Impfen bei Immundefizienz: Sicherheit & Titerkontrolle
Hintergrund
Die STIKO-Fachinformation bietet grundlegende Anwendungshinweise für Impfungen bei Patienten mit Immundefizienz. Durch den zunehmenden Einsatz von Immunsuppressiva und Biologika sowie die verbesserte Diagnostik primärer Immundefekte steigt der Beratungsbedarf in der Praxis kontinuierlich.
Laut Leitlinie weisen Menschen mit immunologischen Funktionsstörungen oft eine zu geringe Impfquote auf. Ursächlich hierfür sind häufig Unsicherheiten bezüglich der Indikationen, Kontraindikationen und der Sicherheit von Lebendimpfstoffen.
Neben dem individuellen Schutz betont das Dokument die Wichtigkeit der Herdenimmunität. Um immundefiziente Patienten indirekt zu schützen, wird für Erreger wie Masern und Pertussis eine Impfquote von 92 bis 94 Prozent in der Allgemeinbevölkerung benötigt.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine negative Serologie nach einer Impfung eine protektive Immunantwort nicht zwingend ausschließt, da neben der humoralen auch eine zelluläre Immunität induziert wird. Dennoch wird bei der Pertussis-Impfung betont, dass die quantitative Bestimmung von Antikörpern zur Beurteilung der Schutzwirkung nicht hilfreich ist, da keine verlässlichen Grenzwerte existieren.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt, eine serologische Kontrolle des Impferfolgs vier bis acht Wochen nach Abschluss der Impfserie durchzuführen. Hierbei wird ein vierfacher Titeranstieg als positive Impfantwort gewertet.
Bei vielen Patienten mit Immundefizienz sind Lebendimpfstoffe kontraindiziert, da sie schwere Infektionen auslösen können. Es wird empfohlen, Lebendimpfungen mindestens zwei Wochen vor Beginn einer immunmodulatorischen Therapie abzuschließen.
Totimpfstoffe gelten laut Leitlinie als sicher und rufen keine impfstoffassoziierten Infektionen hervor. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Immunantwort und der resultierende Schutz je nach Schweregrad des Immundefekts vermindert sein können.
Es wird eine konsequente Impfung aller Haushaltskontakte und Kontaktpersonen im direkten Umfeld empfohlen. Zudem schützt eine hohe Impfquote in der Allgemeinbevölkerung (Herdenimmunität) diese vulnerablen Patientengruppen.
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Quelle: RKI: STIKO Fachinformation Shingrix (RKI/STIKO, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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