Myomentfernung bei Kinderwunsch: Therapie und Prognose
Hintergrund
Der IQWiG-Evidenzbericht V21-08B dient als methodische Grundlage für die S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie benigner Erkrankungen der Gebärmutter. Er untersucht die Effekte einer operativen Entfernung von Myomen im Vergleich zu keiner Therapie.
Die Zielgruppe der Untersuchung umfasst Frauen mit Kinderwunsch und mindestens einem nachweisbaren Myom. Für die Analyse wurden Daten aus einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) sowie drei retrospektiven Kohortenstudien ausgewertet.
Die operativen Eingriffe in den Studien umfassten laparotomische, laparoskopische und hysteroskopische Zugangswege. Der Bericht weist darauf hin, dass sich die eingeschlossenen Studien teilweise deutlich in ihren Einschlusskriterien unterschieden, wie etwa bei der maximalen Myomgröße oder der Anzahl der Myome.
Empfehlungen
Der IQWiG-Evidenzbericht fasst die Datenlage zu verschiedenen Endpunkten zusammen. Es wird betont, dass die Ergebnisse aufgrund unterschiedlicher Studienpopulationen nicht uneingeschränkt übertragbar sind.
Schwangerschaftsrate und Lebendgeburten
Laut Bericht zeigt sich bei der Schwangerschaftsrate ein möglicher Vorteil durch die operative Myomentfernung. Die zugrundeliegende RCT schloss jedoch nur Frauen mit einem einzelnen Myom von maximal 40 mm Durchmesser ein.
Für den Endpunkt der lebend geborenen Kinder liefert die Evidenz keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen der operierten und der nicht-operierten Gruppe.
Geburtskomplikationen und Fehlgeburten
Der Bericht liefert folgende Erkenntnisse zu geburtshilflichen Risiken:
-
Bei der Rate der Fehlgeburten zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied durch die Operation.
-
Auch bezüglich der Anzahl an Frühgeburten lässt sich kein eindeutiger Vor- oder Nachteil der operativen Entfernung ableiten.
-
Für die Endpunkte Totgeburten und Plazentationsstörungen lagen in der Literaturrecherche keine verwertbaren Daten vor.
Uterusruptur
Eine große Registerstudie zeigt ein signifikant erhöhtes Risiko für eine Uterusruptur nach einer operativen Myomentfernung. Der Bericht weist darauf hin, dass dieser Effekt sehr groß ist und sich nicht allein durch fehlende Adjustierungen in der Studie erklären lässt.
Übersicht der Endpunkt-Ergebnisse
| Endpunkt | Effektmaß | Vertrauen in die Evidenz |
|---|---|---|
| Schwangerschaftsrate | OR 2,09 (Vorteil Operation) | Moderat |
| Lebend geborene Kinder | HR 1,26 (nicht signifikant) | Sehr niedrig |
| Frühgeburten | OR 0,86 (nicht signifikant) | Sehr niedrig |
| Uterusruptur | OR 6,73 (Nachteil Operation) | Niedrig |
| Fehlgeburten | OR 0,66 (nicht signifikant) | Moderat |
💡Praxis-Tipp
Laut dem Evidenzbericht ist nach einer operativen Myomentfernung mit einem signifikant erhöhten Risiko für eine spätere Uterusruptur zu rechnen. Zudem stammen die positiven Daten zur Schwangerschaftsrate primär aus einer Studie, die ausschließlich kleine Einzelmyome (bis 40 mm) untersuchte. Eine Übertragung dieser positiven Effekte auf Patientinnen mit multiplen oder sehr großen Myomen ist daher laut Bericht nur eingeschränkt möglich.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem IQWiG-Bericht gibt es Hinweise auf eine erhöhte Schwangerschaftsrate nach einer Operation. Dies basiert jedoch auf Daten von Frauen mit nur einem kleinen Myom von maximal 40 mm Durchmesser.
Der Evidenzbericht zitiert eine große Registerstudie, die ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Uterusruptur nach einer operativen Entfernung zeigt. Die Odds Ratio lag in dieser Auswertung bei 6,73.
Die im Bericht ausgewerteten Daten zeigen keinen statistisch signifikanten Unterschied bei der Rate der Fehlgeburten. Ein klarer Vorteil der Operation lässt sich hieraus nicht ableiten.
In den vom IQWiG zitierten Studien wurde den Frauen empfohlen, nach der Operation eine Genesungszeit abzuwarten. Diese betrug je nach Studie drei bis sechs Monate, bevor erneute Schwangerschaftsversuche unternommen wurden.
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Quelle: IQWiG V21-08: Evidenzrecherche zur S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie von benignen Erkrankungen der Gebärmutter (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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