COVID-19-Impfempfehlung 2024: STIKO
Hintergrund
Die STIKO hat im Epidemiologischen Bulletin 2024 ihre Empfehlungen zur COVID-19-Impfung aktualisiert. Ein Großteil der Bevölkerung verfügt mittlerweile über eine hybride Immunität durch Impfungen und durchgemachte SARS-CoV-2-Infektionen.
Diese hybride Immunität bietet laut Leitlinie im Allgemeinen einen guten Schutz vor schweren Krankheitsverläufen. Bei gesunden Personen verlaufen Infektionen mit den derzeit zirkulierenden Varianten überwiegend mild.
Das Risiko für schwere COVID-19-Verläufe nimmt jedoch mit steigendem Alter ab 60 Jahren stetig zu. Die Leitlinie zielt darauf ab, den Impfstatus der Bevölkerung zu überprüfen und durch gezielte Auffrischimpfungen zu vervollständigen.
Empfehlungen
Die STIKO-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur COVID-19-Impfung:
Basisimmunität
Eine Basisimmunität wird durch mindestens 3 SARS-CoV-2-Antigenkontakte erreicht, wobei laut Leitlinie mindestens ein Kontakt eine Impfung sein sollte. Folgende Personengruppen sollen über diese Basisimmunität verfügen:
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Alle Personen im Alter ab 18 Jahren
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Kinder und Jugendliche (6 Monate bis 17 Jahre) mit einer Grundkrankheit und erhöhtem Risiko
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Personal in der medizinischen und pflegenden Versorgung
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Enge Kontaktpersonen von Immunsupprimierten
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Frauen im gebärfähigen Alter und Schwangere
Fehlende Antigenkontakte sollen durch Impfungen komplettiert werden. Bei einer vollständigen Neuimmunisierung (3 Impfungen) wird ein Abstand von 4 bis vorzugsweise 12 Wochen zwischen den ersten beiden Dosen und 6 Monaten zur dritten Dosis empfohlen.
Jährliche Auffrischimpfung
Zusätzlich zur Basisimmunität wird für bestimmte Gruppen eine jährliche Auffrischimpfung im Herbst mit einem variantenangepassten Impfstoff empfohlen:
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Personen im Alter ab 60 Jahren
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Personen ab 6 Monaten mit relevanten Grundkrankheiten (z. B. COPD, Diabetes, ZNS-Erkrankungen, Immundefizienz)
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Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen
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Enge Kontaktpersonen von Personen ohne zu erwartende schützende Immunantwort
Für immungesunde Personen dieser Gruppen, die im laufenden Jahr bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, ist die Herbstimpfung in der Regel nicht notwendig. Gesunden Erwachsenen unter 60 Jahren und gesunden Schwangeren wird bei bestehender Basisimmunität keine jährliche Auffrischimpfung empfohlen.
Besonderheiten bei Immundefizienz
Bei Personen mit relevanter Einschränkung der Immunantwort können laut Leitlinie zusätzliche Impfstoffdosen im Abstand von mindestens 4 Wochen notwendig sein.
Die Impfantwort kann in diesen Fällen frühestens 4 Wochen nach der Impfung durch eine quantitative Antikörperbestimmung gegen das Spikeprotein überprüft werden. Bei fehlender Antikörperantwort kann die Dosis im Off-Label-Use erhöht oder ein anderer Impfstofftyp verwendet werden.
Dosierung
Die Leitlinie nennt folgende zugelassene mRNA-Impfstoffe und Dosierungen für die variantenangepassten Präparate:
| Impfstoff | Altersgruppe | Dosis |
|---|---|---|
| Comirnaty | 6 Monate – 4 Jahre | 3 µg |
| Comirnaty | 5 – 11 Jahre | 10 µg |
| Comirnaty | ab 12 Jahren | 30 µg |
| Spikevax | 6 Monate – 5 Jahre | 25 µg |
| Spikevax | 6 – 11 Jahre | 25 µg |
| Spikevax | ab 12 Jahren | 50 µg |
Für Nuvaxovid (proteinbasiert) nennt die Leitlinie eine Zulassung ab 12 Jahren.
Bei Kindern ohne abgeschlossene Grundimmunisierung und ohne vorherige Infektion sind laut Zulassung bei Comirnaty 3 Dosen und bei Spikevax 2 Dosen erforderlich. Bei bereits abgeschlossener Grundimmunisierung oder durchgemachter Infektion reicht eine Einzeldosis im Abstand von mindestens 3 Monaten zur letzten Impfung.
Kontraindikationen
Laut Leitlinie soll bei Personen im Alter von 12 bis unter 30 Jahren sowie bei Schwangeren in der Regel kein Spikevax-Produkt (Moderna) verwendet werden.
Für Kinder unter 12 Jahren gibt es hingegen keine Einschränkung mehr. Sowohl Comirnaty als auch Spikevax können eingesetzt werden, da in dieser Altersgruppe keine Hinweise auf ein erhöhtes Myokarditis-Risiko bestehen.
💡Praxis-Tipp
Ein verlängerter Impfabstand bei der Grundimmunisierung bewirkt laut Leitlinie eine höhere Impfstoffwirksamkeit, einen länger anhaltenden Schutz und ein reduziertes Myokarditis-Risiko. Es wird daher empfohlen, bei einer primären Impfserie einen Abstand von vorzugsweise 12 Wochen (statt 3-4 Wochen) zwischen den ersten beiden Dosen einzuhalten. Zudem wird betont, dass eine alleinige Infektion oder eine 2-malige Impfung ohne weiteren Antigenkontakt längerfristig nicht ausreichend vor schweren Verläufen schützt.
Häufig gestellte Fragen
Die STIKO empfiehlt eine jährliche Auffrischimpfung im Herbst für Personen ab 60 Jahren, Bewohner von Pflegeeinrichtungen und medizinisches Personal. Auch Personen ab 6 Monaten mit relevanten Grundkrankheiten sowie enge Kontaktpersonen von Immunsupprimierten sollen geimpft werden.
Laut Leitlinie können bei Kindern unter 12 Jahren nunmehr beide mRNA-Impfstoffe (Comirnaty und Spikevax) eingesetzt werden. Aktuelle Daten zeigen in dieser Altersgruppe für keinen der beiden Impfstoffe ein erhöhtes Myokarditis-Risiko.
Eine Basisimmunität wird durch mindestens drei Antigenkontakte erreicht, wovon mindestens einer durch eine Impfung erfolgt sein muss. Fehlende Kontakte sollen durch Impfungen ergänzt werden, wobei Infektionen nur mit einem Abstand von mindestens drei Monaten zur letzten Impfung gewertet werden.
Gesunden Erwachsenen unter 60 Jahren sowie gesunden Schwangeren wird derzeit keine jährliche Auffrischimpfung empfohlen. Voraussetzung hierfür ist, dass bereits eine vollständige Basisimmunität aus drei Antigenkontakten besteht.
Bei immundefizienten Personen können laut Leitlinie zusätzliche Impfstoffdosen im Abstand von mindestens vier Wochen erforderlich sein. Es wird empfohlen, die Impfantwort frühestens vier Wochen nach der Gabe serologisch zu überprüfen und die Dosis bei Bedarf im Off-Label-Use zu erhöhen.
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Quelle: RKI: Impfempfehlung-Zusfassung (RKI/STIKO, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.