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Hypertrophe Narben & Keloide: Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Hypertrophe Narben und Keloide erfordern unterschiedliche Therapieansätze, wobei Keloide über die ursprüngliche Läsion hinauswachsen.
  • Die streng intraläsionale Injektion von Glukokortikosteroiden (Triamcinolon) ist eine stark empfohlene Basistherapie, oft kombiniert mit Kryochirurgie.
  • Die chirurgische Exzision von Keloiden darf niemals als Monotherapie erfolgen, da die Rezidivrate bei bis zu 100 % liegt.
  • Eine adjuvante Strahlentherapie (bevorzugt HDR-Brachytherapie) sollte nach einer Keloidexzision optimalerweise innerhalb von 7 Stunden erfolgen.
  • Lasertherapien (z. B. Farbstofflaser) eignen sich besonders zur Erythemreduktion bei frischen, vaskularisierten Narben.
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Hintergrund

Hypertrophe Narben (HTN) und Keloide sind gutartige, fibroproliferative Hauterkrankungen. Die Behandlungsbedürftigkeit ergibt sich aus Symptomen wie Juckreiz und Schmerz, funktionellen Einschränkungen (z. B. Kontrakturen) sowie ästhetischen Beeinträchtigungen. Für eine erfolgreiche Therapie ist die klinische Unterscheidung der beiden Entitäten essenziell.

MerkmalHypertrophe NarbeKeloid
AusdehnungAuf ursprüngliche Verletzung beschränktWächst über ursprüngliche Läsion hinaus
Auftreten< 6 Monate nach Verletzung> 6 Monate nach Verletzung
RückbildungHäufigNein
LokalisationGesamtes IntegumentGesamtes Integument, häufig Ohrläppchen, Sternum, Nacken
GenetikKeine Prädisposition bekanntGenetische Prädisposition vorhanden

Therapieziele und Erfolgsbewertung

Die Therapieziele orientieren sich an den Beschwerden des Patienten. Nach 3-6 Behandlungen bzw. Monaten sollte eine deutliche Besserung eintreten (z. B. Volumenreduktion 30-50 %, Symptomreduktion > 50 %). Bleibt der Erfolg aus, wird eine Modifikation der Behandlungsstrategie stark empfohlen.

Konservative und Medikamentöse Therapie

Oft ist eine Kombination verschiedener Behandlungsmethoden erforderlich, da keine Methode in allen Fällen standardisiert zum Erfolg führt.

TherapieIndikation / EmpfehlungBemerkung
Glukokortikoide (TAC)Stark empfohlen (intraläsional)Oft kombiniert mit Kryochirurgie. Topische Anwendung als Creme wird nicht empfohlen.
KryochirurgieStark empfohlenFührt zu Ischämie. Kombi mit TAC erleichtert Injektion.
DruckbehandlungEmpfohlen bei großflächigen HTN20-30 mmHg für 6-24 Monate. Hohe Adhärenz nötig.
Silikon / ZwiebelextraktKann erwogen werdenZur Prophylaxe oder als Zusatztherapie. Schwache Evidenz.
5-Fluorouracil (5-FU)Empfohlen bei resistenten KeloidenOff-label. Intraläsional, oft in Kombi mit TAC (Verhältnis 9:1 oder 3:1).

Apparative und Chirurgische Therapie

Die chirurgische Intervention erfordert insbesondere bei Keloiden höchste Vorsicht, da das Operationstrauma selbst einen Trigger für erneutes, oft überschießendes Narbenwachstum darstellt.

VerfahrenEinsatzgebietWichtige Hinweise
Chirurgie (Keloide)TherapieversagenMonotherapie stark nicht empfohlen! Zwingend adjuvante Therapie nötig. Extramarginale Exzision (R0) stark empfohlen.
StrahlentherapieAdjuvant nach Keloid-OPBevorzugt HDR-Brachytherapie. Optimal innerhalb von 7h post-op (Rezidivrate sinkt auf ca. 2,3 %).
Farbstofflaser (PDL)ErythemreduktionEmpfohlen bei frischen, geröteten Narben.
Ablativer Laser (AFXL)HTN (z.B. nach Verbrennung)Bei aktiven Keloiden nicht empfohlen.
MicroneedlingHTN (z.B. nach Verbrennung)Bei Keloiden nicht empfohlen.

Spezifische Hinweise zur Injektionstherapie

Am häufigsten wird Triamcinolonacetonid (TAC) in einer Dosierung von 10-40 mg (maximal 5 mg/cm2) injiziert. Die Injektion muss streng intraläsional erfolgen. Ein Blanching-Effekt (Abblassen) zeigt den Endpunkt der Infiltration an. Eine oberflächliche Vereisung (Kryochirurgie) unmittelbar vor der Injektion erzeugt ein Ödem, welches die nachfolgende Injektion in das derbe Gewebe erleichtert und Schmerzen lindert.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie bei Keloiden niemals eine chirurgische Exzision als Monotherapie durch, da dies fast unweigerlich zu einem noch größeren Rezidiv führt. Planen Sie immer eine adjuvante Behandlung (z. B. HDR-Brachytherapie innerhalb von 7 Stunden postoperativ) ein.

Häufig gestellte Fragen

Hypertrophe Narben bleiben auf das Gebiet der ursprünglichen Verletzung beschränkt und können sich spontan zurückbilden. Keloide wachsen über die ursprüngliche Läsion hinaus und bilden sich nicht von selbst zurück.
Triamcinolon (TAC) wird streng intraläsional injiziert, bis ein Blanching-Effekt (Abblassen) auftritt. Eine rein topische Anwendung als Creme oder Salbe wird laut Leitlinie nicht empfohlen.
Nur nach Versagen konservativer Therapien und zwingend in Kombination mit einer adjuvanten Therapie (z. B. Strahlentherapie oder intraläsionale TAC-Injektionen), da sonst extrem hohe Rezidivraten (bis zu 100 %) drohen.
Die Evidenz ist schwach, sie können jedoch zur postoperativen Prophylaxe oder als Zusatztherapie bei aktiven hypertrophen Narben erwogen werden.
Der Farbstofflaser (PDL) wird zur Erythemreduktion bei frischen, geröteten Narben empfohlen. Fraktionierte ablative Laser eignen sich für hypertrophe Narben (z. B. nach Verbrennungen), werden bei aktiven Keloiden jedoch nicht empfohlen.

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