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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Ventrikuläre Arrhythmien & Herztod-Prävention (ESC/DGK)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Laienreanimation und AED-Zugang sind essenziell für das Überleben bei plötzlichem Herzstillstand.
  • Bei erster anhaltender monomorpher VT (SMVT) oder überlebtem Herzstillstand ist eine umfassende Diagnostik (inkl. Echo, MRT, Ischämie-Ausschluss) indiziert.
  • Genetische Tests sollten bei Verdacht auf erbliche Ursachen durch ein multidisziplinäres Team erfolgen.
  • Die Akuttherapie von Breitkomplextachykardien richtet sich nach Hämodynamik und Ursache; i.v. Verapamil ist bei unbekanntem Mechanismus kontraindiziert.
  • ICD-Implantationen erfordern eine Lebenserwartung von > 1 Jahr bei guter Lebensqualität; eine Optimierung der Geräteprogrammierung wird dringend empfohlen.
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Hintergrund

Die Prävention des plötzlichen Herztodes (SCD) und das Management ventrikulärer Arrhythmien (VA) erfordern eine strukturierte Diagnostik und Therapie. Laienreanimation und der öffentliche Zugang zu automatisierten externen Defibrillatoren (AED) werden zur Überlebensverbesserung stark empfohlen (Klasse I).

Diagnostische Evaluation

Die Diagnostik richtet sich nach der klinischen Erstmanifestation. Ein 12-Kanal-EKG und eine Echokardiographie sind bei fast allen Patienten obligatorisch.

Klinisches BildBasis-DiagnostikWeiterführende Diagnostik
NSVT (Zufallsbefund)Anamnese, 12-Kanal-EKG, EchoBei Verdacht auf strukturelle Herzerkrankung (SHD): Ischämiediagnostik, CMR
Erste SMVT12-Kanal-EKG, EchoKoronarangiographie (bei KHK-Verdacht), CMR, ggf. PET-CT/Biopsie
SCA-Überlebende12-Kanal-EKG, Echo, ToxikologieKoronarangiographie, CMR, Provokationstests (z.B. Ajmalin)

Genetische Diagnostik

Genetische Tests werden empfohlen, wenn eine Erkrankung mit genetischer Ursache und SCD-Risiko diagnostiziert wird. Sie sollten von einem multidisziplinären Team durchgeführt werden. Ein hypothesenfreies postmortales Screening nach einem plötzlichen Rhythmustod (SADS) wird nicht empfohlen (Klasse III). Bei Nachweis einer pathogenen Variante (Klasse IV/V) ist ein Kaskadenscreening bei Verwandten indiziert.

Akutbehandlung von Breitkomplextachykardien

Bei hämodynamischer Instabilität ist die sofortige Kardioversion/Defibrillation indiziert. Bei hämodynamisch tolerierten Tachykardien richtet sich die medikamentöse Therapie nach der Ätiologie:

WirkstoffIndikationEvidenz/Bemerkung
VerapamilBekannte faszikuläre VTKlasse I (Kontraindiziert bei unbekanntem Mechanismus!)
BetablockerBekannte Ausflusstrakt-VTKlasse I
Ajmalin / ProcainamidAndere Art oder ungewissKlasse IIa (Ajmalin als in DE verfügbare Alternative)
AmiodaronAndere Art oder ungewissKlasse IIb

Management des elektrischen Sturms

Ein elektrischer Sturm erfordert einen vielschichtigen Ansatz:

  • ICD-Abfrage und Optimierung der Programmierung
  • Tiefe Sedierung / Intubation
  • Amiodaron i.v. und Betablocker
  • Katheterablation bei rezidivierenden Episoden

ICD-Therapie und Langzeitmanagement

Eine ICD-Implantation setzt eine Lebenserwartung von > 1 Jahr bei guter Lebensqualität voraus. Bei unaufhörlichen VA ist eine Implantation kontraindiziert, bis die Arrhythmie kontrolliert ist.

System / MaßnahmeIndikationBemerkung
Transvenöser ICDSekundärprävention bei dokumentiertem VF/VTKlasse I
S-ICDICD-Indikation ohne Bedarf für Pacing/CRT/ATPKlasse IIa
WCDVorübergehende Kontraindikation für ICDKlasse IIa

Optimierung der ICD-Programmierung (Klasse I):

  • Verlängerte Erkennungseinstellungen (6–12 Sekunden oder 30 Intervalle)
  • Langsamste Therapiezone bei Primärprävention auf ≥ 188 bpm programmieren
  • ATP-Therapie in allen Zonen bei Patienten mit SHD
  • Aktivierung von Warnmeldungen für Sondenfehlfunktionen

Spezifische Krankheitsbilder: KHK und ACS

Bei einem akuten Koronarsyndrom (ACS) wird eine prophylaktische Behandlung mit Antiarrhythmika (mit Ausnahme von Betablockern) nicht empfohlen (Klasse III). Bei SCA-Überlebenden mit Koronararterienspasmen sollte die Implantation eines ICD erwogen werden.

💡Praxis-Tipp

Geben Sie intravenöses Verapamil niemals bei einer Breitkomplextachykardie mit unbekanntem Mechanismus – dies ist streng kontraindiziert (Klasse III). Optimieren Sie bei ICD-Patienten stets die Programmierung (z.B. verlängerte Erkennungszeiten, ATP), um inadäquate Schocks zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Nur bei klinischem Verdacht auf eine genetische Ursache, durchgeführt von einem multidisziplinären Team. Ein hypothesenfreies Screening nach plötzlichem Herztod wird nicht empfohlen.
Bei bekannter faszikulärer VT mit Verapamil, bei Ausflusstrakt-VT mit Betablockern. Bei ungewissem Ursprung können Ajmalin oder Amiodaron erwogen werden.
Verlängerte Erkennungseinstellungen (6-12 Sekunden), ATP-Therapie in allen Zonen bei struktureller Herzerkrankung und ein Grenzwert von ≥ 188 bpm in der Primärprävention.
Nein, eine prophylaktische Behandlung mit Antiarrhythmika (außer Betablockern) wird bei ACS nicht empfohlen.

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