AWMFS3Onkologie

Speicheldrüsentumoren: Diagnostik, Therapie, Nachsorge

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF S3-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie von gut- und bösartigen Speicheldrüsentumoren des Kopfes. Da sich viele bösartige Tumoren klinisch über lange Zeit wie gutartige verhalten und die pathologische Abgrenzung oft schwierig ist, werden beide Entitäten in diesem Dokument gemeinsam betrachtet.

Speicheldrüsentumoren weisen eine hohe histomorphologische Vielfalt auf und treten an unterschiedlichen Lokalisationen auf, wie den großen Kopfspeicheldrüsen oder den kleinen Speicheldrüsen des oberen Aerodigestivtraktes. Die Inzidenz liegt bei etwa 6 bis 8 pro 100.000 Einwohnern, wobei bis zu 20 Prozent der Tumoren maligne sind.

Ein wesentliches Ziel der Leitlinie ist es, bösartige Tumoren frühzeitig zu erkennen und einer adäquaten onkologischen Therapie zuzuführen. Gleichzeitig soll eine Übertherapie gutartiger Tumoren vermieden und moderne, minimal-invasive Therapieverfahren gefördert werden.

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Praxis-Hinweis der Leitlinie betrifft den Umgang mit unerwarteten Malignomen im intraoperativen Schnellschnitt. Es wird empfohlen, in einem solchen Fall unmittelbar die onkologische Resektion (z.B. totale Parotidektomie mit Neck Dissection) zu komplettieren, sofern die betroffene Person präoperativ über diese Option aufgeklärt wurde. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer umfassenden präoperativen Aufklärung auch bei primär benigne imponierenden Befunden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die Sonografie als primäre bildgebende Modalität bei Raumforderungen der großen Speicheldrüsen. Bei Verdacht auf Malignität sollte ergänzend eine kontrastmittelverstärkte MRT erfolgen.

Eine elektive zervikale Lymphadenektomie wird bei high-grade Histologien, T3/T4-Tumoren oder extraparenchymalem Wachstum empfohlen. Auch bei lokal fortgeschrittenen adenoid-zystischen Karzinomen sollte sie laut Leitlinie erwogen werden.

Es wird eine extrakapsuläre Dissektion oder eine laterale Parotidektomie unter Verwendung von Neuromonitoring empfohlen. Eine bloße Enukleation gilt laut Leitlinie aufgrund hoher Rezidivraten als obsolet.

Eine adjuvante Bestrahlung wird bei Risikofaktoren wie T3/T4-Stadium, high-grade Histologie, Lymphknotenbefall, Perineuralscheideninfiltration oder knappen Resektionsrändern empfohlen. Bei allen adenoid-zystischen Karzinomen wird sie grundsätzlich angeraten.

Die Leitlinie empfiehlt eine Nachsorge über einen Zeitraum von zehn Jahren. Bei Patienten mit einem adenoid-zystischen Karzinom wird aufgrund des Risikos von Spätmetastasen eine lebenslange Nachsorge angeraten.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: AWMF 007-102: Diagnostik und Therapie von Speicheldrüsentumoren des Kopfes (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.