Thermische Verletzungen: Volumengabe und Wundversorgung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie S2k befasst sich mit der interdisziplinären Behandlung thermischer Verletzungen bei Erwachsenen. Diese zählen zu den schwersten Traumata und erfordern eine hochspezialisierte, multiprofessionelle Versorgung.

Die Prognose von Brandverletzten hängt maßgeblich vom Ausmaß und der Tiefe der Verbrennung sowie von Begleiterkrankungen ab. Zur Abschätzung des Mortalitätsrisikos wird laut Leitlinie der ABSI-Score (Abbreviated Burn Severity Index) empfohlen.

Die Inzidenz schwerer Verbrennungen liegt bei 1/50.000 bis 1/60.000 Einwohnern pro Jahr. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen, wobei die meisten Unfälle im häuslichen Umfeld passieren.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler in der Initialphase ist die unkritische Überinfusion von kristalloiden Lösungen, welche das Risiko für ein abdominelles Kompartmentsyndrom und eine erhöhte Letalität drastisch steigert. Die Leitlinie betont, dass die Volumentherapie streng bedarfsadaptiert erfolgen muss und Zielparameter wie die Urinproduktion (0,3 bis 0,5 ml/kgKG/h) engmaschig zu überwachen sind. Zudem wird davor gewarnt, Patienten mit alleinigem Verdacht auf ein Inhalationstrauma ohne respiratorische Insuffizienz prophylaktisch zu intubieren.

Häufig gestellte Fragen

Zur primären Kalkulation in der Schockphase empfiehlt die Leitlinie die Parkland-Formel (4 ml/kgKG/% VKOF in 24 h) oder die modifizierte Brooke-Formel. Die Hälfte der errechneten Menge sollte innerhalb der ersten 8 Stunden nach dem Unfallzeitpunkt appliziert werden.

Es wird der Einsatz von plasmaadaptierten, balancierten Ringeracetat-Lösungen empfohlen. Von der Verwendung von Ringerlaktat sowie künstlichen Kolloiden wie HES wird laut Leitlinie abgeraten.

Eine stationäre Behandlung in einem Zentrum wird unter anderem bei zweitgradigen Verbrennungen ab 10 Prozent Körperoberfläche sowie bei allen drittgradigen Verbrennungen empfohlen. Ebenso stellen Verbrennungen an Händen, Gesicht, Genitalien, Stromunfälle und Inhalationstraumata eine absolute Verlegungsindikation dar.

Bei klinischem Verdacht und pulmonalen Einschränkungen sollte eine fiberoptische Bronchoskopie zur Abschätzung der Schwere erfolgen. Eine routinemäßige Intubation allein aufgrund des Verdachts wird von der Leitlinie nicht empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt das sofortige Entfernen der Kleidung und eine gründliche Spülung mit Wasser für mindestens 20 Minuten. Bei speziellen Substanzen wie Flusssäure wird zusätzlich die lokale Behandlung mit Calciumglukonat-Gel angeraten.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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