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WHO2025

Asymptomatische STI: WHO-Leitlinie 2025

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein Screening auf N. gonorrhoeae und C. trachomatis wird für Schwangere in Hochprävalenzsettings (ab 10 % kombinierter Prävalenz) empfohlen.
  • Bei Jugendlichen (10-24 Jahre) wird ein Screening ab einer Prävalenz von 15-20 % empfohlen, wobei junge Frauen priorisiert werden sollten.
  • Für Sexarbeitende und MSM wird ein routinemäßiges Screening (mindestens jährlich oder alle 6 Monate) empfohlen.
  • Als Testverfahren eignen sich NAAT oder Schnelltests mit einer Sensitivität von mindestens 80 % und Spezifität von 90 %.
  • Sexualpartner von positiv getesteten Personen müssen ebenfalls getestet und bei positivem Befund behandelt werden.
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Hintergrund

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) wie Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae verursachen weltweit erhebliche Morbidität. Eine besondere Herausforderung ist der hohe Anteil asymptomatischer Verläufe: Bei Frauen verlaufen zervikale Infektionen in 50–97 % der Fälle asymptomatisch. An extragenitalen Lokalisationen (anorektal, oropharyngeal) fehlen Symptome sogar in bis zu 85 % der Fälle. Unbehandelt können diese Infektionen zu schwerwiegenden Komplikationen wie Beckenentzündungen (PID), Infertilität, ektopen Schwangerschaften und einer erhöhten HIV-Transmission führen. Die WHO-Leitlinie (2025) fokussiert sich auf das Screening dieser asymptomatischen Infektionen.

Zielgruppen und Empfehlungen zum Screening

Die Empfehlungen basieren auf der kombinierten Prävalenz von N. gonorrhoeae und C. trachomatis auf Populationsebene, nicht auf einer individuellen Risikobewertung.

ZielgruppePrävalenz-SchwellenwertEmpfehlungEmpfehlungsgrad
SchwangereHoch (ca. ≥ 10 %)Screening bei Routine-VorsorgeuntersuchungenBedingte Empfehlung
Jugendliche (10–24 J.)Hoch (ca. 15–20 %)Screening bei Inanspruchnahme von GesundheitsleistungenBedingte Empfehlung
SexarbeitendeUnabhängig vom SchwellenwertRoutinemäßiges Screening (mind. jährlich oder alle 6 Monate)Bedingte Empfehlung
MSMUnabhängig vom SchwellenwertRoutinemäßiges Screening (mind. jährlich oder alle 6 Monate)Bedingte Empfehlung

Hinweis zu Jugendlichen: Bei begrenzten Ressourcen sollten heranwachsende Mädchen und junge Frauen priorisiert werden.

Anforderungen an die Testverfahren

Für das Screening asymptomatischer Personen definiert die WHO klare Mindestanforderungen an die Diagnostik:

  • Molekulare Assays: Qualitätsgesicherte Nukleinsäure-Amplifikations-Tests (NAAT) gelten als Goldstandard.
  • Schnelltests (Point-of-Care): Müssen eine Sensitivität von mindestens 80 % und eine Spezifität von mindestens 90 % aufweisen.
  • Probenpooling: Bei Sexarbeitenden und MSM kann das Pooling von Proben verschiedener anatomischer Lokalisationen (je nach Sexualverhalten) die Kosten senken und die Ausbeute erhöhen.

Therapie und Partnermanagement

  • Therapie: Die Behandlung von N. gonorrhoeae und/oder C. trachomatis erfolgt auf Basis der nationalen Behandlungsrichtlinien nach einem positiven, qualitätsgesicherten Testergebnis.
  • Partnermanagement: Sexualpartner von positiv getesteten Personen müssen zwingend ebenfalls getestet und bei positivem Befund behandelt werden.
  • Freiwilligkeit: Das Screening muss stets freiwillig und nach informierter Einwilligung (Informed Consent) erfolgen.

Syphilis-Screening (Bestehende Empfehlungen)

Zusätzlich zum Screening auf Gonorrhö und Chlamydien bekräftigt die WHO bestehende Empfehlungen zur Syphilis-Diagnostik:

ZielgruppeEmpfehlungEmpfehlungsgrad
SchwangereScreening aller Schwangeren, idealerweise beim ersten VorsorgeterminStarke Empfehlung
MSM / Trans-PersonenPeriodisches serologisches ScreeningStarke Empfehlung
SexarbeitendePeriodisches serologisches ScreeningBedingte Empfehlung

💡Praxis-Tipp

Setzen Sie bei asymptomatischen Personen bevorzugt molekulare Tests (NAAT) ein. Denken Sie bei jedem positiven Befund zwingend an die Partnerdiagnostik und -mitbehandlung, um Infektionsketten zu durchbrechen.

Häufig gestellte Fragen

Die WHO empfiehlt qualitätsgesicherte molekulare Assays (NAAT) oder Schnelltests mit einer Sensitivität von mindestens 80 % und einer Spezifität von mindestens 90 %.
Ein routinemäßiges Screening sollte bei diesen Personengruppen mindestens jährlich oder alle 6 Monate erfolgen.
Ein Screening wird in Settings empfohlen, in denen die kombinierte Prävalenz von Gonorrhö und Chlamydien bei etwa 10 % oder höher liegt.
Besonders extragenitale Infektionen (pharyngeal und anorektal) verlaufen in bis zu 85 % der Fälle asymptomatisch. Bei Frauen sind zudem 50-97 % der zervikalen Infektionen symptomlos.

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