IQWiG2023

Schwangerschaftsabbruch 1. Trimenon: IQWiG-Evidenzbericht

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Evidenzbericht des IQWiG (2023) dient als Grundlage für die Weiterentwicklung der S3-Leitlinie zum Schwangerschaftsabbruch im ersten Trimenon. Er vergleicht operative und medikamentöse Verfahren bis zur Schwangerschaftswoche 14+0 nach Eintritt der letzten Menstruation.

Ziel der Auswertung ist die Darstellung der Evidenz bezüglich der Effekte eines operativen Abbruchs mittels Saugkürette oder Kürette. Als Vergleichsintervention wird der medikamentöse Abbruch mit Mifepriston und Misoprostol herangezogen.

In die systematische Übersicht wurden insgesamt drei Studien eingeschlossen. Dabei handelt es sich um zwei partielle randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) und eine nicht randomisierte Kohortenstudie.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht definiert spezifische Endpunkte für den Vergleich der Abbruchmethoden. Eigene klinische Empfehlungen werden in diesem Methodendokument nicht ausgesprochen.

Kritische Endpunkte

Für die Bewertung der Verfahrensvergleiche wurden folgende kritische Endpunkte festgelegt:

  • Unvollständiger Schwangerschaftsabbruch mit Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs

  • Auftreten von Komplikationen

  • Akzeptanz der Interventionsart durch die Schwangere

  • Notwendigkeit einer Hospitalisierung

Wichtige Endpunkte

Zusätzlich zu den kritischen Endpunkten wurden weitere klinisch relevante Parameter definiert. Diese umfassen:

  • Schmerzintensität (binäre und stetige Daten)

  • Komplikationen bei nachfolgenden Schwangerschaften

  • Zufriedenheit mit der Behandlung

Methodische Bewertung

Die Qualität der Evidenz wird nach der GRADE-Methodik bewertet. Dabei wird das Vertrauen in die Effektschätzung in vier Stufen eingeteilt.

Ergebnissen aus randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) wird primär eine hohe Evidenzqualität zugeordnet. Beobachtungsstudien starten methodisch bedingt mit einer niedrigen Evidenzqualität.

Dosierung

Der Bericht weist auf Diskrepanzen zwischen den in den Studien verwendeten Dosierungen und der deutschen Zulassung hin.

Indikation / VerfahrenWirkstoffDosierung laut deutscher ZulassungDosierung in den eingeschlossenen Studien
Medikamentöser Abbruch (bis 49. Tag)Mifepriston600 mg oral (Einzeldosis)200 mg oral (Einzeldosis oder aufgeteilt)
Medikamentöser Abbruch (bis 49. Tag)Misoprostol400 µg oral (36-48h nach Mifepriston)600-800 µg vaginal
Operativer Abbruch (Zervix-Priming)Misoprostol400 µg oral (Einzeldosis)400 µg vaginal oder 800 µg
Postoperative SchmerztherapieDiclofenacKeine Angabe100 mg rektal
Postoperative SchmerztherapieParacetamolKeine Angabe1000 mg rektal

Kontraindikationen

Laut Bericht ist die Gabe von Misoprostol über den 49. Tag der Amenorrhö hinaus nach der Fachinformation in Deutschland kontraindiziert. Entsprechend gibt es für dieses Gestationsalter keine offiziellen Empfehlungen in der Zulassung.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass die in internationalen Studien verwendeten Dosierungen und Applikationswege für Mifepriston und Misoprostol häufig von der deutschen Zulassung abweichen. Es wird beschrieben, dass in Studien oft niedrigere Mifepriston-Dosen (200 mg) und höhere, vaginal applizierte Misoprostol-Dosen (800 µg) zum Einsatz kamen.

Häufig gestellte Fragen

Das Dokument vergleicht den operativen Schwangerschaftsabbruch mittels Kürette oder Saugkürette mit dem medikamentösen Abbruch. Als medikamentöses Verfahren wird die Kombination aus Mifepriston und Misoprostol evaluiert.

Die Auswertung bezieht sich auf Schwangerschaftsabbrüche im ersten Trimenon. Konkret wird der Zeitraum bis zur Schwangerschaftswoche 14+0 nach Eintritt der letzten Menstruation betrachtet.

Als kritische Endpunkte definiert der Bericht unter anderem unvollständige Abbrüche, die einen chirurgischen Eingriff erfordern. Ebenso werden Komplikationen, Hospitalisierungen und die Akzeptanz durch die Schwangere als kritisch eingestuft.

Laut dem Bericht ist die Gabe von Misoprostol über den 49. Tag der Amenorrhö hinaus in Deutschland kontraindiziert. Die in den Studien untersuchte Anwendung bei höherem Gestationsalter weicht daher von der deutschen Zulassung ab.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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