Rheumatoide Arthritis (RA): Tofacitinib-Zusatznutzen
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das IQWiG mit einer erneuten Nutzenbewertung von Tofacitinib bei mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis. Anlass waren neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Arzneimittelsicherheit aus der Post-Marketing-Studie ORAL SURVEILLANCE.
Tofacitinib wird in Kombination mit Methotrexat (MTX) oder als Monotherapie bei MTX-Unverträglichkeit eingesetzt. Die Zielgruppe umfasst erwachsene Personen, die auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) unzureichend angesprochen haben.
Aufgrund der neuen Sicherheitsdaten wurde die Zulassung von Tofacitinib eingeschränkt. Bei bestimmten Risikogruppen darf der Wirkstoff nur noch angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen.
💡Praxis-Tipp
Die Nutzenbewertung hebt hervor, dass Tofacitinib aufgrund eines erhöhten Risikos für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) und Malignome bei Risikogruppen (wie Personen über 65 Jahren oder Rauchenden) nur noch als Reservemittel eingesetzt werden sollte. Eine Verordnung wird hier nur empfohlen, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG stellt fest, dass der Zusatznutzen nicht belegt ist, da der Hersteller keine Studiendaten vorgelegt hat, die exakt der neuen, eingeschränkten Zulassung entsprechen. Die eingereichten Daten enthielten zu viele Personen aus Risikogruppen, für die das Medikament nicht mehr primär indiziert ist.
Laut IQWiG-Bericht zeigte die Studie ORAL SURVEILLANCE ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) im Vergleich zu TNF-Inhibitoren. Dies führte zu einer europaweiten Einschränkung der Zulassung.
Die Nutzenbewertung verweist auf die Fachinformation, nach der Tofacitinib bei aktuellen oder ehemaligen Rauchenden nur angewendet werden soll, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen verfügbar sind.
Gemäß den im Bericht zitierten Vorgaben beträgt die Standarddosis zweimal täglich 5 mg als Filmtablette oder einmal täglich 11 mg als Retardtablette. Eine Dosisanpassung bei gleichzeitiger Gabe von Methotrexat ist nicht erforderlich.
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Quelle: IQWiG A21-115: Tofacitinib (Rheumatoide Arthritis) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (neue wissenschaftliche Erkenntnisse) (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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