Postpartale Blutung (PPH): Risiko durch SSRI und SNRI
Hintergrund
Die Drug Safety Mail der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2020 basiert auf Empfehlungen des Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC). Sie informiert über notwendige Anpassungen der Fach- und Gebrauchsinformationen für bestimmte Wirkstoffe.
Im Fokus stehen dabei neue Erkenntnisse zur Arzneimittelsicherheit aus Beobachtungsdaten. Dies betrifft einerseits das Blutungsrisiko unter bestimmten Antidepressiva in der Geburtshilfe und andererseits neue Nebenwirkungsprofile in der onkologischen Therapie.
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) werden häufig zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Die neuen Warnhinweise adressieren spezifische Risiken am Ende einer Schwangerschaft.
💡Praxis-Tipp
Bei Schwangeren, die im letzten Monat vor der Entbindung mit SSRI oder SNRI behandelt werden, ist mit einem erhöhten Risiko für postpartale Blutungen zu rechnen. Es wird empfohlen, Geburtshelfer und Hebammen frühzeitig über die Medikation zu informieren, um entsprechende Vorbereitungen für das peripartale Management treffen zu können.
Häufig gestellte Fragen
Laut PRAC-Empfehlung erhöhen SSRI und SNRI das Risiko für postpartale Blutungen, wenn sie im Monat vor der Geburt eingenommen werden. Dies betrifft unter anderem Citalopram, Sertralin, Venlafaxin und potenziell auch Vortioxetin.
Beobachtungsdaten zeigen laut Dokument ein weniger als zweifach erhöhtes Risiko für eine postpartale Blutung. Ein besonderes Risiko besteht bei Patientinnen mit bekannten Blutungsstörungen in der Vorgeschichte.
Die Häufigkeit hängt vom Therapieschema ab. Bei einer Monotherapie oder Kombination mit Chemotherapie gilt die Nebenwirkung als selten, bei einer Kombination mit Axitinib als gelegentlich.
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Quelle: AkdÄ: Änderung des Wortlauts von Fach- und Gebrauchsinformationen – Empfehlungen des PRAC. (AkdÄ, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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