Reiseimpfungen: Indikationen und Dosierungsschemata
Hintergrund
Die Leitlinie der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG) bietet eine evidenzbasierte Grundlage für die reisemedizinische Beratung. Ziel ist es, Reisende vor impfpräventablen Infektionskrankheiten zu schützen und den Import von Erregern zu verhindern.
Das individuelle Erkrankungsrisiko wird nicht nur durch das Reiseland bestimmt. Laut Leitlinie müssen Reiseroute, Reisedauer, Reisestil sowie individuelle Faktoren wie Alter und Vorerkrankungen in die Risiko-Nutzen-Bewertung einfließen.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern vulnerable Gruppen wie Schwangere, Kinder, ältere Menschen und Personen mit Immundefizienz. Für diese Gruppen formuliert das Dokument spezifische Anpassungen der regulären Impfschemata und weist auf Kontraindikationen hin.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, Dengue-naive Personen mit dem Impfstoff Qdenga zu impfen. Es wird darauf hingewiesen, dass bei einer nachfolgenden Wildvirus-Infektion das Risiko einer antikörpervermittelten Infektionsverstärkung (ADE) und somit eines schweren Krankheitsverlaufs nicht ausgeschlossen werden kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird eine Auffrischimpfung nach 10 Jahren empfohlen, sofern ein fortgesetztes oder erneutes Expositionsrisiko besteht. Nach der zweiten Dosis sind in der Regel keine weiteren Auffrischungen notwendig.
Totimpfstoffe können gemäß Leitlinie in der Schwangerschaft verabreicht werden, vorzugsweise im zweiten oder dritten Trimenon. Lebendimpfstoffe sind hingegen generell kontraindiziert.
Die Leitlinie empfiehlt für immunkompetente Reisende ein Schema aus drei Dosen an den Tagen 0, 7 und 21-28. Alternativ kann ein verkürztes Schema mit zwei Dosen an den Tagen 0 und 7 angewendet werden.
Bei Reisen in Länder mit Zirkulation von Polio-Wildviren oder Impfstoff-abgeleiteten Viren wird eine Auffrischung empfohlen. Bei Aufenthalten über vier Wochen fordern einige Länder eine Impfung, die zwischen vier Wochen und einem Jahr vor der Ausreise erfolgt sein muss.
Es wird die Impfung mit einem Meningokokken-ACWY-Konjugatimpfstoff empfohlen. Bei medizinischem Personal oder Katastrophenhelfern wird laut Leitlinie zusätzlich eine Impfung gegen die Serogruppe B angeraten.
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Quelle: RKI: Karte (RKI/STIKO, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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