Supportive Therapie Onkologie: Leitlinien-Empfehlungen
Hintergrund
Die S3-Leitlinie zur supportiven Therapie bei onkologischen Patienten (Version 2.0, 2024) bietet eine evidenzbasierte Handlungsanleitung zur Prävention und Behandlung therapiebedingter Nebenwirkungen. Ziel ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und die Basis für eine verträgliche Tumorbehandlung zu schaffen.
Die aktualisierte Version spiegelt den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisstand wider. Sie wurde um wichtige Themenkomplexe wie Kardiotoxizität, zentrale Neurotoxizität und immunvermittelte Nebenwirkungen (irAE) durch Immuncheckpoint-Inhibitoren erweitert.
Eine adäquate Supportivtherapie ist essenziell, um Dosisreduktionen oder Therapieabbrüche zu vermeiden. Die Leitlinie richtet sich an alle in die onkologische Versorgung involvierten Fachdisziplinen im ambulanten und stationären Sektor.
💡Praxis-Tipp
Bei einem Paravasat wird empfohlen, die Kanüle oder Portnadel zunächst zu belassen und die Infusion sofort zu stoppen. Es wird geraten, so viel wie möglich des Paravasates ohne Druck von außen zu aspirieren, bevor der Zugang entfernt wird. Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, Druck auf die Paravasatstelle auszuüben oder Okklusivverbände anzulegen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine primäre G-CSF-Prophylaxe bei einem Risiko für febrile Neutropenie von über 20 Prozent. Bei einem Risiko zwischen 10 und 20 Prozent wird die Entscheidung von individuellen Risikofaktoren abhängig gemacht.
Bei leichten Verläufen (Grad 1) wird eine topische Behandlung mit antibiotikahaltiger Creme empfohlen. Ab Grad 2 wird zusätzlich ein topisches Glukokortikoid eingesetzt, während bei schweren Verläufen systemische Glukokortikoide und orale Antibiotika indiziert sind.
Bei unkomplizierten Diarrhoen der Grade 1 und 2 wird Loperamid als erste Therapiemaßnahme empfohlen. Bei Therapieversagen oder schweren Verläufen kann eine Behandlung mit Tinctura opii oder Octreotid erwogen werden.
Zur Risikoreduktion wird der Einsatz einer bildnavigierten, intensitätsmodulierten Strahlentherapie (IMRT) empfohlen. Medikamentös können Amifostinklysmen erwogen werden, während aktive Aminosalicylate rektal kontraindiziert sind.
Eine chirurgische Intervention wird bei Myelonkompression mit neurologischen Symptomen oder bei pathologischen Frakturen empfohlen. Auch bei drohenden Frakturen oder therapieresistenten Schmerzen wird eine Operation in Betracht gezogen.
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Quelle: S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen Patienten v2.0 (2024) (Leitlinienprogramm Onkologie, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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