Mundhöhlenkarzinom: Diagnostik, Therapie und Nachsorge
Hintergrund
Das Mundhöhlenkarzinom macht etwa fünf Prozent aller malignen Tumoren aus. Es handelt sich in 95 Prozent der Fällen um Plattenepithelkarzinome, die vorwiegend an der Innenwange, dem Alveolarfortsatz, dem Gaumen, der Zunge oder dem Mundboden auftreten.
Als wesentliche Risikofaktoren gelten ein chronischer Nikotin- und Alkoholabusus. Eine Kombination beider Noxen erhöht das Erkrankungsrisiko signifikant auf das bis zu 30-fache.
Da die Heilungsaussichten bei Frühbefunden wesentlich günstiger sind als bei fortgeschrittenen Tumoren, kommt der Früherkennung eine zentrale Bedeutung zu. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit in spezialisierten Tumorzentren.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die Durchführung einer Biopsie vor der bildgebenden Diagnostik. Die Leitlinie weist darauf hin, dass die Gewebeentnahme erst nach der Schichtbildgebung erfolgen sollte, um Verfälschungen des Kontrastmittelverhaltens am Primärtumor zu vermeiden. Zudem wird betont, dass die Biopsie aus dem Randbereich und nicht aus dem nekrotischen Zentrum des Tumors entnommen werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie soll auch bei einem klinisch unauffälligen Hals (cN0) standardmäßig eine elektive Neck Dissection erfolgen. Bei einem klinisch positiven Befund (cN+) wird eine modifizierte radikale Neck Dissection empfohlen.
Es wird eine CT oder MRT empfohlen. Die MRT bietet Vorteile bei der Beurteilung von Weichteilen und ist bei zu erwartenden Metallartefakten durch Zahnimplantate vorzuziehen.
Die Leitlinie stellt fest, dass der HPV-Status beim Mundhöhlenkarzinom im Gegensatz zum Oropharynxkarzinom keinen validen Nutzen als prognostischer Faktor hat. Eine routinemäßige HPV-Diagnostik wird daher nicht als zwingend angesehen.
Bei fortgeschrittenen Tumoren (Stadium III und IV) soll ein Thorax-CT durchgeführt werden. Dies dient dem Ausschluss eines pulmonalen Tumorbefalls oder eines synchronen Zweitkarzinoms.
In den ersten zwei Jahren wird eine Kontrolle alle drei Monate empfohlen. Vom dritten bis zum fünften Jahr sieht die Leitlinie halbjährliche Kontrolluntersuchungen vor.
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Quelle: AWMF 007-100: Diagnostik und Therapie des Mundhöhlenkarzinoms (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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