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HIV-PrEP: Aktuelle CDC-Leitlinie 2024

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf CDC Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • PrEP sollte allen sexuell aktiven Erwachsenen und Jugendlichen angeboten werden, auch wenn keine spezifischen Risikofaktoren genannt werden.
  • Vor Beginn einer PrEP muss eine bestehende HIV-Infektion zwingend ausgeschlossen werden.
  • Zur Verfügung stehen tägliche orale Medikamente (F/TDF, F/TAF) sowie Cabotegravir (CAB) als intramuskuläre Injektion alle 2 Monate.
  • Die Nierenfunktion (eCrCl) muss vor und während der oralen PrEP überwacht werden (F/TDF >60 mL/min, F/TAF ≥30 mL/min).
  • Bei korrekter Einnahme senkt PrEP das Risiko einer sexuellen HIV-Übertragung um ca. 99 %.
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Hintergrund

Die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) ist der Einsatz antiretroviraler Medikamente zur Verhinderung einer HIV-Infektion bei Personen ohne HIV. Sie richtet sich an Menschen, die durch sexuelle Kontakte oder intravenösen Drogenkonsum einem HIV-Risiko ausgesetzt sind. Bei korrekter Einnahme reduziert die PrEP das Risiko einer sexuellen Übertragung um ca. 99 % und bei i.v. Drogenkonsum um mindestens 74 %.

Indikation und Aufklärung

Jeder approbierte Arzt darf eine PrEP verschreiben; eine Spezialisierung auf Infektiologie ist nicht erforderlich.

  • Informieren Sie alle sexuell aktiven Patienten über PrEP.
  • Verschreiben Sie PrEP jedem Patienten, der danach fragt, auch wenn dieser keine konkreten HIV-Risikofaktoren angibt (um Stigmatisierung zu umgehen).

Baseline-Diagnostik vor PrEP-Start

Vor der Verordnung müssen folgende Untersuchungen zwingend durchgeführt werden:

UntersuchungRationale / Konsequenz
HIV-TestAusschluss einer Infektion (Ag/Ak-Test). Bei kürzlicher PrEP/PEP-Nutzung zusätzlich HIV-1-RNA-Test.
NierenfunktionBerechnung der eCrCl nach Cockcroft-Gault für orale PrEP.
HBV-SerologieF/TDF und F/TAF wirken gegen Hepatitis B. Ein Absetzen kann zu einer Reaktivierung führen.
LipidprofilNur erforderlich vor Start mit F/TAF (Cholesterin und Triglyceride).
STI-ScreeningTest auf Chlamydien, Gonorrhö und Syphilis bei allen sexuell aktiven Erwachsenen.

Medikamentöse Therapieoptionen

Es stehen drei FDA-zugelassene PrEP-Regime für Erwachsene und Jugendliche (ab 35 kg) zur Verfügung:

WirkstoffApplikationIndikationNierenfunktion (eCrCl)
F/TDF (Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil)Oral, täglichAlle Risikogruppen (Sex & i.v. Drogenkonsum)> 60 mL/min
F/TAF (Emtricitabin/Tenofoviralafenamid)Oral, täglichSexuelle Übertragung (außer rezeptiver Vaginalverkehr)≥ 30 mL/min
Cabotegravir (CAB)i.m. InjektionSexuelle ÜbertragungKeine Einschränkung

Hinweis zu CAB: Die Injektion erfolgt initial, dann nach 1 Monat, anschließend alle 2 Monate.

Monitoring und Follow-up

Ein regelmäßiges Monitoring ist für die Sicherheit und Wirksamkeit essenziell:

IntervallOrale PrEPInjizierbare PrEP (CAB)
Monat 1-HIV-Test, 2. Injektion
Alle 2 Monate-HIV-Test, Injektion, STI-Screening (bei MSM/Transfrauen)
Alle 3 MonateHIV-Test, STI-Screening (bei Symptomen/Risiko), max. 90-Tage-Rezept-
Alle 6 MonateeCrCl (bei Alter ≥50 oder Baseline <90 mL/min), STI-ScreeningSTI-Screening (heterosexuell)
Alle 12 MonateeCrCl (alle), Lipide/Gewicht (bei F/TAF), Chlamydien-ScreeningChlamydien-Screening

Spezielle Populationen

  • 2-1-1 Dosierung (Off-Label): Nur für MSM mit F/TDF bei seltenem Sex. Einnahme: 2 Tabletten 2-24h vor dem Sex, 1 Tablette 24h danach, 1 Tablette 48h danach. Von der CDC nicht offiziell empfohlen, aber möglich.
  • Schwangerschaft: F/TDF gilt als sicher für Schwangere und Stillende. Für CAB gibt es bisher nur spärliche Daten.
  • Jugendliche (<18 Jahre): F/TDF und F/TAF sind ab 35 kg zugelassen. Da F/TDF die Knochendichte verringern kann, sollte bei männlichen Jugendlichen F/TAF erwogen werden. CAB ist für <18 Jahre noch nicht zugelassen.
  • i.v. Drogenkonsum: Orale PrEP wird empfohlen. CAB ist nur für sexuelle Risiken zugelassen, kann aber gegeben werden, da oft sexuelle Kofaktoren bestehen. Zugang zu sterilen Spritzen anbieten.

💡Praxis-Tipp

Schließen Sie vor jedem PrEP-Start und bei jedem Follow-up eine akute HIV-Infektion sicher aus. Bei unklaren oder diskordanten Testergebnissen darf keine PrEP verordnet werden, bis der Status durch eine erneute Blutentnahme (nach 5-7 Tagen) und HIV-1-RNA-Testung geklärt ist.

Häufig gestellte Fragen

Jeder approbierte Arzt darf eine PrEP verschreiben. Eine Spezialisierung auf Infektiologie oder HIV-Medizin ist nicht erforderlich.
Bei rezeptivem Analverkehr wird der maximale Schutz nach etwa 7 Tagen täglicher Einnahme erreicht. Bei rezeptivem Vaginalverkehr und i.v. Drogenkonsum dauert es bis zu 21 Tage.
F/TDF erfordert eine eCrCl >60 mL/min, F/TAF ≥30 mL/min. Bei schwerer Niereninsuffizienz (eCrCl <30 mL/min) ist die injizierbare PrEP mit Cabotegravir indiziert, da hierfür keine Nierenwerte kontrolliert werden müssen.
Eine Off-Label-Methode für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), unter Verwendung von F/TDF: 2 Tabletten 2-24h vor dem Sex, gefolgt von je einer Tablette 24h und 48h nach der ersten Dosis.
F/TAF ist nicht für Personen zugelassen, die HIV durch rezeptiven Vaginalverkehr erwerben könnten, da es für diese Übertragungsart noch nicht ausreichend studiert wurde. Hier sollten F/TDF oder Cabotegravir gewählt werden.

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