Endometriose: Nicht-medikamentöse Schmerztherapie
Hintergrund
Der HTA-Bericht des IQWiG untersucht, ob nicht-medikamentöse und nicht-operative (NMNO) Verfahren bei Endometriose-bedingten Schmerzen helfen. Dies ist besonders für Frauen relevant, die hormonelle Therapien oder Schmerzmittel ablehnen oder bei denen ein Kinderwunsch besteht.
Zu den untersuchten NMNO-Verfahren zählen Lebensstiländerungen, psychologische Methoden, physikalische Therapien sowie Phytotherapie. Die Endometriose ist eine häufige gynäkologische Erkrankung, die mit starken Unterbauchschmerzen, Dysmenorrhoe und Dyspareunie einhergeht.
Laut Bericht ist die aktuelle Studienlage zu diesen alternativen Verfahren stark limitiert. Viele Studien weisen methodische Mängel auf, weshalb verlässliche Aussagen zu Nutzen und Schaden oft nicht möglich sind.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht besteht bei nicht-medikamentösen Verfahren die Gefahr, dass betroffene Frauen durch überzogene Erwartungen und hohe finanzielle Eigenleistungen belastet werden. Es wird hervorgehoben, dass die unzureichende Evidenzlage dieser Methoden in der ärztlichen Aufklärung zwingend und transparent kommuniziert werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht werden die Kosten für nicht-medikamentöse und nicht-operative Verfahren (NMNO) von den gesetzlichen Krankenkassen üblicherweise nicht erstattet. Die Patientinnen müssen diese Leistungen in der Regel selbst finanzieren.
Der Bericht konnte keinen Beleg oder Anhaltspunkt für einen Nutzen von Akupunktur bei Endometriose feststellen. Die vorliegenden Studien wiesen ein zu hohes Verzerrungspotenzial auf, um verlässliche Aussagen zu treffen.
Der HTA-Bericht sieht einen Anhaltspunkt für einen Nutzen bei der 12-wöchigen Einnahme von Laktobazillen zur Linderung von Dysmenorrhoe. Dies gilt für Frauen, die keine hormonelle Therapie anwenden.
Es gibt laut Bericht einen Anhaltspunkt, dass eine pulsierende hochintensive Lasertherapie mit Wärmeerzeugung Schmerzen lindern kann. Das Verfahren ist jedoch in Deutschland für diese Indikation nicht etabliert und mit hohen Kosten verbunden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG HT19-02: Schmerzen bei Endometriose: Helfen anstelle von Schmerzmedikamenten auch andere Verfahren? (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG HT20-05: Störungen der Beweglichkeit: Hilft die Feldenkrais-Methode?
IQWiG H16-02A: Sonografiegesteuerte hochfokussierte Ultraschalltherapie bei der Endometriose des Uterus - Bewertungen gemäß § 137h SGB V
IQWiG T23-02: Arthrofibrose (überschießende Narbenbildung) im Knie: Können operative Verfahren Bewegungseinschränkungen und Schmerzen reduzieren?
IQWiG N20-06: Hochfrequenzablation des Endometriums mittels Netzelektrode bei Menorrhagie
IQWiG T23-01 : Geburtseinleitung: Helfen nicht medikamentöse Verfahren wie Rizinusöl oder Akupunktur?
IQWiG HT21-04: Restless-Legs-Syndrom (unruhige Beine): Lassen sich durch nicht medikamentöse Verfahren die Symptome lindern?
IQWiG N24-01 : Bestrahlung der Haut mit intensiv gepulstem Licht und Radiofrequenz bei Hidradenitis suppurativa im Stadium I und II (Hurley Score)
IQWiG HT22-03: Hüftarthrose: Kann Physiotherapie eine Operation verzögern oder vermeiden?
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen