Neuroendokrine Tumore (NET): Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Neuroendokrine Tumore (NET) und neuroendokrine Karzinome (NEC) des Gastrointestinaltraktes machen etwa ein Prozent aller malignen Tumore aus. Die Diagnostik gestaltet sich oft schwierig, da die Symptomatik sehr vielfältig sein kann.
Häufig liegt zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits eine Lebermetastasierung vor. In den letzten Jahren wurden entscheidende Fortschritte in der Diagnostik und Therapie gemacht, die ein strukturiertes, interdisziplinäres Vorgehen erfordern.
Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf der S2k-Leitlinie der AWMF. Sie zielt darauf ab, die Erstversorgung, Diagnose und Therapie zu verbessern sowie neue Behandlungsoptionen darzustellen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, dass eine Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) zu falsch-hohen Chromogranin-A- und Gastrin-Werten führen kann. Es wird empfohlen, PPI nach Möglichkeit 10 bis 14 Tage vor der Blutentnahme zu pausieren und stattdessen passager auf H2-Rezeptor-Antagonisten umzustellen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird bei klinischem Verdacht auf ein Karzinoid-Syndrom die Bestimmung der 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIES) im 24-Stunden-Sammelurin empfohlen. Vor der Urinsammlung sollten serotoninhaltige Nahrungsmittel wie Bananen oder Walnüsse vermieden werden.
Die Peptid-Radiorezeptor-Therapie (PRRT) wird bei progredienten, Somatostatin-Rezeptor-positiven NET des Mitteldarms als Zweitlinientherapie nach Versagen von Somatostatin-Analoga empfohlen. Bei neuroendokrinen Karzinomen (NEC G3) soll sie hingegen nicht durchgeführt werden.
Es wird eine langfristige Tumornachsorge über einen Zeitraum von mindestens 10 bis 15 Jahren empfohlen, da auch nach vielen Jahren noch Rezidive oder Metastasen auftreten können. Die Intervalle richten sich nach dem Grading des Tumors.
Die Leitlinie empfiehlt die chirurgische Resektion als Therapie der Wahl. Zur medikamentösen Symptomkontrolle von Hypoglykämien bei lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Insulinomen wird primär Diazoxid eingesetzt.
Die Leitlinie rät ausdrücklich davon ab, Chromogranin A als allgemeines Screening-Tool zu verwenden. Der Marker soll nur bei histologisch gesicherten neuroendokrinen Neoplasien zur Steuerung der Therapie und Nachsorge bestimmt werden.
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Quelle: Neuroendokrine Tumore (AWMF, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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