Nebennierentumoren: Chirurgie, Diagnostik und Nachsorge
Hintergrund
Nebennierentumoren umfassen gut- und bösartige Veränderungen, die die Morphologie oder Funktion der Nebennieren betreffen. Die Indikation zur operativen Behandlung basiert auf der zugrundeliegenden Erkrankung unter Abwägung nicht-operativer Verfahren.
Ziel der chirurgischen Therapie ist die sichere und dauerhafte Beseitigung der krankheitsverursachenden Nebennierenerkrankung. Dabei erfordert die Behandlung eine eingriffsspezifische Diagnostik zur individualisierten Operationsplanung und Risikominimierung.
Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf der S2k-Leitlinie der AWMF zur operativen Therapie von Nebennierentumoren. Sie bietet evidenzbasierte Empfehlungen für das chirurgische und perioperative Management verschiedener Tumorentitäten.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, bei einem Phäochromozytom präoperativ auf eine adäquate alpha-Rezeptorenblockade zu verzichten, sofern eine arterielle Hypertonie vorliegt. Zudem wird betont, dass bei bilateralen Tumoren stets eine parenchymsparende Resektion (Erhalt von mindestens einem Drittel der Nebenniere) angestrebt werden sollte, um eine lebenslange und potenziell lebensbedrohliche Nebennierenrindeninsuffizienz zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die operative Entfernung von hormoninaktiven Tumoren ab einem Durchmesser von über 6 cm aufgrund des steigenden Malignitätsrisikos. Bei Tumoren unter 4 cm ohne Malignitätsverdacht sollte in der Regel auf eine Operation verzichtet werden.
Laut Leitlinie sollen primäre Nebennierentumoren bis zu 6 cm ohne Malignitätshinweise minimal-invasiv operiert werden. Dabei gelten laparoskopische und retroperitoneoskopische Zugänge als gleichwertig.
Es wird empfohlen, die Metanephrine (Metanephrin, Normetanephrin) im plasmafreien Serum oder im 24-Stunden-Sammelurin zu bestimmen. Dies gilt laut Leitlinie als der diagnostische Test der Wahl bei klinischem oder radiologischem Verdacht.
Die Leitlinie gibt an, dass bei einer Adrenalektomie im Allgemeinen keine Antibiotikaprophylaxe erforderlich ist. Eine Ausnahme bildet das Cushing-Syndrom, bei dem wegen erhöhter Infektanfälligkeit eine Single-Shot-Antibiose empfohlen wird.
Es wird eine offene en-bloc-Resektion des Tumors mit dem umgebenden retroperitonealen Fettgewebe empfohlen. Eine Eröffnung der Tumorkapsel muss zwingend vermieden werden, um das Risiko eines Lokalrezidivs nicht zu erhöhen.
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Quelle: Operative Therapie von Nebennierentumoren (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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