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Leitlinienprogramm Onkologie (DKG/AWMF/Deutsche Krebshilfe)2024OnkologiePalliativmedizinInnere Medizin

S3-Leitlinie Palliativmedizin bei Krebs (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Leitlinienprogramm Onkologie (DKG/AWMF/Deutsche Krebshilfe) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das primäre Ziel der Palliativversorgung ist die Verbesserung oder der Erhalt der Lebensqualität von Patienten und deren Angehörigen.
  • Palliativmedizin bietet Hilfe beim Sterben, jedoch keine Hilfe zum Sterben (kein ärztlich assistierter Suizid).
  • Die Betreuung erfolgt ganzheitlich und umfasst vier Dimensionen: physisch, psychisch, sozial und spirituell.
  • Palliative Tumortherapie (z. B. Chemotherapie) und Palliativversorgung schließen sich nicht aus, sondern ergänzen einander.
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Hintergrund

Die S3-Leitlinie zur Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung zielt darauf ab, die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu verbessern oder zu erhalten. Sie dient als Entscheidungshilfe für die Praxis und bündelt evidenzbasierte Handlungsempfehlungen. Die Leitlinie betont ausdrücklich den interdisziplinären und multiprofessionellen Charakter der Palliativversorgung.

Grundhaltung zum Lebensende

Das Sterben wird in der Palliativmedizin als natürlicher Prozess betrachtet. Die Leitlinie formuliert hierzu eine klare Haltung:

  • Lebensbejahender Ansatz: Palliativmedizin bietet Hilfe beim Sterben an, jedoch nicht Hilfe zum Sterben.
  • Keine Lebensverkürzung: Lebensverkürzende Maßnahmen wie ärztlich assistierter Suizid oder Tötung auf Verlangen (aktive Sterbehilfe) gehören nicht zum Grundverständnis der Palliativmedizin.

Die vier Dimensionen des Menschen

Der Ansatz der Palliativversorgung ist ganzheitlich und adressiert das multidimensionale Leid am Lebensende. Die Betreuung umfasst vier interrelationale Dimensionen:

DimensionBeschreibung
PhysischSomatische Komponente des Menschen.
PsychischKognitive und emotionale Dimension.
SozialRelationale Dimension, die alle zwischenmenschlichen Beziehungen einschließt (besonders die Einbindung der Angehörigen).
SpirituellSuche nach Sinn, Bedeutung und Transzendenz; umfasst existentielle Fragen (Schuld, Hoffnung), Werte und religiöse Aspekte.

Wichtige Begriffsdefinitionen

Für den klinischen Alltag definiert das Glossar der Leitlinie zentrale Begriffe, um eine einheitliche Kommunikation im multiprofessionellen Team zu gewährleisten:

BegriffDefinition laut Leitlinie
Nicht-HeilbarkeitKeine relevante Wahrscheinlichkeit, die Erkrankung mit tumorspezifischer Therapie auszuheilen. Kriterien sind u. a. die Progressionstendenz und die Beeinflussbarkeit des Verlaufs.
Palliative TumortherapieGegen die Grunderkrankung gerichtete Maßnahmen (z. B. Strahlentherapie, medikamentöse Tumortherapie) mit dem Ziel der Lebensverlängerung und/oder Symptomkontrolle.
PalliativversorgungUmfasst alle Aktivitäten zur Verbesserung der Lebensqualität. Die Durchführung palliativer Tumortherapien schließt eine Palliativversorgung nicht aus, sondern ergänzt diese.
Bedürfnis vs. BedarfBedürfnis: Subjektiver Wunsch nach Abhilfe. Bedarf: Objektiv erkennbarer Mangel, der nicht durch eigene Ressourcen behoben werden kann.

💡Praxis-Tipp

Trennen Sie in der Kommunikation mit Patienten klar zwischen 'palliativer Tumortherapie' (z. B. Chemotherapie zur Symptomkontrolle) und der allgemeinen 'Palliativversorgung'. Kommunizieren Sie deutlich, dass sich beide Ansätze nicht ausschließen, sondern sinnvoll ergänzen.

Häufig gestellte Fragen

Die Verbesserung oder der Erhalt der Lebensqualität von Patienten mit einer lebensbedrohenden Erkrankung und ihren Angehörigen.
Die Palliativmedizin bietet aus ihrem lebensbejahenden Ansatz heraus Hilfe beim Sterben, jedoch keine Hilfe zum Sterben. Ärztlich assistierter Suizid und Tötung auf Verlangen gehören nicht zum Grundverständnis.
Nein. Palliative Tumortherapien (wie Bestrahlung oder Chemotherapie) und Palliativversorgung schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich.

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