AkdÄ2020

Herpes zoster nach Shingrix-Impfung: AkdÄ-Sicherheitswarnung

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) informiert in einer Sicherheitswarnung aus dem Jahr 2020 über das Auftreten von Herpes zoster (HZ) nach Impfungen. Berichtet werden Fälle von zoster-artigen, teils bläschenförmigen Hautläsionen in engem zeitlichem Zusammenhang mit der Gabe des Impfstoffs Shingrix.

Das Varizella-Zoster-Virus (VZV) persistiert nach einer Primärinfektion in sensorischen Ganglien. Bei einer Reaktivierung, deren Risiko mit zunehmendem Alter oder bei Immunsuppression steigt, kommt es zum typischen klinischen Bild des Herpes zoster.

Shingrix ist ein adjuvantierter Subunit-Totimpfstoff, der zur Verhinderung von HZ und der postherpetischen Neuralgie eingesetzt wird. Da es sich nicht um einen Lebendimpfstoff handelt, ist die Auslösung einer aktiven Infektion durch die Vakzine selbst pathophysiologisch eigentlich nicht möglich.

Empfehlungen

Die AkdÄ fasst in ihrer Mitteilung folgende zentrale Beobachtungen und Empfehlungen zusammen:

Klinische Beobachtungen

Laut AkdÄ traten die gemeldeten Hautreaktionen in über 80 % der Fälle bereits nach der ersten Impfdosis auf. Der mediane zeitliche Abstand zwischen der Impfung und dem Beginn der Beschwerden lag bei 14 Tagen.

Es wird darauf hingewiesen, dass bei einigen betroffenen Personen bereits in der Anamnese ein Herpes zoster bekannt war. In den ursprünglichen Zulassungsstudien waren solche Personen ausgeschlossen worden.

Mögliche Ursachen

Die Mitteilung diskutiert verschiedene Hypothesen für das Auftreten der Läsionen:

  • Zufällige Koinzidenz: Da nach der ersten Dosis noch kein vollständiger Impfschutz besteht, könnte es sich um eine natürliche VZV-Reaktivierung handeln.

  • Impfreaktion: Die Effloreszenzen könnten lediglich ein zoster-ähnlicher Hautausschlag als Reaktion auf das Antigen sein.

  • Immunologische Interaktion: Es wird hypothetisiert, dass die durch die Impfung induzierten CD4-positiven T-Lymphozyten den Latenzzustand des Virus in den Reservoirzellen stören könnten.

Meldung von Verdachtsfällen

Es wird empfohlen, alle Verdachtsfälle von Herpes-zoster-artigen bullösen Hautreaktionen nach einer Shingrix-Impfung zu melden. Die AkdÄ bittet um die Übermittlung entsprechender Beobachtungen über ihren Berichtsbogen oder die Online-Meldung.

Anmerkung: Der Quelltext weist darauf hin, dass eine begleitende Studie des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zu diesem Thema mittlerweile abgeschlossen und im Dezember 2023 veröffentlicht wurde.

Dosierung

Die Mitteilung zitiert die STIKO-Empfehlungen zur Anwendung des Impfstoffs Shingrix:

ImpfstoffAntigen-GehaltImpfschemaZielgruppe
Shingrix (Totimpfstoff)50 μg rekombinantes VZV1-Glykoprotein-E2 Dosen im Abstand von 2 bis 6 MonatenPersonen ab 60 Jahren
Shingrix (Totimpfstoff)50 μg rekombinantes VZV1-Glykoprotein-E2 Dosen im Abstand von 2 bis 6 MonatenPersonen ab 50 Jahren mit Immunsuppression oder schwerer Grundkrankheit
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💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass nach der ersten Dosis des Totimpfstoffs noch kein vollständiger Impfschutz besteht und Herpes-zoster-artige Läsionen auftreten können. Bei entsprechenden bullösen Hautreaktionen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung wird eine genaue klinische Dokumentation sowie die Meldung als unerwünschte Arzneimittelwirkung an die AkdÄ empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Da es sich um einen rekombinanten Untereinheiten-Impfstoff handelt, kann er laut AkdÄ nicht unmittelbar eine Infektion hervorrufen. Die genaue Ätiologie der beobachteten zoster-artigen Läsionen nach der Impfung wird in der Mitteilung als unklar beschrieben.

Die gemeldeten Fälle traten im Median 14 Tage nach der Impfung auf. In über 80 % der Fälle wurde die Reaktion bereits nach der ersten von zwei Impfdosen beobachtet.

Die STIKO empfiehlt die Impfung standardmäßig für alle Personen ab 60 Jahren. Bei Vorliegen einer Immunsuppression oder einer schweren Grundkrankheit wird sie bereits ab 50 Jahren empfohlen.

Die AkdÄ bittet darum, Verdachtsfälle über das Online-Meldeformular auf ihrer Website zu melden. Alternativ kann der reguläre Berichtsbogen im Deutschen Ärzteblatt verwendet werden.

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Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Fallberichte von Herpes zoster bzw. Zoster-artigen Hautläsionen nach Shingrix® -Impfung (AkdÄ, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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