StatPearls2026

HIV-Prävention: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

HIV gilt dank der Wirksamkeit der antiretroviralen Therapie (ART) heute als gut behandelbare chronische Erkrankung. Dennoch bleibt die Infektion ein weltweites Gesundheitsproblem, das stark von sozialen Ungleichheiten geprägt ist.

Die StatPearls-Leitlinie betont, dass ein Großteil der Neuinfektionen von Personen ausgeht, die ihren Status nicht kennen oder nicht in medizinischer Behandlung sind. Die globalen UNAIDS-Ziele streben an, dass 95 % der Infizierten ihren Status kennen, behandelt werden und eine Virusunterdrückung erreichen.

Zu den Hochrisikogruppen zählen unter anderem Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), intravenös Drogenkonsumierende sowie Personen mit wechselnden Sexualpartnern. Eine effektive Prävention erfordert einen patientenzentrierten Ansatz, der biomedizinische Strategien mit Aufklärung und dem Abbau von Stigmata verbindet.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur HIV-Prävention:

Screening und Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt ein routinemäßiges HIV-Screening für alle Personen zwischen 13 und 64 Jahren im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsversorgung. Bei Personen mit erhöhtem Risiko sollte die Testung mindestens einmal jährlich erfolgen.

Zu den Hochrisikogruppen für ein jährliches Screening zählen:

  • Personen mit mehr als einem Sexualpartner seit dem letzten Test

  • Patienten mit einer diagnostizierten sexuell übertragbaren Infektion (STI), Hepatitis oder Tuberkulose

  • Personen, die Nadeln teilen oder Sex gegen Geld beziehungsweise Drogen tauschen

  • Männer, die Sex mit Männern haben (MSM)

Treatment as Prevention (TasP)

Es wird empfohlen, eine antiretrovirale Therapie (ART) bei allen positiv getesteten Personen so früh wie möglich, vorzugsweise innerhalb von 7 Tagen nach Diagnose, zu beginnen. Ziel ist das schnelle Erreichen einer Viruslast unter der Nachweisgrenze.

Die Leitlinie stützt das Konzept "Undetectable = Untransmittable" (U=U) für die sexuelle Übertragung. Bei einer dauerhaft nicht nachweisbaren Viruslast (<200 Kopien/ml) findet keine sexuelle Übertragung des Virus statt.

Präexpositionsprophylaxe (PrEP)

Eine PrEP sollte sexuell aktiven Erwachsenen und Jugendlichen angeboten werden, die in den letzten 6 Monaten ein erhöhtes Risiko aufwiesen. Vor Beginn ist ein negativer HIV-Antigen-Antikörper-Test zwingend erforderlich.

Die Auswahl des PrEP-Regimes sollte individuell erfolgen und umfasst:

  • Orale tägliche Einnahme (TDF/FTC oder TAF/FTC)

  • Episodische Einnahme ("2:1:1") für MSM bei planbaren sexuellen Kontakten

  • Langwirksame Injektionen (Cabotegravir oder Lenacapavir)

Postexpositionsprophylaxe (PEP)

Eine PEP ist indiziert, wenn eine Person innerhalb von 72 Stunden nach einer potenziellen nicht-beruflichen oder beruflichen Exposition medizinische Hilfe aufsucht. Nach Ablauf von 72 Stunden oder bei einer nachweislich HIV-negativen Quelle wird keine PEP empfohlen.

Schwangerschaft und perinatale Prävention

Alle schwangeren Personen sollten so früh wie möglich auf HIV getestet werden. Bei erhöhtem Risiko wird ein erneuter Test im dritten Trimenon empfohlen.

Zur Verhinderung einer Mutter-Kind-Übertragung wird eine sofortige ART empfohlen. Säuglinge sollten innerhalb von 6 Stunden nach der Geburt für 4 bis 6 Wochen eine altersgerechte antiretrovirale Therapie erhalten.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende spezifische Dosierungsschemata für die medikamentöse Prävention:

IndikationMedikamentDosierungZielgruppe / Besonderheiten
Tägliche PrEPTDF/FTC300 mg / 200 mg 1x täglich oralAlle Risikogruppen inkl. Schwangere
Tägliche PrEPTAF/FTC25 mg / 200 mg 1x täglich oralCis-Männer, intravenöser Drogenkonsum (nicht bei vaginalem Risiko)
Episodische PrEPTDF/FTC2 Tabletten 2-24h vor Sex, dann je 1 Tablette 24h und 48h danachNur für MSM
Injizierbare PrEPCabotegravirIntramuskulär alle 8 WochenAlle Risikogruppen
Injizierbare PrEPLenacapavirSubkutan alle 26 WochenAlle Risikogruppen
PEP (Dauer: 4 Wochen)TDF/FTC + RaltegravirTDF/FTC 1x täglich + Raltegravir 400 mg 2x täglich oralErwachsene und Jugendliche (Start <72h)
PEP (Alternative)TDF/FTC + DolutegravirTDF/FTC 1x täglich + Dolutegravir 50 mg 1x täglich oralErwachsene und Jugendliche (Start <72h)

Kontraindikationen

TAF/FTC ist nicht für Personen indiziert, die einem HIV-Risiko durch rezeptiven vaginalen oder neovaginalen Sex ausgesetzt sind, da für diese Population keine Studiendaten vorliegen.

Eine episodische PrEP ist bei rezeptivem vaginalem Sex oder intravenösem Drogenkonsum kontraindiziert.

Für eine orale PrEP mit TDF wird eine Kreatininclearance von mindestens 60 ml/min gefordert, für TAF von mindestens 30 ml/min.

Eine PrEP darf nicht bei einer bereits bestehenden HIV-Infektion angewendet werden, da dies zu Resistenzen und einer suboptimalen Viruskontrolle führen kann.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, dass das Konzept 'Undetectable = Untransmittable' (U=U) ausschließlich für die sexuelle Übertragung von HIV gilt. Es wird betont, dass auch bei einer Viruslast unter der Nachweisgrenze weiterhin ein Übertragungsrisiko über Muttermilch, bei der Geburt oder durch Blutkontakt besteht. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine antiretrovirale Prophylaxe nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen schützt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie muss eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) so schnell wie möglich, idealerweise innerhalb von 72 Stunden nach der Risikoexposition, gestartet werden. Nach Ablauf dieses Zeitfensters ist eine PEP nicht mehr indiziert.

Es wird empfohlen, bei einer oralen PrEP mindestens alle 3 Monate einen HIV-Test durchzuführen. Bei einer injizierbaren PrEP sollte die Testung gemäß Leitlinie alle 2 Monate vor der nächsten Injektion erfolgen.

Die Leitlinie empfiehlt für Personen mit vaginalem Übertragungsrisiko die tägliche Einnahme von TDF/FTC oder injizierbare Präparate wie Cabotegravir. TAF/FTC ist für diese Patientengruppe nicht zugelassen, da entsprechende Studiendaten fehlen.

Nein, die Leitlinie stellt klar, dass das U=U-Prinzip (Undetectable = Untransmittable) nur für sexuelle Kontakte gilt. Ein Restrisiko für eine perinatale Übertragung oder eine Infektion über die Muttermilch bleibt auch bei nicht nachweisbarer Viruslast bestehen.

Bei der episodischen PrEP (2:1:1-Schema) werden 2 Tabletten TDF/FTC zwischen 2 und 24 Stunden vor dem sexuellen Kontakt eingenommen. Anschließend wird laut Leitlinie jeweils eine weitere Tablette 24 und 48 Stunden nach der ersten Einnahme verabreicht.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: HIV Prevention (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien