Typ B Aortendissektion: Diagnostik, Therapie und TEVAR
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie der Typ B Aortendissektion. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einem Einriss der Intima in der Aorta descendens, was zur Bildung eines falschen Lumens führt.
Als dominanter Risikofaktor gilt die arterielle Hypertonie, gefolgt von Rauchen und genetischen Prädispositionen wie dem Marfan-Syndrom. Bei jüngeren Betroffenen sollte laut Leitlinie auch an einen möglichen Substanzabusus, insbesondere Kokain, gedacht werden.
Der zeitliche Verlauf der Erkrankung wird wie folgt klassifiziert:
| Einteilung | Zeit nach Beginn der Symptome |
|---|---|
| Akut | 1 bis 14 Tage |
| Subakut | 15 bis 90 Tage |
| Chronisch | Über 90 Tage |
Zudem ist die klinische Unterscheidung zwischen einer unkomplizierten und einer komplizierten Dissektion entscheidend für die Therapiewahl. Eine komplizierte Dissektion liegt beispielsweise bei einer Malperfusion von Organen oder einer drohenden Ruptur vor.
💡Praxis-Tipp
Ein unauffälliges EKG oder Röntgen-Thorax schließt eine Aortendissektion nicht aus. Die Leitlinie warnt zudem davor, sich bei der Diagnostik ausschließlich auf den D-Dimer-Test zu verlassen, da dieser zwar sensitiv, aber wenig spezifisch ist. Es wird empfohlen, den D-Dimer-Wert immer in Kombination mit dem klinischen Aortic Dissection Detection Risk Score (ADD-RS) zu bewerten, um unnötige CT-Untersuchungen zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie gilt eine Dissektion als kompliziert, wenn eine Malperfusion von Organen oder Extremitäten, eine Ruptur oder ein Schock vorliegt. Auch refraktäre Schmerzen, ein medikamentös nicht einstellbarer Blutdruck oder eine schnelle Expansion des Aortendurchmessers zählen zu den Komplikationskriterien.
Es wird eine rasche Senkung auf einen systolischen Zielblutdruck von 100 bis 120 mmHg empfohlen. Gleichzeitig sollte die Herzfrequenz auf unter 60 Schläge pro Minute reduziert werden, um den Wandstress der Aorta zu minimieren.
Bei unkomplizierten Verläufen wird primär konservativ behandelt. Weist die erkrankte Person jedoch Hochrisikomerkmale auf, wie einen Aortendurchmesser von über 40 mm beim Primärereignis, sollte gemäß Leitlinie eine endovaskuläre Versorgung (TEVAR) im subakuten Stadium erwogen werden.
Die Leitlinie empfiehlt die umgehende Anlage einer Liquordrainage mit einem Zieldruck von unter 10 mmHg. Zudem soll der arterielle Mitteldruck auf 80 bis 100 mmHg und der Hämoglobinwert auf 10 g/dl angehoben werden, um die Perfusion des Rückenmarks zu verbessern.
In der chronischen Phase und während der Rehabilitation wird ein Ruheblutdruck von unter 140/90 mmHg angestrebt. Optimalerweise sollten Werte von unter 130/80 mmHg erreicht werden, bevorzugt durch den Einsatz von Beta-Blockern.
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Quelle: Typ B Aortendissektion (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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