IQWiG2018Rheumatologie

Rheumatoide Arthritis: Tofacitinib-Therapie & Dosierung

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen des Wirkstoffs Tofacitinib bei rheumatoider Arthritis. Es handelt sich um eine erneute Bewertung nach Ablauf einer Befristung.

Die Zielpopulation umfasst erwachsene Patientinnen und Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis, die bisher nicht mit einem biotechnologisch hergestellten krankheitsmodifizierenden Antirheumatikum (bDMARD) behandelt wurden. Für diese Gruppe ist eine erstmalige Therapie mit einem bDMARD angezeigt, da sie unzureichend auf klassische DMARDs (cDMARDs) angesprochen haben.

Bewertet wird die Kombinationstherapie von Tofacitinib mit Methotrexat (MTX). Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) unter anderem Adalimumab in Kombination mit MTX festgelegt, worauf sich der direkte Studienvergleich stützt.

Empfehlungen

Die IQWiG-Nutzenbewertung formuliert folgende Kernaussagen zum Vergleich von Tofacitinib plus Methotrexat (MTX) gegenüber Adalimumab plus MTX:

Mortalität und Morbidität

  • Für das Gesamtüberleben zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.

  • Bezüglich der Remission und dem Erreichen einer niedrigen Krankheitsaktivität lässt sich kein Zusatznutzen für Tofacitinib ableiten.

  • Auch bei weiteren Morbiditätsendpunkten wie Schmerz, Fatigue, körperlichem Funktionsstatus oder der Anzahl geschwollener Gelenke zeigt sich kein signifikanter Unterschied.

Nebenwirkungen und Sicherheit

  • Bei der Gesamtrate schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (SUE) und Therapieabbrüchen wegen Nebenwirkungen gibt es keine signifikanten Unterschiede.

  • Für den Endpunkt schwerwiegende Infektionen zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zuungunsten von Tofacitinib plus MTX.

  • Daraus wird ein Hinweis auf einen höheren Schaden durch Tofacitinib abgeleitet.

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Aufgrund des höheren Risikos für schwerwiegende Infektionen ergibt die Bewertung insgesamt einen Hinweis auf einen geringeren Nutzen von Tofacitinib plus MTX im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Dosierung

Laut Fachinformation gelten folgende Dosierungsempfehlungen für Tofacitinib:

MedikamentDosisIndikation / Patientengruppe
Tofacitinib5 mg 2-mal täglichStandarddosierung bei rheumatoider Arthritis
Tofacitinib5 mg 1-mal täglichSchwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min)
Tofacitinib5 mg 1-mal täglichMittelschwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B)
Tofacitinib5 mg 1-mal täglichGleichzeitige Gabe starker CYP3A4-Inhibitoren oder moderater CYP3A4- plus starker CYP2C19-Inhibitoren

Eine Dosisanpassung ist bei gleichzeitiger Anwendung mit Methotrexat nicht erforderlich. Bei älteren Patienten ab 65 Jahren ist ebenfalls keine Dosisanpassung nötig.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation bestehen folgende Kontraindikationen für Tofacitinib:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile

  • Aktive Tuberkulose (TB), schwere Infektionen wie z. B. Sepsis oder opportunistische Infektionen

  • Schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C)

  • Schwangerschaft und Stillzeit

Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Therapie bei bestimmten Laborwerten nicht eingeleitet werden sollte:

  • Absolute Lymphozytenzahl unter 750 Zellen/mm³

  • Absolute Neutrophilenzahl unter 1.000 Zellen/mm³

  • Hämoglobinwert unter 9 g/dl

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht zeigt Tofacitinib in Kombination mit MTX bei bDMARD-naiven Patienten ein höheres Risiko für schwerwiegende Infektionen im Vergleich zu Adalimumab. Es wird in der Fachinformation betont, dass vor und während der Therapie regelmäßige Laborkontrollen (Lymphozyten, Neutrophile, Hämoglobin) erforderlich sind. Bei Auftreten einer schwerwiegenden Infektion ist die Behandlung zu unterbrechen, bis die Infektion unter Kontrolle ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung zeigt Tofacitinib in Kombination mit MTX bei bDMARD-naiven Patienten keinen Zusatznutzen gegenüber Adalimumab. Aufgrund vermehrter schwerwiegender Infektionen wird stattdessen ein Hinweis auf einen geringeren Nutzen abgeleitet.

Die Standarddosierung beträgt laut Fachinformation 5 mg zweimal täglich. Bei bestimmten Begleiterkrankungen, wie einer schweren Nierenfunktionsstörung, oder bei Wechselwirkungen wird eine Reduktion auf 5 mg einmal täglich empfohlen.

Es wird empfohlen, vor Therapiebeginn die absolute Lymphozytenzahl, die Neutrophilenzahl und den Hämoglobinwert zu bestimmen. Bei Unterschreitung definierter Grenzwerte darf die Behandlung laut Fachinformation nicht eingeleitet werden.

Bei leichter Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung nötig, bei mittelschwerer Störung wird eine Dosisreduktion auf 5 mg einmal täglich empfohlen. Bei schwerer Leberfunktionsstörung ist Tofacitinib laut Fachinformation kontraindiziert.

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Quelle: IQWiG A18-28: Tofacitinib (Rheumatoide Arthritis) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Ablauf Befristung) (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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