COVID-19-Impfstoffe Nebenwirkungen: PEI-Sicherheitsbericht
Hintergrund
Der Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) aus dem Mai 2022 analysiert die gemeldeten Verdachtsfälle von Nebenwirkungen nach COVID-19-Impfungen. Der Beobachtungszeitraum erstreckt sich vom Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020 bis zum März 2022.
Insgesamt wurden in diesem Zeitraum über 172 Millionen Impfungen in Deutschland durchgeführt. Am häufigsten kamen dabei die mRNA-Impfstoffe Comirnaty und Spikevax zum Einsatz.
Die Melderate betrug über alle Impfstoffe hinweg 1,7 Meldungen pro 1.000 Impfdosen. Für schwerwiegende Reaktionen lag die Rate bei 0,2 Meldungen pro 1.000 Impfdosen.
Empfehlungen
Die Auswertungen des Berichts formulieren folgende zentrale Erkenntnisse zur Impfsicherheit:
Allgemeine Sicherheit und Mortalität
Laut Bericht ist die Melderate von Nebenwirkungen nach Auffrischimpfungen (Boostern) niedriger als nach der Grundimmunisierung.
Ein Vergleich der gemeldeten Todesfälle mit der statistisch zu erwartenden Sterblichkeit ergab kein Risikosignal für eine erhöhte Mortalität nach Gabe der zugelassenen COVID-19-Impfstoffe.
Spezifische Nebenwirkungen im Vergleich
Der Bericht ordnet bestimmte seltene Nebenwirkungen spezifischen Impfstoffklassen zu:
| Impfstoff-Klasse | Spezifische seltene Nebenwirkungen | Hauptsächlich betroffene Gruppe |
|---|---|---|
| mRNA-Impfstoffe (Comirnaty, Spikevax) | Myokarditis, Perikarditis | Vorwiegend junge Männer (12-17 Jahre) nach der 2. Dosis |
| Vektor-Impfstoff (Vaxzevria) | Sinus- und Hirnvenenthrombosen | Allgemein |
| Vektor-Impfstoffe (Vaxzevria, Jcovden) | Immunthrombozytopenie (ITP) | Erwachsene |
Myokarditis und Perikarditis
Eine Myo- oder Perikarditis stellt eine sehr seltene Nebenwirkung der mRNA-Impfstoffe dar.
Der Bericht hebt folgende Charakteristika hervor:
-
Das Risiko bei jüngeren Menschen ist nach Spikevax höher als nach Comirnaty.
-
Die Symptome klingen überwiegend rasch ab.
-
Die Patienten sprechen in der Regel gut auf Behandlung und Ruhe an.
Anaphylaktische Reaktionen
Anaphylaktische Reaktionen treten sehr selten auf und betreffen häufiger weibliche Impflinge nach der ersten Dosis.
Retrospektive Studien deuten darauf hin, dass diese Reaktionen mehrheitlich nicht IgE-vermittelt sind.
Kontraindikationen
Laut Bericht besteht eine Kontraindikation für bestimmte Impfstoffe bei folgender Vorerkrankung:
- Bekanntes Capillary-Leak-Syndrom (CLS) bei den Vektor-Impfstoffen Vaxzevria und Jcovden.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht betont, dass das Risiko für eine Myokarditis oder Perikarditis bei Personen unter 30 Jahren nach einer Impfung mit Spikevax höher ist als nach Comirnaty. Aus diesem Grund wird für diese Altersgruppe vorsorglich die Impfung mit Comirnaty empfohlen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass anaphylaktische Reaktionen meist nicht IgE-vermittelt sind und Betroffene nach allergologischer Testung oft risikoarm erneut geimpft werden können.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Sicherheitsbericht des PEI liegt die Melderate für schwerwiegende Reaktionen bei 0,2 Meldungen pro 1.000 Impfdosen. Insgesamt wird die Impfung als sicher eingestuft.
Der Bericht zeigt, dass die Melderate von Nebenwirkungen nach Auffrischimpfungen mit Comirnaty oder Spikevax niedriger ist als nach der Grundimmunisierung. Auch das Risiko für eine Myokarditis ist nach dem Booster geringer.
Eine Myokarditis tritt sehr selten auf, betrifft aber vor allem junge Männer und männliche Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren. Die Symptome zeigen sich typischerweise wenige Tage nach der zweiten Dosis eines mRNA-Impfstoffs.
Die Analysen des PEI ergaben für die mRNA-Impfstoffe Comirnaty und Spikevax kein Risikosignal für Sinusvenenthrombosen oder Lungenembolien. Ein erhöhtes Risiko für Sinus- und Hirnvenenthrombosen wurde lediglich nach dem Vektorimpfstoff Vaxzevria festgestellt.
Der Bericht erwähnt, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) das Auftreten von starken Regelblutungen oder Amenorrhö nach mRNA-Impfungen untersucht. Ein abschließendes Risikosignal wurde zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht formell bestätigt.
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Quelle: AkdÄ: Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vom (AkdÄ, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.