Parenterale Antibiotikatherapie: Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie zur kalkulierten parenteralen Initialtherapie bakterieller Erkrankungen bei Erwachsenen fokussiert auf den rationalen Einsatz von Antibiotika. Die leitliniengerechte Wahl der Initialtherapie ist eine Kernstrategie des Antibiotic Stewardship (ABS).
Eine adäquate empirische Therapie hat signifikante Auswirkungen auf das klinische und ökonomische Behandlungsergebnis. Die Auswahl der Substanzen richtet sich nach dem zu erwartenden Erregerspektrum und der lokalen Resistenzsituation.
Zudem werden pharmakokinetische und pharmakodynamische Prinzipien bei der Dosisfindung berücksichtigt. Dies ist besonders bei kritisch kranken Menschen mit veränderten Verteilungsvolumina und Organdysfunktionen relevant.
💡Praxis-Tipp
Es wird dringend empfohlen, bei der kalkulierten Initialtherapie das individuelle Risiko für multiresistente Erreger (MRE) zu evaluieren. Eine unkritische Übertherapie mit Breitspektrum-Antibiotika ohne vorherige Risikostratifizierung führt zu Kollateralschäden und fördert die Resistenzentwicklung. Zudem wird betont, dass eine prolongierte oder kontinuierliche Infusion von Beta-Lactam-Antibiotika bei kritisch Kranken das Erreichen der pharmakodynamischen Ziele verbessert.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird bei einer schweren Sepsis oder einem septischen Schock die intravenöse Gabe von Antibiotika innerhalb der ersten Stunde nach Diagnosestellung empfohlen. Jede Verzögerung ist mit einer erhöhten Letalität assoziiert.
Eine orale Sequenztherapie wird empfohlen, sobald eine klinische Stabilität erreicht ist. Kriterien hierfür sind unter anderem eine Herzfrequenz unter 100/min, Entfieberung und die Fähigkeit zur oralen Nahrungsaufnahme.
Ein therapeutisches Drug-Monitoring (TDM) ist für Aminoglykoside und Vancomycin aufgrund ihrer geringen therapeutischen Breite zwingend erforderlich. Bei kritisch kranken Menschen wird ein TDM auch für Beta-Lactam-Antibiotika als sinnvoll erachtet.
Die Leitlinie empfiehlt in der Regel eine Therapiedauer von 5 bis 7 Tagen. Die Behandlung kann 48 bis 72 Stunden nach Erreichen der klinischen Stabilität und Entfieberung beendet werden.
Aufgrund veränderter Pharmakokinetik wird bei kritisch kranken Menschen eine prolongierte oder kontinuierliche Infusion von Beta-Lactam-Antibiotika empfohlen. Dies setzt jedoch idealerweise ein therapeutisches Drug-Monitoring voraus.
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Quelle: Kalkulierte parenterale Initialtherapie bakterieller Erkrankungen bei Erwachsenen (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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