Multimorbidität: Polypharmazie und Therapie-Empfehlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Multimorbidität bezeichnet das gleichzeitige Vorliegen mehrerer chronischer Erkrankungen bei einer Person. Die Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter stark an und betrifft einen großen Teil der hausärztlichen Klientel.

Die Versorgung dieser Personengruppe stellt eine besondere Herausforderung dar, da die strikte Anwendung krankheitsspezifischer Leitlinien oft zu Multimedikation und widersprüchlichen Therapieansätzen führt. Dies kann die Patientensicherheit gefährden und die Behandlungslast für die Betroffenen erheblich erhöhen.

Ziel der Leitlinie ist es, die gesundheitsbezogene Lebensqualität zu verbessern und die Autonomie der Betroffenen zu erhalten. Dabei stehen die Reduktion von Überversorgung, die Vermeidung gefährlicher Verläufe und eine patientenzentrierte Priorisierung von Behandlungszielen im Vordergrund.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass bei multimorbiden Personen der Erhalt der Autonomie und der Lebensqualität oft Vorrang vor einer strikt leitliniengerechten Behandlung von Einzelerkrankungen hat. Es wird darauf hingewiesen, dass die unreflektierte Addition spezialistischer Einzelempfehlungen zu einer gefährlichen Multimedikation führen kann. Daher wird ein regelmäßiges "Deprescribing" und eine kritische Überprüfung der Behandlungslast als zentrale hausärztliche Aufgabe beschrieben.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt, ältere Menschen mit Multimorbidität mindestens einmal jährlich opportunistisch zu befragen, ob sie in den vergangenen 12 Monaten gestürzt sind. Bei einem bejahten Sturzereignis sollte zur weiteren Risikoabschätzung die Ganggeschwindigkeit gemessen werden.

Laut Leitlinie liegt ein hohes Risiko vor, wenn Verletzungen, Gebrechlichkeit, Synkopen oder mehr als zwei Stürze pro Jahr auftreten. Fehlen diese Faktoren, wird das Risiko anhand der Ganggeschwindigkeit in ein mittleres oder niedriges Risiko unterteilt.

Es wird empfohlen, bei jeder Konsultation die Anzahl und Dosierung der Medikamente zu erfassen. Zudem soll regelmäßig geprüft werden, ob Medikamente abgesetzt oder in der Dosis reduziert werden können (Deprescribing).

Gemäß der Leitlinie sollen multimorbide Personen einmal pro Jahr nach dem Vorliegen von chronischen, beeinträchtigenden Schmerzen befragt werden. Bei bestehenden chronischen Schmerzen wird eine quartalsweise Überprüfung des Schmerzmanagements empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt für Patientinnen mit Multimorbidität und Harninkontinenz ein Beckenbodenmuskeltraining. Dieses kann allein oder in Kombination mit Strategien zur Blasenkontrolle und Selbstüberwachung erfolgen.

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Quelle: Multimorbidität - Living Guideline (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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