RKI/STIKO2026Infektiologie

Herpes Zoster Impfung ab 18: STIKO-Empfehlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: RKI/STIKO (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die STIKO hat ihre Empfehlung zur Herpes-zoster-Impfung (HZ) mit dem adjuvantierten Subunit-Totimpfstoff (Shingrix) aktualisiert. Ziel ist es, die Häufigkeit von Gürtelrose sowie Komplikationen wie die postherpetische Neuralgie (PHN) zu reduzieren.

Das Risiko für eine HZ-Erkrankung steigt nicht nur mit dem Alter, sondern ist auch bei Immunsuppression und bestimmten chronischen Grunderkrankungen signifikant erhöht. Bisher galt die Indikationsimpfung erst ab einem Alter von 50 Jahren.

Die neue Empfehlung schließt nun gezielt jüngere, stark gefährdete Patientengruppen ein. Die Standardimpfung für alle Personen ab 60 Jahren bleibt von dieser Neuerung unberührt.

Empfehlungen

Indikationsstellung

Laut Leitlinie wird die Impfung als Indikationsimpfung für Personen ab 18 Jahren mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung empfohlen (Indikationsimpfung I). Dies betrifft angeborene oder erworbene Immundefizienzen sowie schwere Ausprägungen chronischer Grunderkrankungen.

Zu den spezifischen Risikogruppen zählen laut Leitlinie unter anderem:

  • Zustand nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSZT)

  • Immunsuppressive Medikation (z. B. Rituximab, JAK-Inhibitoren, zytostatische Chemotherapie)

  • Schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder schweres Asthma bronchiale

  • Schwere chronische Nierenerkrankungen oder schlecht eingestellter Diabetes mellitus

Leichte, unkomplizierte oder medikamentös gut kontrollierte chronische Erkrankungen bei 18- bis 59-Jährigen rechtfertigen gemäß Leitlinie keine Indikationsimpfung.

Diagnostik vor Impfung

Eine routinemäßige serologische Bestimmung des VZV-Immunstatus vor der Impfung ist laut Empfehlung im Allgemeinen nicht erforderlich. Bei fast allen in Deutschland vor 2004 aufgewachsenen Personen kann von einer natürlichen Immunität ausgegangen werden.

Zeitpunkt der Impfung

Es wird empfohlen, die Impfung möglichst vor Beginn einer geplanten immunsuppressiven Therapie oder Organtransplantation durchzuführen.

Bei B-Zell-ablativen Therapien (wie Rituximab) sollte die Impfung gemäß Leitlinie 4 Wochen vor der nächsten Gabe verabreicht werden. Nach einer durchgemachten HZ-Erkrankung wird ein Impfabstand von 6 bis 12 Monaten angeraten.

Dosierung

Die Leitlinie empfiehlt folgendes Dosierungsschema für den adjuvantierten HZ-Subunit-Totimpfstoff (Shingrix):

PatientengruppeDosisImpfschemaAnmerkungen
Standard-Indikation ab 18 Jahren0,5 ml i.m.2 Dosen im Abstand von 2 bis 6 Monaten-
Immundefizienz / vor Immunsuppression0,5 ml i.m.2 Dosen im Abstand von 1 bis 2 MonatenVerkürztes Intervall zur schnellen Immunisierung

Eine Auffrischimpfung nach Abschluss der Grundimmunisierung wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Die Impfung ist kontraindiziert bei Personen mit schweren allergischen Reaktionen (z. B. Anaphylaxie) auf einen der Inhaltsstoffe in der Vorgeschichte.

Aus Gründen der Vorsicht sollte eine Anwendung des Impfstoffs während der Schwangerschaft und Stillzeit vermieden werden, da hierzu keine ausreichenden Daten vorliegen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist ausdrücklich auf die hohe lokale und systemische Reaktogenität des Totimpfstoffs hin. Es wird empfohlen, Geimpfte bereits bei der ersten Dosis über mögliche, meist kurzlebige Nebenwirkungen wie Schmerzen, Fatigue oder Fieber aufzuklären. Dies ist entscheidend, da die zweite Impfstoffdosis für einen langanhaltenden Schutz zwingend erforderlich ist und nicht aufgrund initialer Impfreaktionen ausgelassen werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut STIKO kann der HZ-Totimpfstoff zeitgleich mit inaktivierten Grippeimpfstoffen, COVID-19-mRNA-Impfstoffen, RSV-Impfstoffen oder Tdap-Impfstoffen verabreicht werden. Es wird empfohlen, die Injektionen an unterschiedlichen Gliedmaßen vorzunehmen.

Die Leitlinie beschreibt ein möglicherweise geringgradig erhöhtes Risiko von etwa 3 zusätzlichen GBS-Fällen pro 1 Million verabreichter Impfstoffdosen. Gleichzeitig wird betont, dass eine Herpes-zoster-Erkrankung selbst das GBS-Risiko deutlich stärker erhöht, weshalb der Nutzen der Impfung überwiegt.

Eine routinemäßige Titerbestimmung wird von der STIKO nicht empfohlen, da die meisten Erwachsenen immun sind. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei unklarer Anamnese bei nach 2004 Geborenen, kann eine Serologie erwogen werden.

Bei seronegativen Personen ohne Immunsuppression empfiehlt die Leitlinie zunächst eine Grundimmunisierung mit dem VZV-Lebendimpfstoff. Die HZ-Impfung kann dann frühestens 6 Monate nach Abschluss dieser Grundimmunisierung erfolgen.

Nach bisherigen Beobachtungsstudien bei Immungesunden besteht laut Leitlinie eine Schutzdauer von mindestens 10 Jahren. Für immundefiziente Personen liegen noch keine Langzeitdaten vor, weshalb aktuell keine Empfehlung zu Auffrischimpfungen existiert.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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