StatPearls2026

HIV-PrEP: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) ist ein zentraler Baustein zur weltweiten Reduktion von HIV-Übertragungen. Laut der StatPearls-Leitlinie senkt die konsistente Einnahme oraler PrEP das Risiko einer sexuellen HIV-Übertragung um bis zu 92 Prozent.

Weltweit gehören Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), Transgender-Personen, Sexarbeitende und intravenös Drogenkonsumierende zu den Hauptrisikogruppen. Die Leitlinie betont, dass die PrEP in diesen Populationen trotz hoher Wirksamkeit oft unterrepräsentiert ist.

Eine erfolgreiche PrEP erfordert eine kontinuierliche medizinische Anbindung. Neben der medikamentösen Therapie wird eine umfassende Aufklärung über Risikominimierung, Adhärenz und den Schutz vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen empfohlen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Durchführung der HIV-PrEP:

Indikationsstellung

Die Leitlinie empfiehlt, allen sexuell aktiven Erwachsenen und Jugendlichen sowie Personen mit intravenösem Drogenkonsum Informationen zur PrEP anzubieten. Eine Verordnung wird insbesondere bei Personen mit hohem Risiko, wie beispielsweise bei ungeschütztem Verkehr mit Partnern unbekannten HIV-Status oder kürzlich durchgemachten bakteriellen sexuell übertragbaren Infektionen (STI), empfohlen.

Diagnostik vor Therapiebeginn

Vor dem Start einer PrEP ist der Ausschluss einer akuten oder chronischen HIV-Infektion zwingend erforderlich. Es wird empfohlen, folgende Untersuchungen durchzuführen:

  • Ein dokumentierter negativer HIV-Antigen/Antikörper-Test, der maximal sieben Tage alt ist

  • Serologische Tests auf Hepatitis B (vor TDF/FTC-Gabe) und Hepatitis C (bei MSM, Transgender-Frauen und Drogenkonsumierenden)

  • Ein Screening auf sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis, Gonorrhö und Chlamydien

  • Die Bestimmung der Nierenfunktion bei geplanter oraler PrEP

Therapiewahl

Die Auswahl des Präparats sollte gemäß Leitlinie individuell nach Risikoprofil, Komorbiditäten und Präferenzen erfolgen. Zur Verfügung stehen tägliche orale Regime, anlassbezogene orale Einnahmen (On-Demand) sowie intramuskuläre Depot-Injektionen.

Monitoring

Unter einer laufenden PrEP wird eine engmaschige Überwachung empfohlen. Für Personen unter oraler PrEP sieht die Leitlinie folgende Kontrollen vor:

  • Einen HIV-Antigen/Antikörper-Test alle drei Monate

  • Ein STI-Screening alle sechs Monate (bei MSM und Transgender-Frauen alle drei Monate)

  • Eine Überprüfung der Kreatininclearance alle sechs Monate bei TDF-Einnahme

  • Eine jährliche Kontrolle der Lipidwerte bei TAF-Einnahme

Dosierung

Die Leitlinie beschreibt folgende Dosierungsschemata für die HIV-PrEP:

WirkstoffDosierungIndikation / ZielgruppeBesonderheiten
Tenofovirdisoproxil/Emtricitabin (TDF/FTC)300 mg / 200 mg täglich oralAlle Risikogruppen ab 35 kg KörpergewichtAuch für Schwangere und Stillende geeignet
Tenofoviralafenamid/Emtricitabin (TAF/FTC)25 mg / 200 mg täglich oralCisgender-Männer, i.v. DrogenkonsumierendeNicht bei Risiko durch rezeptiven Vaginalverkehr
TDF/FTC (On-Demand / 2:1:1)2 Tbl. 2-24h vor Sex, je 1 Tbl. 24h und 48h nach erster DosisMSM mit planbaren sexuellen KontaktenNicht für rezeptiven Vaginalverkehr oder i.v. Drogenkonsum
Cabotegravir600 mg intramuskulär alle 2 MonateAlle RisikogruppenOptionale orale Einleitungsphase (30 mg/Tag für 4-5 Wochen) möglich

Kontraindikationen

Die Leitlinie formuliert spezifische Warnhinweise und Kontraindikationen für die eingesetzten Wirkstoffe. Tenofovirdisoproxil (TDF) sollte bei einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) von unter 60 ml/min/1,73 m² vermieden werden.

Für Tenofoviralafenamid (TAF) wird von einer Anwendung abgeraten, wenn die eGFR unter 30 ml/min/1,73 m² liegt. Zudem wird vor der gleichzeitigen Gabe von TAF mit Rifampicin, Rifabutin, Rifapentin oder Johanniskraut gewarnt.

Cabotegravir darf laut Leitlinie nicht zusammen mit Rifampicin oder Rifapentin verabreicht werden, da dies zu einem signifikanten Abfall der Cabotegravir-Spiegel führt. Auch die Kombination mit Antikonvulsiva wie Carbamazepin, Phenytoin oder Phenobarbital wird nicht empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt eindringlich davor, eine PrEP ohne einen aktuellen, maximal sieben Tage alten negativen HIV-Test zu beginnen oder fortzuführen. Es wird betont, dass eine unzureichende antiretrovirale Therapie während einer unerkannten akuten HIV-Infektion rasch zu Resistenzen führen kann. Bei Verdacht auf eine kürzliche Exposition wird daher die Durchführung eines Nukleinsäure-Amplifikationstests (NAT) empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird ein negativer HIV-Antigen/Antikörper-Test empfohlen, der nicht älter als sieben Tage sein darf. Zusätzlich wird zu einem Screening auf Hepatitis B und C, sexuell übertragbare Infektionen sowie zur Kontrolle der Nierenfunktion geraten.

Die anlassbezogene Einnahme nach dem 2:1:1-Schema wird ausschließlich für Männer empfohlen, die Sex mit Männern haben (MSM). Für Personen mit Risiko durch rezeptiven Vaginalverkehr oder intravenösen Drogenkonsum ist dieses Schema laut Leitlinie nicht indiziert.

Es wird empfohlen, unter einer laufenden oralen PrEP alle drei Monate einen HIV-Test durchzuführen. Bei der injizierbaren PrEP mit Cabotegravir ist laut Leitlinie eine Testung alle zwei Monate vor der nächsten Injektion vorgesehen.

Etwa 10 Prozent der Anwender entwickeln zu Beginn einer oralen PrEP Kopfschmerzen, Übelkeit und abdominelle Beschwerden. Die Leitlinie beschreibt, dass diese Symptome meist innerhalb des ersten Monats abklingen und symptomatisch behandelt werden können.

Die tägliche orale Einnahme von Tenofovirdisoproxil/Emtricitabin (TDF/FTC) wird auch für schwangere und stillende Personen mit hohem HIV-Risiko empfohlen. Ebenso kann laut Leitlinie die intramuskuläre Gabe von Cabotegravir in dieser Patientengruppe eingesetzt werden.

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Quelle: StatPearls: Preexposure Prophylaxis for HIV Prevention (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.