BfArM2018

HES-Infusionen: Rote-Hand-Brief & Kontraindikationen

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: BfArM (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Rote-Hand-Brief des BfArM aus dem Jahr 2018 adressiert schwerwiegende Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit Hydroxyethylstärke (HES)-haltigen Infusionslösungen. Hintergrund sind erhöhte Risiken für Nierenfunktionsstörungen und tödliche Verläufe bei bestimmten Patientengruppen.

Um die Patientensicherheit zu gewährleisten, wurden die bestehenden Anwendungsbeschränkungen deutlich verschärft. Eine kontraindizierte Anwendung ist laut BfArM mit einem Risiko für schwerwiegende Gesundheitsschäden einschließlich einer erhöhten Mortalität verbunden.

Empfehlungen

Strenge Indikationsstellung

Laut Rote-Hand-Brief sollen HES-haltige Arzneimittel zur Infusion ausschließlich zur Behandlung einer Hypovolämie aufgrund eines akuten Blutverlusts eingesetzt werden. Dies gilt zudem nur dann, wenn der Einsatz von kristalloiden Lösungen allein als nicht ausreichend erachtet wird.

Kontrolliertes Zugangsprogramm

Das BfArM informiert über die Einführung eines neuen Programms für den kontrollierten Zugang zu HES-haltigen Infusionslösungen. Es werden ausschließlich akkreditierte Krankenhäuser und Zentren mit diesen Arzneimitteln beliefert.

Voraussetzung für diese Akkreditierung ist eine spezielle Pflichtschulung. Alle relevanten medizinischen Fachkräfte, die HES verschreiben oder anwenden, müssen diese Schulung zur sicheren und wirksamen Anwendung absolvieren.

Kontraindikationen

Der Rote-Hand-Brief listet folgende Kontraindikationen für die Anwendung von HES-haltigen Infusionslösungen auf:

  • Sepsis

  • Kritisch kranke Patienten

  • Nierenfunktionsstörung oder Nierenersatztherapie

  • Dehydrierte Patienten

  • Verbrennungen

  • Intrakranielle oder zerebrale Blutung

  • Hyperhydrierte Patienten (einschließlich Patienten mit Lungenödem)

  • Schwere Gerinnungsstörungen

  • Schwere Leberfunktionsstörungen

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💡Praxis-Tipp

Der wichtigste Aspekt für den klinischen Alltag ist die strikte Vermeidung von HES bei septischen oder kritisch kranken Patienten sowie bei vorbestehenden Nierenfunktionsstörungen. Die Indikation beschränkt sich laut BfArM ausschließlich auf den akuten Blutverlust, und auch hier nur als Zweitlinientherapie, wenn kristalloide Lösungen allein nicht ausreichen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Rote-Hand-Brief ist die Anwendung strikt auf die Behandlung der Hypovolämie infolge eines akuten Blutverlusts beschränkt. Dies gilt zudem nur, wenn kristalloide Lösungen allein nicht ausreichen.

Das BfArM warnt vor einem erhöhten Risiko für Nierenfunktionsstörungen und tödliche Verläufe. Dies betrifft insbesondere kritisch kranke oder septische Patienten bei einer kontraindizierten Anwendung.

Die Verordnung und Anwendung darf nur durch medizinisches Fachpersonal erfolgen, das eine spezifische Pflichtschulung absolviert hat. Zudem werden im Rahmen eines neuen Zugangsprogramms nur noch akkreditierte Krankenhäuser mit HES beliefert.

Nein, laut den aktualisierten Sicherheitsinformationen stellen sowohl Verbrennungen als auch Dehydratation absolute Kontraindikationen für die Gabe von HES dar.

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Quelle: Rote-Hand-Brief zu Hydroxyethylstärke (HES)-haltigen Arzneimitteln zur Infusion: Neue Maßnahmen zur Verstärkung der bestehenden Beschränkungen (BfArM, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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