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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Akutversorgung Kardiologie: Master-Leitlinie 2025 (DGK)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Bei der Reanimation (ALS) erfolgt nach dem 3. erfolglosen Schock die Gabe von Adrenalin und Amiodaron.
  • Ein NT-proBNP < 300 pg/ml oder BNP < 100 pg/ml schließt eine akute Herzinsuffizienz weitgehend aus.
  • Beim kardiogenen Schock wird ein mittlerer arterieller Druck (MAP) von ≥ 65 mmHg angestrebt.
  • Patienten mit STEMI oder NSTE-ACS mit sehr hohem Risiko benötigen eine sofortige Koronarangiographie.
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Hintergrund

Die Akutversorgung kardiovaskulärer Erkrankungen erfordert schnelle und zielgerichtete Algorithmen. Die Master Pocket-Leitlinie 2025 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) fasst die wichtigsten Empfehlungen für die präklinische und klinische Notfallmedizin zusammen, insbesondere für die kardiopulmonale Reanimation, den kardiogenen Schock und das akute Koronarsyndrom (ACS).

Kardiopulmonale Reanimation (CPR)

Die Basisreanimation erfolgt im Verhältnis 30:2 (Thoraxkompressionen zu Beatmungen). Sobald ein Defibrillator verfügbar ist, richtet sich die erweiterte Reanimation nach dem vorliegenden Rhythmus.

RhythmusSchockabgabeMedikamentöse Therapie
Defibrillierbar (Kammerflimmern, pulslose VT)1 Schock (120–360 J biphasisch oder 360 J monophasisch), danach sofort 2 Min. CPRAdrenalin und Amiodaron nach dem 3. vergeblichem Schock
Nicht defibrillierbar (Asystolie, PEA)Kein Schock, sofort 2 Min. CPRUrsachensuche und gezielte Therapie

Management von Rhythmusstörungen

Bei symptomatischen Rhythmusstörungen entscheidet die klinische Stabilität (z. B. systolischer Blutdruck < 90 mmHg, Ischämiezeichen, Synkope) über das Vorgehen.

RhythmusstörungKlinisch instabilKlinisch stabil
BradykardieAtropin 0,5 mg i.v. (max. 3 mg), Adrenalin-Infusion (2–10 µg/min), transkutane StimulationBeobachtung; bei hohem Asystolie-Risiko Expertenrat/transvenöse Stimulation
TachykardieSynchronisierte elektrische Kardioversion (bis zu 3 Schocks), ggf. Amiodaron 300 mg i.v.Abhängig von QRS-Breite (siehe unten)

Therapie der stabilen Tachykardie:

  • Breiter QRS-Komplex (> 120 msec): Bei sicherer VT Amiodaron 300 mg i.v. Bei sicherer SVT Adenosin 6 mg i.v. (ggf. 12 mg).
  • Schmaler QRS-Komplex (< 120 msec): Regelmäßig: Vagusstimulation, Adenosin 6 mg i.v. (ggf. 12 mg). Unregelmäßig (V.a. Vorhofflimmern): Betablocker i.v. oder Verapamil/Diltiazem i.v.

Akute Herzinsuffizienz und Kardiogener Schock

Diagnostik

Zur Bestätigung oder zum Ausschluss einer akuten Herzinsuffizienz (HF) werden natriuretische Peptide bestimmt:

BiomarkerAkute HF ausgeschlossenAkute HF bestätigt
BNP< 100 pg/ml≥ 100 pg/ml
NT-proBNP< 300 pg/ml≥ 300 pg/ml
MR-proANP< 120 pg/ml≥ 120 pg/ml

In der Akutphase (erste 60–120 Minuten) müssen spezifische Ursachen nach dem CHAMP-Schema identifiziert werden:

BuchstabeUrsacheBemerkung
CAkutes KoronarsyndromHäufigste Ischämie-Ursache
HHypertensiver NotfallFührt oft zu akutem Lungenödem
AArrhythmieTachykard oder bradykard
MMechanische UrsacheMyokardruptur, VSD, akute Mitralinsuffizienz, Endokarditis, Aortendissektion
PPulmonale EmbolieRechtsherzbelastung
IInfektionenSepsis, Myokarditis
TTamponadePerikarderguss mit hämodynamischer Relevanz

Therapie der akuten Herzinsuffizienz

StufeTherapieBemerkung
BasisSauerstoffgabeBei Lungenödem indiziert (Empfehlungsgrad I)
BasisSchleifendiuretikaZur Linderung der Stauung (Empfehlungsgrad I)
ErweitertVasopressorenZ.B. Noradrenalin bei Hypoperfusion (Empfehlungsgrad IIb)
ErweitertMCSMechanische Kreislaufunterstützung bei anhaltender Hypoperfusion (Empfehlungsgrad IIa)

Hämodynamische Schocktherapie beim Infarkt

Beim infarktbedingten kardiogenen Schock (IKS) wird ein hämodynamisches Monitoring empfohlen.

ParameterZielwert / Maßnahme
Mittlerer arterieller Druck (MAP)Ziel: ≥ 65 mmHg. Bei < 65 mmHg Noradrenalin erhöhen.
Herzindex (HI)Ziel: > 2,2 l/min/m². Bei ≤ 2,2 l/min/m² Dobutamin erhöhen, Levosimendan oder PDE-III-Hemmer erwägen.

Akutes Koronarsyndrom (ACS)

Das ACS umfasst die instabile Angina pectoris, den NSTEMI und den STEMI. Die Diagnostik stützt sich auf EKG und hochsensitives kardiales Troponin (hs-cTn).

Triage und Revaskularisation:

  • STEMI: Primäre PCI oder Fibrinolyse (falls PCI nicht rechtzeitig möglich).
  • NSTE-ACS (sehr hohes Risiko): Sofortige Angiographie ± PCI.
  • NSTE-ACS (hohes Risiko): Eine frühzeitige (< 24 h) Angiographie sollte in Betracht gezogen werden.

Antithrombotische Therapie: Jeder ACS-Patient erhält eine Kombinationstherapie:

  • Thrombozytenaggregationshemmung: ASS + P2Y12-Rezeptorantagonist
  • Antikoagulation: Unfraktioniertes Heparin (UFH), Niedermolekulares Heparin (LMWH), Bivalirudin oder Fondaparinux.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie bei akuter Herzinsuffizienz das CHAMP-Akronym (ACS, Hypertensiver Notfall, Arrhythmie, Mechanische Ursache, Pulmonale Embolie, Infektion, Tamponade) zum schnellen Ausschluss lebensbedrohlicher Ursachen.

Häufig gestellte Fragen

Mittels synchronisierter elektrischer Kardioversion (bis zu 3 Schocks), ggf. ergänzt durch Amiodaron 300 mg i.v.
120–360 J biphasisch oder 360 J monophasisch.
Als Kurzzeit-MCS kann sie bei kardiogenem Schock und anhaltender Hypoperfusion erwogen werden (Empfehlungsgrad IIa).
Mit ASS und einem P2Y12-Rezeptorantagonisten kombiniert mit UFH, LMWH, Bivalirudin oder Fondaparinux.

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