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pAVK Diagnostik & Therapie: S3-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Der Begriff CLI (critical limb ischemia) wird durch CLTI (chronic limb-threatening ischemia) ersetzt.
  • Basisdiagnostik umfasst Inspektion, Palpation, Auskultation und die Bestimmung des Knöchel-Arm-Index (ABI ≤ 0,9 beweist pAVK).
  • Bei Claudicatio (Stadium II) ist initial ein strukturiertes Gehtraining (SET) kombiniert mit Best Medical Therapy (BMT) für 3-6 Monate empfohlen.
  • Symptomatische Patienten benötigen eine Thrombozytenaggregationshemmung (Clopidogrel ist ASS überlegen) oder eine Dual-Pathway-Inhibition (ASS + Rivaroxaban).
  • Die farbkodierte Duplexsonografie (FKDS) ist die bildgebende Methode der ersten Wahl.
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Hintergrund

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine chronische Durchblutungsstörung, die in 95 % der Fälle durch Atherosklerose bedingt ist. Die Prävalenz steigt altersabhängig an (ab 70 Jahren 15-20 %). Es besteht ein hohes Kreuzrisiko für andere kardiovaskuläre Ereignisse (koronare Herzerkrankung, Herzinsuffizienz). Der Begriff der kritischen Ischämie (CLI) wurde durch CLTI (chronic limb-threatening ischemia) ersetzt, um das Amputationsrisiko stärker in den Fokus zu rücken.

Die Stadieneinteilung erfolgt klinisch nach Fontaine oder Rutherford:

Fontaine StadiumRutherford KategorieKlinisches Bild
I0asymptomatisch
II a1leichte Claudicatio (Gehstrecke > 200 m)
II b2, 3mäßige bis schwere Claudicatio (Gehstrecke < 200 m)
III4ischämischer Ruheschmerz
IV5, 6Ulkus, Gangrän (klein- bis großflächige Nekrose)

Diagnostik

Bei klinischem Verdacht auf eine CLTI soll unverzüglich eine weitere Diagnostik eingeleitet werden.

  • Basisuntersuchung: Inspektion (Haut, Interdigitalräume), seitenvergleichende Palpation (Pulse), Auskultation und ggf. Ratschow-Test.
  • Knöchel-Arm-Index (ABI): Gilt als beweisend für eine pAVK bei Werten ≤ 0,9. Bei Werten > 1,3 besteht Verdacht auf Mediasklerose (häufig bei Diabetes mellitus).
  • Zehen-Arm-Index (TBI): Soll bei nicht plausiblen ABI-Werten oder ABI > 1,3 gemessen werden. Ein TBI ≤ 0,7 ist pathologisch.
  • WIfI-Score: Zur Abschätzung des Amputationsrisikos bei CLTI. Berücksichtigt Wunde (W), Ischämie (I) und Fußinfektion (fI).
ABI-WertSchweregrad der pAVK
> 1,3Verdacht auf Mediasklerose (falsch hohe Werte)
> 0,9Normalbefund
0,75 - 0,9leichte pAVK
0,5 - < 0,75mittelschwere pAVK
< 0,5schwere pAVK (kritische Ischämie)

Bildgebung

Die farbkodierte Duplexsonografie (FKDS) soll als Methode der ersten Wahl zur Abklärung eingesetzt werden. Sind die Befunde bei gegebener Therapieindikation nicht eindeutig, sollen CTA oder MRA ergänzt werden.

Konservative Therapie

Allen Patienten im Stadium II (Claudicatio) soll als Initial-Therapie ein strukturiertes Gehtraining (SET) in Kombination mit Best Medical Therapy (BMT) für mindestens 3-6 Monate empfohlen werden.

TherapiebereichEmpfehlung
LipidsenkungHigh-Intensity-Statine (Atorvastatin/Rosuvastatin). Ziel-LDL: < 55 mg/dl und ≥ 50 % Senkung des Ausgangswertes.
ThrombozytenhemmungBei symptomatischer pAVK indiziert. Clopidogrel ist ASS überlegen. Asymptomatische Patienten benötigen keine routinemäßige Gabe.
Dual-PathwayBei stabilen symptomatischen Patienten (oder nach operativer Revaskularisation) sollte eine Kombination aus ASS 100 mg + Rivaroxaban 2x 2,5 mg erwogen werden (Blutungsrisiko beachten).

Revaskularisierende Therapie

Die Einteilung nach TASC-Klassifikation wurde verlassen. Die Therapieentscheidung basiert auf klinischen Stadien, Gefäßmorphologie und Patientenrisiko.

  • Stadium II (Claudicatio): Revaskularisation nur erwägen bei Stagnation oder Verschlechterung nach 3-6 Monaten SET + BMT. Ausführliche Aufklärung über Risiken (z.B. Progression zur CLTI) ist zwingend.
  • Stadium III-IV (CLTI): Eine generelle "endovascular first" oder "bypass first" Strategie kann nicht empfohlen werden. Die Entscheidung erfordert einen interdisziplinären Konsens unter Berücksichtigung von Venenverfügbarkeit, Komorbiditäten und Läsionskomplexität.

💡Praxis-Tipp

Bei Patienten mit Diabetes mellitus und einem ABI > 1,3 liegt häufig eine Mediasklerose vor, die falsch-hohe Werte liefert. Bestimmen Sie in diesen Fällen immer den Zehen-Arm-Index (TBI) oder nutzen Sie die Oszillografie.

Häufig gestellte Fragen

CLTI (chronic limb-threatening ischemia) ersetzt den Begriff CLI (critical limb ischemia), um den Fokus stärker auf das Amputationsrisiko und die Pathogenese zu legen.
Ein ABI-Wert von ≤ 0,9 gilt als beweisend für das Vorliegen einer relevanten pAVK. Der Wert wird aus dem niedrigsten Knöchelarteriendruck berechnet.
Erst nach einer 3- bis 6-monatigen konservativen Therapie (strukturiertes Gehtraining und Best Medical Therapy), wenn diese zu keiner Besserung führt oder die Symptomatik stagniert.
Die farbkodierte Duplexsonografie (FKDS) ist die Methode der ersten Wahl. CTA oder MRA sollten nur bei unklaren Befunden ergänzt werden.
Symptomatische Patienten erhalten ASS oder Clopidogrel (Clopidogrel ist überlegen). Bei stabilen Patienten kann eine Dual-Pathway-Inhibition (ASS + Low-Dose Rivaroxaban) erwogen werden.

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