Parenterale Therapie bei Urogenitalinfektionen | PEG S2k

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: PEG|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die S2k-Leitlinie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft (PEG) befasst sich mit der kalkulierten parenteralen Initialtherapie schwerer bakterieller Infektionen der Niere und des Urogenitaltrakts bei Erwachsenen.

Laut Leitlinie ist eine initiale parenterale Antibiotikatherapie in der Regel nur bei schweren klinischen Verlaufsformen mit Allgemeinsymptomen (wie Übelkeit und Erbrechen) oder bei Verdacht auf eine Sepsis erforderlich. Zu den behandelten Krankheitsbildern zählen unter anderem schwere Formen der unkomplizierten oder komplizierten Pyelonephritis, nosokomiale Harnwegsinfektionen (HWI), Urosepsis, akute Prostatitis sowie Infektionen der weiblichen Genitalorgane.

Gemäß den Experten der PEG muss die Antibiotikaauswahl das zu erwartende Erregerspektrum, pharmakokinetische Aspekte (insbesondere eine ausreichende renale Elimination) sowie die lokale Resistenzsituation berücksichtigen. Zudem weist die Leitlinie darauf hin, dass sogenannte Kollateralschäden von Antibiotika, die Resistenzentwicklungen begünstigen, bei der Auswahl bedacht werden sollten.

Empfehlungen

Nach aktueller Leitlinienempfehlung der PEG richtet sich die Therapie nach dem jeweiligen Krankheitsbild und dem Schweregrad:

Akute unkomplizierte Pyelonephritis

  • Die Leitlinie empfiehlt bei schweren Allgemeinsymptomen eine initiale parenterale Therapie.
  • Als Optionen werden Cephalosporine der Gruppe 3a, Aminopenicilline mit Beta-Lactamase-Inhibitor (BLI) oder Fluorchinolone (sofern eine Resistenz unwahrscheinlich ist) genannt. Aminoglykoside gelten aufgrund des Nebenwirkungsrisikos nicht als erste Wahl.
  • Laut PEG sollte nach klinischer Besserung so bald wie möglich auf eine orale, testgerechte Therapie umgestellt werden. Die Therapiedauer orientiert sich am Verlauf und beträgt meist 7 Tage.

Komplizierte und nosokomiale Harnwegsinfektionen

  • Gemäß Leitlinie ist vor Einleitung der Therapie grundsätzlich eine Urinkultur indiziert, da das Erregerspektrum breiter ist und eine Therapieanpassung möglich sein muss.
  • Bei nosokomialen oder Katheter-assoziierten Infektionen wird der Einsatz von Antibiotika empfohlen, die auch gegen seltenere und multiresistente gramnegative Erreger wirksam sind (z. B. Cephalosporine der Gruppe 3b/4, Carbapeneme der Gruppe 1 oder 2).
  • Die Leitlinie betont, dass eine Antibiotikatherapie nur kurativ sein kann, wenn komplizierende Faktoren (z. B. Harnstau) beseitigt werden.

Urosepsis

  • Bei Verdacht auf Urosepsis muss die parenterale Therapie laut PEG sofort (innerhalb der ersten Stunde) nach Abnahme von Blut- und Urinkulturen initiiert werden.
  • Es wird eine maximal hohe Dosierung der Antibiotika empfohlen.
  • Zudem wird eine umgehende urologische Diagnostik und Herdsanierung (z. B. Beseitigung einer Obstruktion durch Katheter oder Ureterschiene) gefordert.

Besondere Patientengruppen *

Diabetes mellitus

Bei asymptomatischer Bakteriurie und stabiler Stoffwechselsituation ist laut Leitlinie keine antimikrobielle Therapie notwendig. *

Niereninsuffizienz

Die Dosierung der Antibiotika richtet sich nach dem Grad der Nierenfunktionseinschränkung. Die PEG empfiehlt, Antibiotika erst nach Abschluss einer Dialysebehandlung zu applizieren.

Kontraindikationen

Akute bakterielle Prostatitis

  • Laut S2k-Leitlinie ist eine Prostatamassage bei der akuten bakteriellen Prostatitis kontraindiziert. Der kulturelle Erregernachweis soll stattdessen aus dem Harn erfolgen.

Eingeschränkte Nierenfunktion

  • Die PEG rät vom Einsatz potenziell nephrotoxischer Antibiotika (z. B. Aminoglykoside, Vancomycin) bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, Dialysepflicht oder nach Nierentransplantation ab.
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💡Praxis-Tipp

Gemäß der S2k-Leitlinie der PEG sollte eine initiale parenterale Antibiotikatherapie nach Besserung der klinischen Symptomatik so bald wie möglich in eine orale, testgerechte Sequenztherapie umgewandelt werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist eine empirische parenterale Therapie bei Erwachsenen in der Regel nur bei schweren Verlaufsformen mit Allgemeinsymptomen wie Übelkeit und Erbrechen oder bei Verdacht auf eine Sepsis erforderlich.

Die S2k-Leitlinie der PEG empfiehlt, die initiale parenterale Antibiotikatherapie bei Verdacht auf Urosepsis sofort, idealerweise innerhalb der ersten Stunde nach Abnahme der Kulturen, zu beginnen.

Gemäß Leitlinie ist bei Patienten mit Diabetes mellitus und einer asymptomatischen Bakteriurie keine antimikrobielle Therapie notwendig, sofern die Stoffwechselsituation stabil ist und obstruktive Störungen ausgeschlossen wurden.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine Prostatamassage zur Materialgewinnung bei einer akuten bakteriellen Prostatitis kontraindiziert ist.

Quelle: PEG S2k Kalkulierte parenterale Initialtherapie - Nieren- und Urogenitalinfektionen (PEG). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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