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S3-Leitlinie Lungenkarzinom (2024): Epidemiologie & Risiken

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Leitlinienprogramm Onkologie / DKG / Deutsche Krebshilfe / AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das Lungenkarzinom ist bei Männern die häufigste und bei Frauen die zweithäufigste Krebstodesursache.
  • Das Adenokarzinom ist mit rund 40 % der häufigste histologische Subtyp in Deutschland.
  • Rauchen ist der Hauptrisikofaktor: 85 % der Lungenkrebstodesfälle in der EU sind darauf zurückzuführen.
  • Berufliche Expositionen (z. B. Asbest, Radon) verursachen 9-15 % aller Lungenkrebsfälle bei einer Latenzzeit von 30-40 Jahren.
  • Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt in Deutschland bei etwa 17 % für Männer und 22 % für Frauen.
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Hintergrund

Das Lungenkarzinom gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. Laut der aktuellen S3-Leitlinie erkrankten in Deutschland im Jahr 2018 35.290 Männer und 21.930 Frauen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren (Frauen) bzw. 70 Jahren (Männer). Während die Inzidenz bei Männern seit den 1980er Jahren rückläufig ist, nimmt sie bei Frauen kontinuierlich zu.

Histologische Verteilung

Die Verteilung der histologischen Subtypen stellt sich in Deutschland wie folgt dar:

Histologischer TypAnteil (ca.)
Adenokarzinom40 %
Plattenepithelkarzinom25 %
Kleinzelliges Lungenkarzinom (SCLC)< 20 %

Das Adenokarzinom ist zudem der häufigste Tumortyp unter Nichtrauchern.

Überlebensraten

Die Prognose des Lungenkarzinoms ist stark vom Stadium bei Diagnosestellung abhängig. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate (Stand 2017-2018) beträgt in Deutschland:

  • Männer: ca. 17 %
  • Frauen: ca. 22 %

Risikofaktoren

Rauchen und Passivrauchen

Zigarettenrauch ist der dominierende Risikofaktor. In der EU sind 85 % der Lungenkrebstodesfälle auf das Rauchen zurückzuführen.

  • Aktivrauchen: Das Risiko steigt proportional zur Dauer und Menge. Männliche Raucher haben ein 24-fach, weibliche Raucherinnen ein 8,7-fach höheres Risiko im Vergleich zu Nichtrauchern.
  • Passivrauchen: Ist ein erwiesenes Humankanzerogen. Bei Frauen erhöht sich das Risiko durch Passivrauchen um ca. 24 %, bei Männern um 37 %. Eine langjährige berufliche Exposition (z. B. in der Gastronomie) kann das Risiko verdoppeln.

Radon und Strahlung

Radon-222 ist ein natürliches radioaktives Edelgas und nach dem Rauchen ein relevanter Risikofaktor.

  • Es besteht eine lineare Expositions-Wirkungs-Beziehung: Pro 100 Bq/m³ steigt das relative Risiko um 16 %.
  • In Deutschland sind ca. 5 % der Lungenkrebsfälle auf Radon in Innenräumen zurückzuführen.
  • Auch berufliche Strahlenexpositionen (z. B. Uranerzbergbau, Flugpersonal) erhöhen das Risiko.

Berufliche Exposition und Arbeitsanamnese

Berufliche Expositionen gegenüber Kanzerogenen (z. B. Asbest, Radon) sind für ca. 9-15 % aller Lungenkrebsfälle verantwortlich. Die Latenzzeit beträgt oft 30 bis 40 Jahre.

Empfehlungsgrad D: Bei jedem Patienten mit Lungenkarzinom sind anamnestisch die Risikofaktoren (Rauchen, berufliche Noxen) zu erfragen. Die Erhebung einer umfassenden Arbeitsanamnese ist erforderlich.

JahrTätigkeitsbezeichnungArt der TätigkeitUmgang mit Arbeitsstoffen
ChronologischGenaue BerufsbezeichnungBeschreibung der Tätigkeitz. B. Asbest, Strahlung, Chemikalien

💡Praxis-Tipp

Erheben Sie bei jedem Lungenkarzinom-Patienten routinemäßig eine detaillierte, chronologisch-tabellarische Arbeitsanamnese. Berufliche Expositionen sind für bis zu 15 % der Fälle verantwortlich und weisen eine Latenzzeit von 30-40 Jahren auf.

Häufig gestellte Fragen

Das Adenokarzinom ist mit rund 40 % der Fälle der häufigste Subtyp in Deutschland, gefolgt vom Plattenepithelkarzinom (ca. 25 %).
In Deutschland liegt die relative 5-Jahres-Überlebensrate bei etwa 17 % für Männer und 22 % für Frauen.
Passivrauchen erhöht das Risiko signifikant (bei Frauen um ca. 24 %, bei Männern um 37 %). Eine langjährige berufliche Exposition kann das Risiko sogar verdoppeln.
Radon in Innenräumen verursacht etwa 5 % der Lungenkrebsfälle in Deutschland. Das Risiko steigt linear um 16 % pro 100 Bq/m³ Radonexposition.

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