PEG S2k-Leitlinie: Mikrobiologie & Antibiotika-Resistenzen
Hintergrund
Laut der S2k-Leitlinie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft (PEG) ist der rationale Einsatz von Antibiotika stark von fundierten mikrobiologischen Daten abhängig. Die Leitlinie betont, dass Kenntnisse über das lokale und überregionale Erregerspektrum sowie die aktuelle Resistenzsituation essenziell sind, um eine kalkulierte parenterale Initialtherapie erfolgreich durchzuführen. Zudem wird in der Leitlinie beschrieben, dass die zunehmende Ausbreitung multiresistenter Erreger (wie MRSA, VRE oder ESBL-bildende Bakterien) eine enge Zusammenarbeit zwischen Klinik, Mikrobiologie und Krankenhaushygiene erfordert.
Empfehlungen
Die PEG-Leitlinie formuliert klare Prinzipien für die mikrobiologische Diagnostik und den Antibiotikaeinsatz:
Präanalytik und Materialgewinnung
Gemäss der Leitlinie ist die korrekte Entnahme und der Transport des Untersuchungsmaterials entscheidend. Es wird darauf hingewiesen, dass Gewebeproben und Aspirate gegenüber Abstrichen zu bevorzugen sind. *
Empfindlichkeitsprüfung
Die Leitlinie empfiehlt die Bestimmung der minimalen Hemmkonzentration (MHK) als Referenzmethode. Laut Expertenkonsens sollen hierfür die europäisch harmonisierten EUCAST-Grenzwerte herangezogen werden, während CLSI-Grenzwerte nicht mehr berücksichtigt werden sollten. *
Kulturelle Anzucht
Nach aktueller Leitlinienempfehlung bleibt die kulturelle Anzucht zwingend erforderlich, da molekularbiologische Tests (wie PCR) zwar Resistenzgene nachweisen, aber keine sichere Aussage zum Resistenzphänotyp zulassen. *
Antibiotic Stewardship (ABS)
Zur Sicherung einer rationalen Antibiotika-Anwendung wird die Einrichtung von ABS-Expertenteams empfohlen. *
Maßnahmen gegen Resistenzentwicklung
Die S2k-Leitlinie rät zu einem möglichst gezielten Antibiotikaeinsatz, adäquater Dosierung und Therapiedauer sowie zur strengen Einhaltung der Händehygiene. Bei schweren Infektionen mit Verdacht auf Pseudomonas aeruginosa wird laut Leitlinie eine Kombinationstherapie empfohlen.
Kontraindikationen
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor sogenannten Kollateralschäden durch den unkritischen Einsatz bestimmter Antibiotika-Klassen:
Fluorchinolone
Laut Leitlinie erhöht eine Vorbehandlung mit Fluorchinolonen das Risiko für Infektionen durch Fluorchinolon-resistente Erreger sowie für den Erwerb von MRSA und ESBL-bildenden Bakterien. *
Cephalosporine (Gruppe 3)
Der Einsatz dieser Wirkstoffe wird in der Leitlinie als Risikofaktor für ESBL-bildende Erreger, MRSA und VRE beschrieben. *
Carbapeneme
Die S2k-Leitlinie weist darauf hin, dass die Verwendung von Imipenem und Meropenem mit einem höheren Risiko für die Kolonisation durch MRSA, VRE und Ciprofloxacin-resistente Pseudomonas aeruginosa einhergeht. Zudem stellen sie einen Risikofaktor für Infektionen mit Stenotrophomonas maltophilia dar.
💡Praxis-Tipp
Laut der PEG-Leitlinie stellen präanalytische Fehler, wie etwa zu lange Transportzeiten oder die Untersuchung ungeeigneter Materialien, eine häufige Ursache für Diskrepanzen zwischen dem In-vitro-Antibiogramm und dem klinischen Therapieerfolg dar.
Häufig gestellte Fragen
Die S2k-Leitlinie der PEG erklärt, dass DNA-basierte Tests zwar Resistenzgene detektieren können, aber keine Aussage zum tatsächlichen Resistenzphänotyp liefern. Daher bleibt die Kultur für eine hinreichende Empfindlichkeitstestung zwingend erforderlich.
Gemäss der Leitlinie sollen die europäisch harmonisierten Grenzwerte des EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) verwendet werden, da diese die in Deutschland zugelassenen Dosierungen berücksichtigen.
Nach aktueller Leitlinienempfehlung sind für die Erregerkultur Gewebeproben und Aspirate deutlich besser geeignet als einfache Abstriche.
Laut Leitlinie handelt es sich dabei um unerwünschte ökologische Wirkungen, wie die Verdrängung der Normalflora, die Selektion resistenter Mikroorganismen (z.B. MRSA oder VRE) und das Auftreten von Clostridium-difficile-assoziierten Diarrhoen.
Die Leitlinie empfiehlt unter anderem einen gezielten Antibiotikaeinsatz, die Etablierung von Antibiotic-Stewardship-Teams, die strikte Einhaltung der Händehygiene sowie das Screening von Risikopatienten auf multiresistente Erreger.
Quelle: PEG S2k Kalkulierte parenterale Initialtherapie - Mikrobiologie (PEG). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.