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COVID-19-Impfstoffe Sicherheit: PEI-Bericht 2022

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) aus dem Jahr 2022 fasst Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach COVID-19-Impfungen zusammen. Der Auswertungszeitraum erstreckt sich vom 27.12.2020 bis zum 30.06.2022.

In diesem Zeitraum wurden in Deutschland über 182 Millionen Impfdosen verabreicht. Die am häufigsten eingesetzten Impfstoffe waren Comirnaty und Spikevax, gefolgt von Vaxzevria, Jcovden und Nuvaxovid.

Die Gesamtrate der gemeldeten Verdachtsfälle betrug 1,8 pro 1.000 Impfdosen. Für schwerwiegende Nebenwirkungen lag die Melderate bei 0,3 pro 1.000 Impfdosen. Eine erhöhte Sterblichkeit konnte für keinen der zugelassenen Impfstoffe festgestellt werden.

Empfehlungen

Der Bericht hebt Myokarditis und Perikarditis als sehr seltene, aber bedeutsame Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe hervor. Besonders betroffen sind junge Männer und männliche Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren.

Laut PEI deuten Daten darauf hin, dass das Risiko bei jüngeren Menschen nach Spikevax höher ist als nach Comirnaty. Daher wird für Personen unter 30 Jahren vorzugsweise Comirnaty empfohlen.

  • Die ersten Beschwerden treten typischerweise innerhalb weniger Tage nach der Impfung auf.

  • Der Verlauf ist zumeist blande und spricht gut auf Behandlung und Ruhe an.

  • Ein Risikosignal zeigt sich auch nach der Booster-Impfung, wenngleich in geringerem Ausmaß.

Spezifische Nebenwirkungen nach Impfstoff

Der Sicherheitsbericht ordnet ausgewählte Nebenwirkungen den jeweiligen Impfstoffklassen zu. Es wird auf folgende Verteilung hingewiesen:

NebenwirkungBetroffene ImpfstoffeHäufigkeit / Bemerkung
LymphadenopathieSpikevax > ComirnatyHäufiger nach Booster-Impfung
Myokarditis / PerikarditisComirnaty, Spikevax, NuvaxovidSehr selten, betrifft v.a. junge Männer
Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS)Vaxzevria, JcovdenEinzelfallberichte, v.a. nach 1. Dosis
Capillary-Leak-Syndrom (CLS)Vaxzevria, JcovdenSehr seltene Berichte, Kontraindikation bei bekanntem CLS
AnaphylaxieComirnaty, SpikevaxMeldehäufigkeit < 1/100.000 Impfungen

Thrombosen und Thrombozytopenie

Die Auswertung zeigt ein Risikosignal für das Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS) nach den Vektorimpfstoffen Vaxzevria und Jcovden. Auch für eine Immunthrombozytopenie (ITP) bei Erwachsenen gibt es nach diesen Impfstoffen Hinweise.

Für die mRNA-Impfstoffe konnte in robusteren internationalen Studien kein erhöhtes Risiko für eine ITP festgestellt werden. Ein valides Signal liegt hier laut Bericht derzeit nicht vor.

Zyklusstörungen und Post-Vac-Syndrom

Bezüglich Zyklusstörungen nach einer COVID-19-Impfung konnte auf Basis der verfügbaren Daten kein kausaler Zusammenhang mit dem Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhö) belegt werden. Die deutschen Spontanerfassungsdaten liefern zudem kein Risikosignal für verstärkte Regelblutungen.

Auch für das sogenannte "Post-Vac-Syndrom" (anhaltende, mit Müdigkeit einhergehende Beschwerden) lässt sich laut Bericht aktuell kein Risikosignal detektieren. Es wird von einer unverhältnismäßig hohen Berichterstattung in Deutschland ausgegangen.

Kontraindikationen

Der Bericht verweist auf spezifische Kontraindikationen bei bestimmten Vorerkrankungen.

  • Bei einem bekannten Capillary-Leak-Syndrom (CLS) besteht eine Kontraindikation für die Impfstoffe Vaxzevria und Jcovden.

  • Sehr seltene Schübe eines CLS wurden auch nach mRNA-Impfstoffen berichtet, insbesondere bei Personen mit entsprechender Anamnese.

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💡Praxis-Tipp

Bei jungen Männern unter 30 Jahren ist das erhöhte Risiko einer Myokarditis nach der Gabe von Spikevax zu beachten. Es wird empfohlen, in dieser Altersgruppe primär Comirnaty einzusetzen. Zudem ist bei Verdachtsfällen auf Myokarditis das typischerweise sehr kurze Zeitfenster von wenigen Tagen nach der Impfung diagnostisch relevant.

Häufig gestellte Fragen

Das Risiko ist sehr gering, betrifft aber vor allem junge Männer unter 30 Jahren nach der zweiten Dosis eines mRNA-Impfstoffs. Laut PEI-Bericht ist das Risiko nach Spikevax höher als nach Comirnaty, weshalb für diese Gruppe Comirnaty bevorzugt wird.

Der Sicherheitsbericht konnte keinen kausalen Zusammenhang zwischen mRNA-Impfstoffen und dem Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhö) feststellen. Auch für vorübergehend verstärkte Regelblutungen ergab sich aus den deutschen Daten kein Risikosignal.

Aktuell lässt sich aus den Spontanberichten kein statistisches Risikosignal für anhaltende Erschöpfungssyndrome (Post-Vac) nach einer COVID-19-Impfung ableiten. Das PEI überwacht entsprechende Meldungen jedoch weiterhin intensiv.

Ein Risikosignal für TTS und Immunthrombozytopenie (ITP) wurde in den Auswertungen für die Vektorimpfstoffe Vaxzevria und Jcovden identifiziert. Für die mRNA-Impfstoffe liegt laut Bericht kein valides Signal für diese Nebenwirkungen vor.

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Quelle: AkdÄ: Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vom 07.09.2022: Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach Impfung zum (AkdÄ, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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