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Benigne Schilddrüsenerkrankungen: OP-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Präoperative Laryngoskopie, Kalzium- und Kalzitonin-Bestimmung werden vor dem Eingriff stark empfohlen.
  • Bei Malignitätsverdacht ist primär eine Hemithyreoidektomie indiziert, bei M. Basedow eine (fast-)totale Thyreoidektomie.
  • Die visuelle Darstellung des N. laryngeus recurrens ist Goldstandard; Neuromonitoring dient nur als Ergänzung.
  • Postoperativ müssen Kalzium und Parathormon (PTH) zur Erkennung eines Hypoparathyreoidismus kontrolliert werden.
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Hintergrund

Die operative Therapie benigner Schilddrüsenerkrankungen zielt auf die sichere und dauerhafte Beseitigung der zugrundeliegenden Pathologie ab. Dabei muss eine Balance zwischen der Vermeidung von Rezidiven und der Minimierung chirurgischer Komplikationen (insbesondere Läsionen des N. laryngeus recurrens und der Nebenschilddrüsen) gefunden werden.

Präoperative Diagnostik

Vor jedem Eingriff ist eine sorgfältige Evaluation notwendig, um das Resektionsausmaß zu planen und vorbestehende Pathologien zu dokumentieren.

DiagnostikumIndikation / ZielEmpfehlung
Zervikale SonographieBasisdiagnostik (Ausdehnung, Struktur, TIRADS)Soll durchgeführt werden
LaryngoskopiePrüfung der StimmlippenfunktionSollte präoperativ erfolgen
SerumkalziumAusschluss Hypo-/HyperparathyreoidismusSoll bestimmt werden
Basales KalzitoninFrüherkennung medulläres SchilddrüsenkarzinomSollte bestimmt werden
FeinnadelpunktionSuspekte Knoten >1 cm, suspekte LymphknotenSollte erfolgen

Indikationen zur Operation

Die Indikation zur operativen Therapie ergibt sich aus folgenden Konstellationen:

  • Malignitätsverdacht (absolute OP-Indikation)
  • Lokale Beschwerden oder dystope Lage (z. B. retrosternale Struma)
  • Konservativ nicht ausreichend therapierbare Überfunktion (z. B. M. Basedow, Autonomie)
  • Rezidivstruma (erhöhtes Komplikationsrisiko beachten)

Resektionsverfahren

Das Resektionsausmaß richtet sich nach der zugrundeliegenden Pathologie. Subtotale Resektionen sind aufgrund hoher Rezidivraten in den Hintergrund getreten.

PathologieEmpfohlenes ResektionsverfahrenBemerkung
Malignitätsverdächtiger KnotenHemithyreoidektomieVermeidet erhöhtes Risiko bei Komplettierungs-OP
Knotenstruma (beidseits)(Fast-)totale ThyreoidektomieSeitengetrennte Indikationsstellung beachten
Morbus Basedow(Fast-)totale ThyreoidektomieSenkt Rezidivrisiko, günstig bei endokriner Orbitopathie

Operationstechnik

Die chirurgische Technik erfordert höchste Präzision zum Schutz umgebender Strukturen.

  • Nervus laryngeus recurrens: Die schonende, nicht-skelettierende Darstellung ist der Goldstandard und sollte grundsätzlich durchgeführt werden. Das intraoperative Neuromonitoring (IONM) ersetzt diese visuelle Darstellung nicht.
  • Nebenschilddrüsen (NSD): Der durchblutungsschonende In-situ-Erhalt von mindestens 1-2 Nebenschilddrüsen ist essenziell. Devaskularisierte NSD müssen in die Halsmuskulatur autotransplantiert werden.
  • Schnellschnitt: Ein intraoperativer Gefrierschnitt wird bei prä- oder intraoperativem Malignomverdacht empfohlen.

Postoperatives Management

Die postoperative Überwachung dient der Früherkennung von Nachblutungen (meist in den ersten 8 Stunden) und Funktionsstörungen.

MaßnahmeZeitpunktZiel / Intervention
Klinische ÜberwachungErste 36-48 hKontrolle auf Nachblutung und Atemnot
LaryngoskopiePostoperativErfassung von Rekurrensparesen
Labor (Kalzium & PTH)Direkt post-op oder Tag 1Früherkennung eines Hypoparathyreoidismus

Therapie des Hypoparathyreoidismus

Bei inadäquat erniedrigtem Parathormon (< 15 pg/ml) sollte eine orale Medikation eingeleitet werden:

  • Calciumcarbonat (max. 1,5 g/d)
  • Aktives Vitamin D (z. B. Calcitriol max. 2 µg/d oder Alfacalcidiol max. 3 µg/d)
  • Zielwert für Gesamtkalzium: 1,9 - 2,3 mmol/l zur Vermeidung einer iatrogenen Hyperkalzämie.

💡Praxis-Tipp

Postoperative Nachblutungen treten meist in den ersten 8 Stunden auf. Bei klinischem Verdacht auf ein komprimierendes Hämatom mit Atemnot sofort revidieren – keine weitere bildgebende Diagnostik abwarten!

Häufig gestellte Fragen

Bei bildgebend suspekten Knoten >1 cm (nach Ausschluss einer Autonomie), bei suspekten Halslymphknoten oder lokal invasivem Wachstum.
Es soll eine Thyreoidektomie oder fast-totale Thyreoidektomie angestrebt werden, um Rezidive zu vermeiden.
Nein, die visuelle, nicht-skelettierende Darstellung des N. laryngeus recurrens bleibt der Goldstandard.
Bei PTH < 15 pg/ml erfolgt eine orale Medikation mit Calcium (max. 1,5 g) und aktivem Vitamin D. Der Zielwert für das Gesamtkalzium liegt bei 1,9 bis 2,3 mmol/l.

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