Geriatrisches Assessment (CGA): Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die AWMF S3-Leitlinie behandelt den Einsatz des umfassenden geriatrischen Assessments (Comprehensive Geriatric Assessment, CGA) bei hospitalisierten älteren Menschen. Der Anteil älterer Personen im Krankenhaus nimmt stetig zu, was an das Gesundheitssystem komplexe Anforderungen stellt.
Ein CGA ist ein multidimensionaler und interprofessioneller Prozess. Es zielt darauf ab, medizinische, psychosoziale und funktionelle Defizite sowie Ressourcen geriatrischer Personen strukturiert zu erfassen.
Im Gegensatz zu rein qualitativen Screenings quantifiziert das CGA die individuellen Bedürfnisse und geht über einzelne Organdysfunktionen hinaus. Es dient als essenzielle Grundlage für eine maßgeschneiderte Therapie- und Versorgungsplanung sowie zur Prognoseabschätzung.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass die Indikationsstellung für chirurgische Eingriffe bei älteren Menschen niemals allein auf dem chronologischen Alter basieren sollte. Es wird empfohlen, das individuelle Risiko für perioperative Komplikationen stets durch einen strukturierten Screening-CGA-Algorithmus zu evaluieren. Zudem wird darauf hingewiesen, dass ein valides Assessment mindestens 15 Minuten in Anspruch nimmt.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie definiert sechs Kerndimensionen, die mindestens enthalten sein müssen. Dazu gehören Selbsthilfefähigkeit, Mobilität, kognitive Funktion inklusive Delir, Affekt, Ernährung und die soziale Situation.
Es wird empfohlen, für ein CGA mindestens 15 Minuten einzuplanen. Diese Zeitspanne ist laut Leitlinie notwendig, um valide und therapierelevante Aussagen für die Behandlungsplanung treffen zu können.
In der Onkologie wird primär das G8-Screening empfohlen. Bei einem Score von 14 Punkten oder weniger sollte vor Einleitung einer systemischen Therapie ein vollständiges CGA erfolgen.
Die Durchführung und die Umsetzung des Behandlungsplans sollten in einem interprofessionellen Team erfolgen. Dies schließt Pflegefachpersonen, therapeutische Berufe, soziale Dienste und ärztliches Personal mit geriatrischer Qualifikation ein.
Bei orthogeriatrischen Krankheitsbildern kann eine CGA-adaptierte Behandlung die Rate an postoperativen Deliren signifikant senken. Zudem wird die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Institutionalisierung reduziert und die Funktionsfähigkeit besser erhalten.
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Quelle: Umfassendes Geriatrisches Assessment (Comprehensive Geriatric Assessment CGA) bei hospitalisierten Patientinnen und Patienten (AWMF, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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