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WHO2026

STI-Leitlinie 2026: Diagnostik & Therapie (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die syndromische Therapie bleibt in ressourcenlimitierten Settings essenziell, sollte aber durch ätiologische Diagnostik (NAAT) ergänzt werden.
  • Alle schwangeren Frauen müssen beim ersten Vorsorgetermin routinemäßig auf Syphilis getestet werden.
  • Die First-Line-Therapie der unkomplizierten Gonorrhö besteht aus 1 g Ceftriaxon i.m. als Einzeldosis.
  • Partner-Management ist ein essenzieller Bestandteil der STI-Kontrolle und umfasst auch die beschleunigte Partnertherapie (EPT).
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Hintergrund

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) stellen weltweit ein erhebliches Gesundheitsproblem dar. Unbehandelt können sie zu schwerwiegenden Komplikationen wie Unfruchtbarkeit, ektopen Schwangerschaften, Totgeburten (insbesondere bei Syphilis) und einem erhöhten HIV-Übertragungsrisiko führen. Die WHO-Leitlinie 2026 fokussiert sich auf die gesamte Versorgungskaskade von der Prävention bis zum Partner-Management.

Prävention und Screening

Die primäre Prävention umfasst Aufklärung, die Bereitstellung von Kondomen und Gleitmitteln sowie Impfungen (HPV, Hepatitis B). Ein gezieltes asymptomatisches Screening wird für bestimmte Risikogruppen empfohlen:

ZielgruppeScreening-EmpfehlungHäufigkeit
Schwangere FrauenSyphilis-Test (unabhängig von Prävalenz)Beim ersten Vorsorgetermin (ggf. Wiederholung im 3. Trimenon)
MSM & TransgenderSyphilis-Serologie, Gonorrhö/Chlamydien (NAAT)Basierend auf lokaler Epidemiologie und Risiko
Sexarbeiter:innenSyphilis-Serologie, Gonorrhö/ChlamydienBasierend auf lokaler Epidemiologie und Risiko
HIV-PrEP-NutzerSyphilis, Gonorrhö, ChlamydienOft gekoppelt an PrEP-Follow-up (z. B. alle 3-6 Monate)

Diagnostik

Die Diagnostik stützt sich auf zwei Hauptsäulen:

  • Syndromisches Management: Nutzung standardisierter Flowcharts zur sofortigen Therapieentscheidung am Tag der Vorstellung (z. B. bei urethralem/vaginalem Ausfluss oder genitalen Ulzera).
  • Ätiologische Diagnostik: Wo verfügbar, sollte eine erregerspezifische Testung erfolgen. Die Nukleinsäure-Amplifikationstechnik (NAAT) ist der Goldstandard für C. trachomatis, N. gonorrhoeae und M. genitalium.
  • Point-of-Care-Tests (POCT): Duale HIV/Syphilis-Schnelltests werden besonders in der Schwangerenvorsorge und bei Schlüsselpopulationen empfohlen. Selbsttests und Selbstabstrich-Verfahren erhöhen die Akzeptanz.

Therapie der häufigsten STIs

Die Behandlung sollte idealerweise am Tag der Diagnose beginnen. Die folgende Tabelle fasst die First-Line-Therapien für Erwachsene und Jugendliche zusammen:

InfektionFirst-Line-Therapie (Erwachsene)Therapie in der Schwangerschaft
GonorrhöCeftriaxon 1 g i.m. (Einzeldosis)Wie Erwachsene
ChlamydienDoxycyclin 100 mg p.o. (2x/Tag für 7 Tage)Azithromycin 1 g p.o. (Einzeldosis)
Syphilis (Frühstadium)Benzathin-Penicillin 2,4 Mio. IE i.m. (Einzeldosis)Wie Erwachsene
Syphilis (Spätstadium)Benzathin-Penicillin 2,4 Mio. IE i.m. (1x/Woche für 3 Wochen)Wie Erwachsene
TrichomoniasisMetronidazol 400/500 mg p.o. (2x/Tag für 7 Tage)Wie Erwachsene
Bakterielle VaginoseMetronidazol 400/500 mg p.o. (2x/Tag für 7 Tage)Wie Erwachsene
M. genitaliumDoxycyclin (7 Tage), gefolgt von Azithromycin oder MoxifloxacinPristinamycin 1 g p.o. (4x/Tag für 10 Tage)

Partner-Management

Um Reinfektionen zu vermeiden und Infektionsketten zu unterbrechen, müssen Sexualpartner in die Behandlung einbezogen werden. Die WHO empfiehlt verschiedene Ansätze:

  • Patient Referral: Der Indexpatient informiert seine Partner selbst.
  • Provider Referral: Das medizinische Personal kontaktiert die Partner direkt (mit Einverständnis).
  • Expedited Partner Therapy (EPT): Der Indexpatient erhält Medikamente oder ein Rezept zur direkten Weitergabe an den Partner (ohne vorherige ärztliche Untersuchung des Partners), sofern national zulässig.

Überwachung und Resistenzen

Die Überwachung von Antibiotikaresistenzen, insbesondere bei N. gonorrhoeae, hat höchste Priorität. Nationale Leitlinien sollten angepasst werden, wenn die Resistenzrate für eine First-Line-Therapie ≥5 % erreicht.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie bei fehlender Laborkapazität die syndromischen Flowcharts der WHO für einen sofortigen Therapiebeginn am selben Tag, um die Weiterverbreitung und Komplikationen zu minimieren.

Häufig gestellte Fragen

Die First-Line-Therapie besteht aus einer Einzeldosis von 1 g Ceftriaxon intramuskulär.
Bei allen schwangeren Frauen routinemäßig beim ersten Antenatal-Termin, unabhängig von der lokalen Prävalenz.
Doxycyclin 100 mg oral zweimal täglich für sieben Tage. Bei Schwangeren wird stattdessen Azithromycin 1 g als Einzeldosis empfohlen.
Die Nukleinsäure-Amplifikationstechnik (NAAT) ist der einzige geeignete diagnostische Test für M. genitalium.

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