Endometriose-Schmerzen (NMNO-Verfahren): IQWiG HTA-Bericht
Hintergrund
Der vorliegende HTA-Bericht des IQWiG untersucht den Nutzen von nicht-medikamentösen und nicht-operativen (NMNO) Verfahren zur Behandlung von Schmerzen bei Endometriose. Diese Alternativen werden häufig von Frauen nachgefragt, bei denen hormonelle oder operative Therapien, beispielsweise aufgrund eines Kinderwunsches, nicht infrage kommen.
Zu den untersuchten NMNO-Verfahren zählen Lebensstiländerungen, psychologische Methoden, manuelle und physikalische Therapien sowie die Verwendung von Naturstoffen. Ziel der Bewertung war es, Effekte auf Schmerzen, Lebensqualität und Fertilität zu prüfen.
Die Endometriose ist eine häufige Unterleibserkrankung, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst. Dies führt oft zu starken, zyklusabhängigen Schmerzen und kann die Fruchtbarkeit erheblich beeinträchtigen.
Empfehlungen
Der Bericht bewertet die Evidenzlage zu NMNO-Verfahren insgesamt als unzureichend. Von elf eingeschlossenen randomisiert-kontrollierten Studien wiesen fast alle ein hohes Verzerrungspotenzial auf.
Verfahren mit Anhaltspunkten für einen Nutzen
Laut IQWiG gibt es für zwei spezifische Interventionen Anhaltspunkte für einen positiven Effekt:
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Laktobazillen-Therapie (12 Wochen): Es zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen Nutzen zur Minderung von Dysmenorrhoe bei Frauen ohne gleichzeitige Hormontherapie.
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Pulsierende hochintensive Lasertherapie (8 Wochen): Es gibt einen Anhaltspunkt für eine verbesserte gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Frauen unter fortgesetzter Hormonbehandlung.
Verfahren ohne belegten Nutzen
Für andere untersuchte Methoden konnte kein Nutzen oder Schaden abgeleitet werden. Dazu gehören unter anderem:
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Phytotherapie und Nahrungsergänzungsmittel (außer Laktobazillen)
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Psychologische Methoden
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Akupunktur und andere physikalische Therapien
Ethische und soziale Aspekte
Der Bericht betont, dass bei der Anwendung von NMNO-Verfahren die unzureichende Evidenzlage transparent offengelegt werden muss. Es wird davor gewarnt, bei Betroffenen überzogene Hoffnungen zu wecken.
Zudem wird darauf hingewiesen, dass die stärkere Übernahme von Selbstverantwortung durch diese Verfahren das Stresslevel der Frauen erhöhen kann. Die Kosten für diese Therapien werden in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.
Dosierung
| Intervention | Dauer / Umfang | Geschätzte Kosten | Anhaltspunkt für Nutzen |
|---|---|---|---|
| Laktobazillen-Therapie | 12 Wochen (tägliche Einnahme) | 55 - 76 € | Minderung von Dysmenorrhoe (ohne Hormontherapie) |
| Pulsierende hochintensive Lasertherapie | 8 Wochen (24 Sitzungen) | 480 - 1.200 € | Verbesserung der Lebensqualität (mit Hormontherapie) |
💡Praxis-Tipp
Der Bericht warnt davor, dass bei nicht-medikamentösen und nicht-operativen Verfahren häufig die Gefahr überzogener Erwartungen besteht. Es wird empfohlen, Betroffene transparent über die stark limitierte Evidenzlage und die in der Regel fehlende Kostenübernahme durch die Krankenkassen aufzuklären.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht gibt es lediglich für eine zwölfwöchige Laktobazillen-Therapie und eine achtwöchige pulsierende Lasertherapie schwache Anhaltspunkte für einen Nutzen. Für andere Verfahren wie Akupunktur oder Phytotherapie reicht die Evidenz nicht aus.
Die Kosten für die untersuchten nicht-medikamentösen und nicht-operativen Verfahren werden von der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel nicht übernommen. Die geschätzten Kosten reichen von etwa 55 Euro für Laktobazillen bis zu 1.200 Euro für eine Lasertherapie.
Der Bericht stellt fest, dass die Studienlage gerade für Frauen mit Kinderwunsch stark begrenzt ist, da in vielen Studien parallel eine Hormontherapie durchgeführt wurde. Eine verlässliche Aussage zur Wirksamkeit ohne begleitende Hormongabe ist auf Basis der aktuellen Daten kaum möglich.
Die Evidenzlage wird als unzureichend eingestuft. Die meisten der eingeschlossenen Studien weisen ein hohes Verzerrungspotenzial auf oder sind aufgrund methodischer Mängel nicht verwertbar.
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Quelle: IQWiG HT19-02: Schmerzen bei Endometriose: Helfen anstelle von Schmerzmedikamenten auch andere Verfahren? (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.