pAVK und Aortenerkrankungen: Diagnostik & Therapie 2024
Hintergrund
Periphere arterielle Verschlusskrankheiten und Aortenerkrankungen (PAAD) erhöhen die kardiovaskuläre Mortalität und Morbidität erheblich. Im Vergleich zur koronaren Herzkrankheit werden diese Krankheitsbilder in der Praxis jedoch häufig unterdiagnostiziert und unterbehandelt.
Die DGK-Pocket-Leitlinie (2024), adaptiert von der europäischen ESC-Leitlinie, fasst den aktuellen Erkenntnisstand zusammen. Sie betont die Notwendigkeit eines ganzheitlichen, multidisziplinären Ansatzes von der frühen Diagnose bis zur langfristigen Überwachung.
Neben der klassischen pAVK der unteren Extremitäten umfasst das Dokument auch extrakranielle Karotisstenosen, Nieren- und Viszeralarterienstenosen sowie thorakale und abdominelle Aortensyndrome. Ein besonderer Fokus liegt auf der optimalen medikamentösen Therapie und strukturierten Screening-Programmen.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fallstrick in der Praxis ist die alleinige Beurteilung des Knöchel-Arm-Index (ABI) bei Patienten mit Diabetes mellitus oder chronischer Niereninsuffizienz. Da diese Patienten oft eine Mediasklerose mit nicht komprimierbaren Arterien aufweisen (ABI > 1,40), wird in diesen Fällen zwingend die Messung des Zehendrucks oder des Zehen-Arm-Index (TBI) empfohlen, um eine maskierte pAVK nicht zu übersehen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird eine elektive Aortenreparatur empfohlen, wenn der Durchmesser des Bauchaortenaneurysmas bei Männern ≥ 55 mm oder bei Frauen ≥ 50 mm beträgt. Bei rupturierten Aneurysmen wird ein sofortiges endovaskuläres Vorgehen (EVAR) bevorzugt.
Es wird eine sofortige intravenöse Anti-Impuls-Therapie empfohlen, um den systolischen Blutdruck auf unter 120 mmHg und die Herzfrequenz auf maximal 60 Schläge pro Minute zu senken. Als Mittel der ersten Wahl nennt die Leitlinie intravenöse Betablocker wie Labetalol oder Esmolol.
Die Leitlinie empfiehlt für alle Patienten mit atherosklerotischer pAVK eine Statintherapie. Der Zielwert für das LDL-Cholesterin liegt bei < 1,4 mmol/l (< 55 mg/dl), kombiniert mit einer Senkung um mehr als 50 % des Ausgangswertes.
Ein Ultraschall-Screening wird für alle Männer ab 65 Jahren empfohlen, die in ihrem Leben geraucht haben. Zudem sollte ein Screening bei Verwandten ersten Grades von BAA-Patienten ab dem 50. Lebensjahr erfolgen.
Nach einem endovaskulären Eingriff ohne hohes Blutungsrisiko sollte eine Kombination aus ASS und Rivaroxaban (2,5 mg zweimal täglich) erwogen werden. Alternativ wird eine singuläre Therapie mit ASS oder Clopidogrel empfohlen.
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Quelle: Pocket-Leitlinie: Periphere arterielle Verschlusskrankheiten und Aortenerkrankungen (Version 2024) (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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