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Supraventrikuläre Tachykardien (SVT): Akutbehandlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Supraventrikuläre Tachykardien (SVT) umfassen Rhythmusstörungen mit einer atrialen Frequenz von über 100 Schlägen pro Minute, deren Ursprung im His-Bündel oder im atrialen Gewebe liegt. Die DGK-Pocket-Leitlinie (2019), welche auf der ESC-Leitlinie basiert, bietet evidenzbasierte Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen.

Zu den SVT zählen unter anderem die Sinustachykardie, fokale atriale Tachykardien (FAT), Vorhofflattern sowie atrioventrikuläre Reentrytachykardien (AVNRT und AVRT). Für das klinische Management ist die elektrokardiographische Unterscheidung zwischen Schmal- und Breitkomplextachykardien von zentraler Bedeutung.

Ein wesentlicher Aspekt der modernen SVT-Behandlung ist die zunehmende Relevanz der Katheterablation. Diese bietet bei vielen Reentrytachykardien und fokalen Arrhythmien hohe Erfolgsraten und wird in der Leitlinie häufig als langfristige Erstlinientherapie empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie sollte bei einer Breitkomplextachykardie unbekannter Ätiologie bis zum Beweis des Gegenteils immer von einer ventrikulären Tachykardie (VT) ausgegangen werden. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, in dieser unklaren Situation Verapamil zu verabreichen, da dies bei einer tatsächlichen VT zu einer lebensgefährlichen hämodynamischen Verschlechterung führen kann.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt bei hämodynamisch stabilen Patienten zunächst vagale Manöver, bevorzugt in Rückenlage mit hochgelagerten Beinen. Bei Erfolglosigkeit wird die intravenöse Bolusgabe von 6 bis 18 mg Adenosin empfohlen.

Bei einer symptomatischen, rezidivierenden AV-Knoten-Reentrytachykardie (AVNRT) wird primär eine Katheterablation empfohlen. Diese weist laut Leitlinie eine sehr hohe Erfolgsrate von 97 % bei einem sehr geringen Komplikationsrisiko auf.

Es wird empfohlen, im ersten Trimester der Schwangerschaft möglichst auf jegliche Antiarrhythmika zu verzichten. Bei hämodynamischer Instabilität gilt die elektrische Kardioversion als sichere Methode der Wahl.

Bei asymptomatischen Personen mit Präexzitation, die Hochrisikoberufe ausüben oder Leistungssport betreiben, wird eine elektrophysiologische Untersuchung (EPU) empfohlen. Zeigen sich hierbei Hochrisiko-Merkmale, wird eine Katheterablation angeraten.

Laut Leitlinie wird empfohlen, bei Patienten mit einer verringerten linksventrikulären Ejektionsfraktion und einer erhöhten Herzfrequenz von über 100 Schlägen pro Minute an eine Tachykardie-induzierte Kardiomyopathie zu denken. In diesen Fällen wird eine Katheterablation der zugrundeliegenden Arrhythmie empfohlen.

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Quelle: Pocket-Leitlinie: Supraventrikuläre Tachykardien (Version 2019) (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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