IQWiG2022

Upadacitinib (Colitis ulcerosa): Dosierung & Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG aus dem Jahr 2022 bewertet den Zusatznutzen von Upadacitinib. Der Wirkstoff wird zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa bei erwachsenen Personen eingesetzt.

Die Zielgruppe umfasst Betroffene, die auf eine konventionelle Therapie oder ein Biologikum unzureichend angesprochen haben. Ebenso eingeschlossen sind Personen mit einem Wirkverlust oder einer Unverträglichkeit gegenüber diesen Vortherapien.

Die Bewertung unterscheidet zwei Fragestellungen basierend auf der Vorbehandlung. Fragestellung 1 betrachtet die konventionell vorbehandelte Gruppe, während Fragestellung 2 Personen mit vorheriger Biologika-Therapie adressiert.

Empfehlungen

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Laut Bericht richtet sich die Vergleichstherapie nach der jeweiligen Vorbehandlung:

  • Bei Versagen konventioneller Therapien: Ein TNF-α-Antagonist (Adalimumab, Infliximab, Golimumab), Vedolizumab oder Ustekinumab.

  • Bei Versagen von Biologika: Ein Wechsel auf Vedolizumab, Tofacitinib, Ustekinumab oder einen TNF-α-Antagonisten.

Bewertung der Studiendaten

Der pharmazeutische Unternehmer legte einen adjustierten indirekten Vergleich vor. Dabei wurden die Studien U-ACHIEVE und U-ACCOMPLISH (Upadacitinib) mit der Studie UNIFI (Ustekinumab) über den Brückenkomparator Placebo verglichen.

Das Institut bewertet diesen indirekten Vergleich als ungeeignet. Es wird bemängelt, dass keine separaten Auswertungen für die beiden Fragestellungen (Vorbehandlung) vorgelegt wurden.

Zudem wird eine fehlende Ähnlichkeit der Studienpopulationen kritisiert. Dies betrifft insbesondere Unterschiede bei der Krankheitsschwere und den Einschränkungen bei der Begleitmedikation mit Immunsuppressiva.

Ergebnis zum Zusatznutzen

Aufgrund der ungeeigneten Datenlage ergibt sich laut Bewertung kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen. Der Zusatznutzen von Upadacitinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie gilt somit für beide Fragestellungen als nicht belegt.

Dosierung

Der Bericht zitiert die Fachinformation hinsichtlich der Dosierung von Upadacitinib bei Colitis ulcerosa. Die Tabletten sind einmal täglich im Ganzen und unabhängig von den Mahlzeiten einzunehmen.

TherapiephaseStandarddosisAlternative Dosis / Besondere Gruppen
Induktion (Woche 1-8)45 mg 1-mal täglichVerlängerung um weitere 8 Wochen bei unzureichendem Nutzen möglich
Erhaltungstherapie15 mg 1-mal täglich30 mg 1-mal täglich bei hoher Krankheitslast oder nach 16-wöchiger Induktion
Alter ab 65 Jahre15 mg 1-mal täglich (Erhaltung)Keine abweichende Induktionsdosis genannt
Mit starken CYP3A4-Inhibitoren30 mg 1-mal täglich (Induktion)15 mg 1-mal täglich (Erhaltung)

Es wird empfohlen, die Behandlung abzusetzen, wenn nach 16 Wochen keine Anzeichen für einen therapeutischen Nutzen vorliegen. Zudem sollte laut Fachinformation stets die niedrigste wirksame Erhaltungsdosis angestrebt werden.

Kontraindikationen

Gemäß den im Bericht zitierten Angaben der Fachinformation gelten folgende Kontraindikationen für Upadacitinib:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile

  • Aktive Tuberkulose oder aktive schwerwiegende Infektionen

  • Schwere Leberinsuffizienz

  • Schwangerschaft

Zudem wird vor dem Einsatz bei bestimmten Laborwertabweichungen gewarnt. Die Therapie darf nicht begonnen werden bei einer absoluten Lymphozytenzahl < 0,5 x 10^9 Zellen/l, einer absoluten Neutrophilenzahl < 1 x 10^9 Zellen/l oder einem Hämoglobin-Wert < 8 g/dl.

Weitere Warnhinweise betreffen das Risiko für tiefe Venenthrombosen (TVT) und Lungenembolien (LE). Bei Personen mit hohem Risiko für diese Ereignisse wird eine vorsichtige Anwendung empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut den zitierten Fachinformationen ist vor dem Therapiestart mit Upadacitinib zwingend ein Tuberkulose-Screening durchzuführen. Bei Personen mit unbehandelter latenter Tuberkulose wird eine vorherige Anti-Tuberkulose-Therapie empfohlen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Kombination mit anderen potenten Immunsuppressiva (wie Azathioprin oder Ciclosporin) nicht empfohlen wird, da das Risiko einer zusätzlichen Immunsuppression nicht ausgeschlossen werden kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung ist ein Zusatznutzen von Upadacitinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Die vorgelegten Daten aus indirekten Vergleichen wurden als methodisch ungeeignet eingestuft.

Die empfohlene Induktionsdosis beträgt 45 mg einmal täglich für 8 Wochen. Für die Erhaltungstherapie werden je nach Krankheitslast 15 mg oder 30 mg einmal täglich empfohlen.

Gemäß den zitierten Angaben sollte das Medikament abgesetzt werden, wenn nach 16 Wochen Behandlung keine Anzeichen für einen therapeutischen Nutzen erkennbar sind. Auch bei Auftreten einer schwerwiegenden Infektion ist die Therapie zu unterbrechen.

Es wird eine Kontrolle von Neutrophilen, Lymphozyten, Hämoglobin, Lebertransaminasen und Lipiden empfohlen. Bei stark erniedrigten Blutzellreihen (z.B. Hämoglobin < 8 g/dl) darf die Therapie nicht begonnen werden.

Nein, die Anwendung von Upadacitinib ist während der Schwangerschaft streng kontraindiziert. Auch in der Stillzeit sollte das Medikament laut Bericht nicht angewendet werden.

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Quelle: IQWiG A22-91: Upadacitinib (Colitis ulcerosa) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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