AkdÄ2022

COVID-19-Impfstoffe Nebenwirkungen: AkdÄ/PEI

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), publiziert über die AkdÄ (2022), analysiert Verdachtsfälle von Nebenwirkungen nach COVID-19-Impfungen. Der Beobachtungszeitraum erstreckt sich vom Beginn der Impfkampagne bis zum 30. November 2021.

Insgesamt wurden in diesem Zeitraum über 123 Millionen Impfungen mit den Vakzinen Comirnaty, Spikevax, Vaxzevria und COVID-19 Vaccine Janssen durchgeführt. Die Melderate für alle Impfstoffe zusammen lag bei 1,6 Meldungen pro 1.000 Impfdosen.

Für schwerwiegende Reaktionen betrug die Melderate 0,2 Meldungen pro 1.000 Impfdosen. Der Bericht betont, dass die ganz überwiegende Mehrzahl der Nebenwirkungen vorübergehende lokale und systemische Reaktionen betrifft.

Empfehlungen

Der Bericht hebt folgende sehr seltene, aber klinisch bedeutsame Risiken der verschiedenen Impfstoffklassen hervor:

NebenwirkungBetroffene ImpfstoffklasseSpezifische Risikogruppe / Charakteristika
Myokarditis / PerikarditismRNA-ImpfstoffeJunge Männer (18-29 Jahre), meist nach 2. Dosis
Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS)VektorimpfstoffeNachweis von Anti-PF4-Antikörpern, oft ungewöhnliche Lokalisationen
Guillain-Barré-Syndrom (GBS)VektorimpfstoffeSehr seltene neurologische Komplikation
AnaphylaxieAlle ImpfstoffeHäufiger bei Frauen und nach der 1. Dosis

Myokarditis und Perikarditis

Laut Dokument zählen Myokarditis und Perikarditis zu den bekannten, sehr seltenen Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe. Es wird ein erhöhtes Risiko insbesondere bei jungen Männern nach der zweiten Impfdosis beschrieben.

Da das Risiko bei jüngeren Menschen nach Spikevax möglicherweise höher ist als nach Comirnaty, wird auf die STIKO-Empfehlung verwiesen:

  • Comirnaty wird vorsorglich für Personen unter 30 Jahren empfohlen.

  • Die Beschwerden treten typischerweise innerhalb weniger Tage nach der Impfung auf.

  • Die Mehrheit der Patienten spricht gut auf Behandlung und Ruhe an.

Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS)

Als schwerwiegende Nebenwirkung der Vektorimpfstoffe (Vaxzevria, Janssen) wird das TTS beschrieben. Es ist charakterisiert durch venöse oder arterielle Thrombosen in Kombination mit einer Thrombozytopenie.

Der Bericht verweist auf den Nachweis von Antikörpern gegen Plättchenfaktor 4 (Anti-PF4-Antikörper). Es wird eine frühzeitige Diagnose und Behandlung gemäß den Empfehlungen von Fachgesellschaften betont.

Anaphylaxie

Anaphylaktische Reaktionen treten bei allen vier Impfstoffen sehr selten auf. Gemäß Bericht sind sie bei der ersten Dosis und bei Frauen häufiger.

  • Erste Studien weisen darauf hin, dass es sich oft nicht um IgE-vermittelte Sofortreaktionen handelt.

  • Betroffene können nach allergologischer Testung zumeist risikoarm erneut geimpft werden.

Neurologische und hämatologische Ereignisse

Sehr selten wird nach Impfung mit Vektorimpfstoffen ein Guillain-Barré-Syndrom (GBS) beobachtet. Ein Zusammenhang mit mRNA-Impfstoffen konnte laut Bericht bisher nicht hergestellt werden.

Zudem wird auf ein Risiko für Immunthrombozytopenie (ITP) nach Vektorimpfstoffen hingewiesen. Bei Personen mit einer ITP in der Vorgeschichte wird eine Überwachung der Blutplättchenzahl nach der Impfung angeraten.

Booster-Impfungen

Erste Daten zur Auffrischungsimpfung (Booster) mit mRNA-Impfstoffen zeigen ein günstiges Sicherheitsprofil. Die Melderaten von Verdachtsfällen sind hierbei deutlich geringer als nach der Grundimmunisierung.

Kontraindikationen

Der Bericht formuliert keine absoluten Kontraindikationen, weist jedoch auf spezifische Risikokonstellationen hin.

Bei Personen mit einer Immunthrombozytopenie (ITP) in der Vorgeschichte wird eine besondere Risikoabwägung vor der Gabe von Vektorimpfstoffen angeraten.

Zudem wird aufgrund des Myokarditis-Risikos auf die STIKO-Empfehlung verwiesen, bei Personen unter 30 Jahren vorsorglich Comirnaty anstelle von Spikevax zu verwenden.

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💡Praxis-Tipp

Bei Verdacht auf ein Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS) nach Vektorimpfstoffen wird auf die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnostik inklusive Anti-PF4-Antikörper-Bestimmung hingewiesen. Zudem wird hervorgehoben, dass anaphylaktische Reaktionen nach mRNA-Impfstoffen häufig nicht IgE-vermittelt sind, sodass nach allergologischer Abklärung oft eine risikoarme Zweitimpfung möglich ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Sicherheitsbericht ist das Risiko sehr selten, betrifft aber vor allem junge Männer (18-29 Jahre) nach der zweiten Impfdosis. Das Risiko wird bei Spikevax als möglicherweise höher eingeschätzt als bei Comirnaty.

Das TTS wird im Bericht als sehr seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung der Vektorimpfstoffe Vaxzevria und COVID-19 Vaccine Janssen beschrieben. Es geht häufig mit dem Nachweis von Anti-PF4-Antikörpern einher.

Die vorliegenden Daten zeigen, dass die Melderaten für Nebenwirkungen nach einer dritten Dosis (Booster) mit Comirnaty oder Spikevax deutlich geringer ausfallen als nach den ersten beiden Impfungen.

Der Bericht verweist auf Studien, die zeigen, dass es sich oft um nicht-IgE-vermittelte Pseudoallergien handelt. Nach einer allergologischen Testung ist eine erneute Impfung zumeist risikoarm durchführbar.

Ein sehr seltenes Risiko für ein Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist für die Vektorimpfstoffe Vaxzevria und Janssen bekannt. Für mRNA-Impfstoffe konnte laut Dokument bisher kein Zusammenhang hergestellt werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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