HIV-PrEP: Indikation, Medikamentenwahl und Monitoring

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: CDC (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die CDC-Leitlinie (2024) formuliert Empfehlungen zur Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zur Verhinderung einer HIV-Infektion. PrEP richtet sich an sexuell aktive Personen und Menschen, die Drogen injizieren, um das Risiko einer HIV-Übertragung zu minimieren.

Laut Leitlinie wird eine Aufklärung aller sexuell aktiven Erwachsenen und Jugendlichen über die PrEP empfohlen. Es wird geraten, die PrEP jedem zu verschreiben, der danach fragt, unabhängig vom Vorliegen berichteter Risikofaktoren.

Die medikamentöse Prophylaxe ist hochwirksam und senkt das Risiko einer sexuellen HIV-Übertragung bei korrekter Einnahme um etwa 99 Prozent. Bei intravenösem Drogenkonsum wird das Risiko durch orale PrEP um mindestens 74 Prozent reduziert.

Empfehlungen

Basisdiagnostik vor PrEP-Start

Vor Beginn muss eine HIV-Infektion laborchemisch ausgeschlossen werden. Bei Verdacht auf eine akute Infektion wird ein Antigen/Antikörper-Kombinationstest sowie die Bestimmung der HIV-1-RNA empfohlen.

Zusätzlich wird ein Screening auf Chlamydien, Gonorrhö und Syphilis angeraten. Für die orale PrEP ist zudem die Bestimmung der Nierenfunktion (eCrCl) sowie eine Hepatitis-B-Serologie erforderlich.

Medikamentöse Optionen

Die Leitlinie nennt drei zugelassene Optionen: tägliche orale Einnahme von F/TDF, tägliche orale Einnahme von F/TAF sowie intramuskuläre Injektionen von Cabotegravir (CAB). Für erwachsene Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), kann F/TDF als Off-Label-Use in einem anlassbezogenen 2-1-1-Schema eingesetzt werden.

Für Jugendliche ab 35 kg Körpergewicht sind die oralen Präparate zugelassen. CAB wird für Personen unter 18 Jahren noch nicht empfohlen, da entsprechende Studien ausstehen.

Monitoring unter oraler PrEP

Die Leitlinie empfiehlt regelmäßige klinische und laborchemische Kontrollen:

  • Alle 3 Monate: HIV-Test, STI-Screening bei Symptomen oder Hochrisiko-MSM sowie Rezeptierung für maximal 90 Tage

  • Alle 6 Monate: Nierenfunktionskontrolle bei Personen ab 50 Jahren oder einem Ausgangswert unter 90 mL/min sowie ein erweitertes STI-Screening

  • Alle 12 Monate: Nierenfunktionskontrolle für alle Anwender sowie Lipid- und Gewichtskontrolle bei F/TAF-Einnahme

Monitoring unter injizierbarer PrEP (CAB)

Nach der ersten Injektion erfolgt die zweite Gabe nach einem Monat, danach alle zwei Monate. Zu jedem Injektionstermin wird ein HIV-Test empfohlen.

Ein STI-Screening sollte bei MSM und Transfrauen alle 4 Monate erfolgen. Bei heterosexuellen Personen wird ein Screening alle 6 Monate angeraten.

Vorgehen bei unklarem HIV-Status

Bei diskordanten oder unklaren HIV-Testergebnissen wird eine erneute Blutentnahme nach 5 bis 7 Tagen empfohlen. Unter oraler PrEP kann die Medikation fortgeführt, um ein drittes Medikament als Postexpositionsprophylaxe (PEP) ergänzt oder für 1 bis 2 Wochen pausiert werden.

Bei injizierbarer PrEP wird ein Pausieren der CAB-Injektionen empfohlen, bis der HIV-Status eindeutig geklärt ist.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende medikamentöse Optionen für die PrEP:

MedikamentDarreichungsformIndikationNierenfunktion (eCrCl)
Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat (F/TDF)Täglich oralAlle Personen mit sexuellem oder intravenösem Risiko> 60 mL/min
Emtricitabin/Tenofoviralafenamid (F/TAF)Täglich oralSexuelle Übertragung (außer rezeptiver Vaginalverkehr)≥ 30 mL/min
Cabotegravir (CAB)Intramuskuläre InjektionSexuelle Übertragung bei allen PersonenKeine Einschränkung

Für das anlassbezogene 2-1-1-Schema (Off-Label-Use für MSM) wird folgende Dosierung von F/TDF empfohlen:

ZeitpunktDosis (F/TDF)
2 bis 24 Stunden vor dem Sex2 Tabletten
24 Stunden nach der ersten Dosis1 Tablette
48 Stunden nach der ersten Dosis1 Tablette

Kontraindikationen

Eine bestehende HIV-Infektion ist eine absolute Kontraindikation für die PrEP. Orale PrEP-Medikamente dürfen bei schwerer Niereninsuffizienz nicht eingesetzt werden.

Bei einer aktiven Hepatitis-B-Infektion wird vor dem Absetzen der oralen PrEP gewarnt, da dies zu einem Rebound der Virusreplikation und Leberschäden führen kann. Das anlassbezogene 2-1-1-Schema ist bei aktiver Hepatitis-B-Infektion ebenfalls kontraindiziert.

Cabotegravir darf bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff nicht verabreicht werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt vor dem langen "Tail-Effekt" nach dem Absetzen von Cabotegravir-Injektionen. Da der Wirkstoffspiegel über Monate langsam abfällt und in dieser Zeit nicht mehr protektiv wirkt, wird bei fortbestehendem Risiko der Wechsel auf eine andere hochwirksame HIV-Präventionsmethode sowie ein vierteljährliches HIV-Monitoring für 12 Monate empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird der maximale Schutz für rezeptiven Analverkehr nach etwa 7 Tagen täglicher Einnahme erreicht. Für rezeptiven Vaginalverkehr und intravenösen Drogenkonsum dauert es bis zu 21 Tage.

Die Leitlinie stuft die orale PrEP mit F/TDF während der Schwangerschaft und Stillzeit als generell sicher ein. Für Cabotegravir-Injektionen liegen bisher nur spärliche Daten vor, ein Einsatz kann jedoch nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Ja, die oralen Präparate F/TDF und F/TAF sind für Jugendliche ab einem Körpergewicht von 35 kg zugelassen. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass unter F/TDF Veränderungen der Knochendichte auftreten können, weshalb F/TAF bei männlichen Jugendlichen bevorzugt erwogen werden sollte.

Das 2-1-1-Schema ist eine anlassbezogene, Off-Label-Dosierung von F/TDF für erwachsene Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Es wird empfohlen, zwei Tabletten vor dem Sex sowie jeweils eine Tablette 24 und 48 Stunden danach einzunehmen.

Nein, laut Leitlinie sind bei der Anwendung von Cabotegravir-Injektionen keine Nierenfunktionskontrollen erforderlich. Dies macht es zu einer geeigneten Option für Personen mit schwerer Nierenerkrankung.

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Quelle: CDC PrEP Clinical Practice Guideline (CDC, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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