. Unbehandelt kann die Erkrankung bei Frauen zu schweren Komplikationen wie der Beckenentzündung (Pelvic Inflammatory Disease, PID), Infertilität und ektopen Schwangerschaften führen.

Bei Neugeborenen infizierter Mütter besteht das Risiko einer Übertragung während der vaginalen Geburt. Dies kann sich in den ersten Lebenswochen in Form einer neonatalen Konjunktivitis oder einer Pneumonie manifestieren.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte zur klinischen Versorgung:

Screening und Diagnostik

Es wird auf die Empfehlung der USPSTF verwiesen, ein regelmäßiges Screening für alle sexuell aktiven Frauen bis zum Alter von 24 Jahren sowie für ältere Frauen mit erhöhtem Risiko durchzuführen.

Als Goldstandard für die Diagnostik urogenitaler Infektionen wird der Nukleinsäure-Amplifikations-Test (NAAT) empfohlen. Dabei gelten folgende Präferenzen:

  • Bei Frauen wird primär ein Vaginalabstrich empfohlen.

  • Bei Männern gilt Erststrahlurin als bevorzugtes Probenmaterial.

  • Es wird angeraten, parallel auf andere sexuell übertragbare Erkrankungen wie Gonorrhö, Syphilis und HIV zu testen.

Therapieprinzipien und Partnermanagement

Das primäre Ziel der Behandlung ist die Prävention von Komplikationen und die Unterbrechung der Infektionskette. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Mitbehandlung von Sexualpartnern.

  • Patienten sollten angewiesen werden, bis eine Woche nach Therapiebeginn auf sexuelle Aktivitäten zu verzichten.

  • Ein Test zur Überprüfung des Heilungserfolgs wird drei Wochen nach Therapieende empfohlen.

  • Eine erneute Testung auf Reinfektion sollte nach drei Monaten erfolgen.

Dosierung

Die Leitlinie zitiert die WHO-Empfehlungen zur antibiotischen Therapie von Chlamydien-Infektionen:

IndikationBevorzugte TherapieAlternative Therapie
Unkomplizierte urogenitale InfektionAzithromycin 1000 mg p.o. (Einmaldosis) ODER Doxycyclin 100 mg p.o. (2x täglich für 7 Tage)Tetracyclin, Erythromycin oder Ofloxacin (jeweils für 7 Tage)
Anorektale InfektionDoxycyclin 100 mg p.o. (2x täglich für 7 Tage)Azithromycin 1 g p.o. (Einmaldosis)
SchwangerschaftAzithromycin 1 g p.o. (Einmaldosis)Amoxicillin oder Erythromycin (jeweils für 7 Tage)
Lymphogranuloma venereum (LGV)Doxycyclin 100 mg p.o. (2x täglich für 21 Tage)Azithromycin 1 g p.o. (wöchentlich für 3 Wochen)
Neugeborene (Konjunktivitis/Pneumonie)Erythromycin 50 mg/kg p.o. (in 4 Einzeldosen für 14 Tage)Azithromycin 20 mg/kg p.o. (täglich für 3 Tage)

Für die okuläre Prophylaxe bei Neugeborenen wird die topische Anwendung von Tetracyclin 1%, Erythromycin 0.5%, Povidon-Iod 2.5%, Silbernitrat 1% oder Chloramphenicol 1% unmittelbar nach der Geburt in beide Augen empfohlen.

Kontraindikationen

Die Leitlinie weist ausdrücklich darauf hin, dass Doxycyclin während der Schwangerschaft kontraindiziert ist.

Bei der Behandlung von Neugeborenen mit Makroliden (Azithromycin und Erythromycin) wird vor einem erhöhten Risiko für eine infantile hypertrophe Pylorusstenose gewarnt. Dies betrifft insbesondere Säuglinge in den ersten zwei Lebenswochen.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Therapie von Neugeborenen mit Erythromycin oder Azithromycin wird ein wachsames klinisches Monitoring auf Zeichen einer intestinalen Obstruktion empfohlen, da diese Antibiotika mit einer infantilen hypertrophen Pylorusstenose assoziiert sind. Zudem wird betont, dass bei persistierenden Symptomen nach einer Therapie primär an eine Koinfektion oder Reinfektion durch unbehandelte Partner gedacht werden sollte, da ein echtes Therapieversagen bei der Erstlinientherapie sehr selten ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls gilt der Nukleinsäure-Amplifikations-Test (NAAT) als Goldstandard. Bei Frauen wird hierfür ein Vaginalabstrich und bei Männern Erststrahlurin als Probenmaterial bevorzugt.

Die Leitlinie empfiehlt primär eine Einmaldosis von 1000 mg Azithromycin oral oder die Gabe von 100 mg Doxycyclin zweimal täglich über sieben Tage. Bei Verdacht auf mangelnde Therapieadhärenz wird die Einmaldosis Azithromycin unter direkter Beobachtung bevorzugt.

In der Schwangerschaft wird Azithromycin als Therapie der Wahl empfohlen. Doxycyclin ist in dieser Patientengruppe kontraindiziert.

Es wird empfohlen, drei Wochen nach Abschluss der Behandlung einen Test zur Überprüfung des Heilungserfolgs durchzuführen. Eine weitere Kontrolluntersuchung auf eine mögliche Reinfektion ist nach drei Monaten indiziert.

Eine Übertragung während der Geburt manifestiert sich meist als Konjunktivitis oder Pneumonie. Die Pneumonie tritt typischerweise zwischen der 4. und 12. Lebenswoche auf und ist oft durch einen stakkatoartigen Husten ohne hohes Fieber gekennzeichnet.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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